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Freitag, 26. September 2014

Stadtmaus-Landmaus: Möhrensalat mit Datteln und Kreuzkümmel

Pedros Gesicht verzog sich, als wäre ich ihm auf den Fuß gestanden. Wir standen vor seinen kleinen abgelegenen Waldschrat-Häuschen - und ich war im Begriff gewesen ihm wie so oft seinen Tannenhonig - den weltbesten - abzukaufen. Er schüttelte dabei seinen Kopf: *Neenee, mir ist, als müßt' ich versticken*. Ich lächelte ihn damals amüsiert an ob seiner geschilderter Atemnot, die ihn in der Stadt befällt. Mittlerweile verstehe ich, wovon er redete...

Man schätzt, dass das Menschengeschlecht im Jahre 2050 die 9 Milliarden-Hürde erreicht - drei Viertel davon wird in Städten leben. Jeden Tag ziehen weltweit 60 Tausend Menschen vom Land in die Stadt, das sind 200 Millionen im Jahr. Auf dem Land lebend eine durchaus beruhigende Entwicklung - scheinbar. Aus ernährungs-wissenschaftlicher Sicht allerdings wird die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln nicht nur logistisch eine Herausforderung. Interessante Gedanken machte sich dazu die Dokumention *Wie wird die Stadt satt?*, die vorgestern Nacht in der ARD lief. (Leider ist der Film für alle Interessierten nur eine Woche in der Mediathek einsehbar.)

Ich finde, dass der Film sehr anschaulich macht, dass sich die Welt sichtbar teilt in *künstlich* und *natürlich* - wobei die modernen Wissenschaftler diese Grenzen gerne verwischen... in Richtung Effizienz etwa. Die industrielle Produktion von Lebensmitteln koppelt sich von der Natur ab, seien es Mastbetriebe oder gigantische Treibhäuser, die ihr Klima selbst erzeugen und deren Gewächse keinen Kontakt mehr mit dem Erdboden haben. Nahrung für Menschen, die möglicherweise auch nur noch in überkuppeltem Lebensraum mit gesäuberter Luft existieren können. Aber das werde ich hoffentlich nicht mehr erleben.

Für mich bleibt es eine Grundsatzentscheidung, in der Stadt zu leben und ab und an das Land zu besuchen, oder auf dem Land zu leben und manchmal in die Stadt zu tingeln. Ich weiß, so *entweder-oder* Geschichten, à la *jetzt entscheid' dich halt mal* sind heute gänzlich unmodern. Nich, nachher bindet man da sich was ans Bein... Man ist in sämtlichen Bereichen lieber bi, um sich nicht festlegen zu müssen. Nichts öder als eine gerade Haltung, ein fester Entschluß. Schon in der Kunst ist eine der obersten Maximen: *Wirf Fragen auf, aber biete bloß keine Antworten*. Die muß in der Tat auch jeder für sich selbst finden. Nur zufrieden sollte man sein - alleine schon ob der eigenen Wahlfreiheit...

Die habe ich heute benutzt, um mir ein Rezept mitzunehmen von einem für mich ganz und gar urbanen Blog, nämlich von Mel. Eine ganz und gar köstliche Inspiration - und obendrein mal wieder vegan... nicht nur für Kathas Tierfreitag...
Zutaten:

800g Möhren, daumenlang gestiftet
1 rote Zwiebel, in Streifen
2 Knoblauchzehen, fein
8 Datteln
1/2 Bund Petersilie, grob gehackt
6 EL Orangensaft, frisch
1 TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Abrieb 1 Zitrone
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Die Karotten schälen und stiften, 4min in kochendem Wasser blanchieren, abschütten und gut abtropfen lassen.

Datteln in Streifen schneiden, die Zwiebeln ebenso, die Petersilie grob hacken, den Knoblauch fein würfeln, von der Zitrone die Schale abreiben.

Karotten, die Zwiebeln, den Knoblauch und den Zitronenabrieb im Olivenöl 7min braten. Dann mit dem Orangensaft ablöschen. Datteln, die Petersilie und den Kreuzkümmel dazugeben und weitere 2min dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Schmeckt am besten lauwarm.
Quelle: Mel von Gourmet Guerilla
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