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Mittwoch, 4. Januar 2017

Kompaß - scharfer Kichererbseneintopf

Alice fragt: *Was würdest Du bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?* Und die Grinsekatze antwortet ihr: *Das hängt vom größten Teil davon ab, wohin du möchtest.* (aus dem Film *Alice im Wunderland*)

Und ich weiß, dass ich unsere Ernährung gerne mehr auf Kurs einer vollwertigen Pflanzenkost bringen würde. Jetzt nicht gleich als komplette Ernährungsumstellung, aber eben als Richtung. Nachdem letztes Jahr kein einziges Kochbuch bei mir einziehen durfte, soll mich das Buch von Amy Chaplin *Celebrating Whole Food* bei diesen Ambitionen unterstützen (herzlichen Dank an den ausgesprochen freundlichen Narayana-Verlag für das zur Verfügungstellen eines Rezensionsexemplars).

Ein Buch, das bereits Furore im Netz macht, liest man die Buchvorstellung von der Königin unter den Kochbuch-Rezensionen Susanne, oder die von Valentinas Kochbuch, Ninas oder diese hier - unisono: Begeisterung!

Und warum? Weil Amy keinem Trend folgt, sondern ihrer inneren Überzeugung (ein schöner Einblick findet sich ebenso auf ihrer eigenen Homepage). Wie sagt Aurelius: * In dir muß brennen, was du in anderen entzünden willst*. Genau das vermag dieses Buch. Und Amy als Person wirkt unaufgeregt, natürlich und bodenständig - ganz der Typ Frau, auf den ich abfahre. Was mich aber vorallem in den Bann zieht, ist die Einstellung,  den höchsten aller Ansprüche an das Kochen oder Backen zu stellen: *Essen als Medizin*
 

Amys Kindheit und kulinarische Prägung beginnt in Australien weit im Outback im Garten und der Küche ihrer Selbstversorger-Eltern. Ihre Leidenschaft für gutes Essen wurde zu ihrem Lebensweg: sie arbeitete in verschiedenen großen Städten der Welt u.a. in einem makrobiotischen Restaurant (Sydney), dann in einem japanischen, makrobiotischen Restaurant (Amsterdam), sie gründete mit einer Freundin ein kleines, veganes Catering-Unternehmen (London), um schließlich in NY zuerst als Konditorin dann als Küchenchefin  in einem der berühmstesten und ältesten veganen Restaurants zu arbeiten. Nun kann sie sich es leisten - auch dank zahlungskräftiger Kundschaft - als private Chefköchin und Rezepteentwicklerin zu arbeiten. Ihre fundierte Ausbildung atmet das Kochbuch von der ersten bis zur letzten Seite aus.

Heute beginne ich mit dem scharfen Kichererbseneintopf, der so gut in die Jahreszeit paßt. Bravo - endlich verwendet mal jemand außerhalb von Südfrankreich eine akzeptable Menge an Knoblauch (meine Zahlen in der Zutatenliste sind ja immer *beschönigt* dezimiert). Meine Rezension folgt diesem Rezept - danach werde ich euch zwei weitere Rezepte daraus vorstellen.

Zutaten 6P:

1 mittelgroßer Butternusskürbis
geschält, entsamt und in 1 cm große Dreiecke geschnitten
3 EL natives Olivenöl
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 mittelgroße Zwiebeln, gewürfelt
8 große Knoblauchzehen, fein gehackt
¼ Handvoll (10 g) fein gehackte Petersilienstiele
1½ TL gerösteter gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver
3 mittelgroße Möhren
per Rollschnitt in 1 cm große Stücke geschnitten
240 ml Kichererbsenkochflüssigkeit oder gefiltertes Wasser
800 g Tomaten, gehackt
(m: Ofentomaten, weniger)
400 g gekochte Kichererbsen*
3 bis 4 TL Harissa, oder nach Geschmack
½ Handvoll (20 g) frische gehackte Petersilienblätter, plus mehr zum Garnieren

Zubereitung:

Ofen auf 200°C vorheizen. Die Kürbisstücke mit 1,5 EL Olivenöl, ½ TL Salz und einer Prise Pfeffer vermengen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und darauf die Kürbisstücke darauf verteilen - für  30 Minuten in den Ofen schieben. Dann die Kürbisstücke wenden und erneut 10 bis 15 Minuten im Ofen braten bzw. bis sie gebräunt und gar sind. Das Blech aus dem Ofen nehmen und zur Seite stellen.

In 1,5 EL erhitztem Olivenöl in einem großen Topf auf mittlerer Flamme die Zwiebeln goldbraun dünsten. Knoblauch zufügen und weitere 3 Minuten braten. Die Petersilienstiele, Kreuzkümmel, Paprikapulver und ½ TL Salz zufügen und  kurz mitrösten. Die Möhrenstückchen sowie 240 ml Kichererbsenkochflüssigkeit (oder Wasser) anschütten und auf hoher Flamme zum Kochen bringen. Topf zudecken, auf kleine Flamme stellen und sanft ca 10 bis 12 Minuten köcheln bzw. bis die Möhren gar sind.

Nun die Tomaten und die Kichererbsen hinzu geben. Zutaten erneut auf hoher Flamme zum Köcheln bringen. Dann zugdeckt bei kleiner Temperatur den Eintopf weitere 10min köcheln. Harissa anrühren, die Petersilienblätter und den gerösteten Kürbis. Alles ein paar weitere Minuten köcheln bis die Aromen miteinander verschmelzen. Vor dem Servieren nochmals abschmecken.

Amys Hinweis: *Ich empfehle Ihnen wärmstens, die Kichererbsen für diesen Eintopf selbst zu kochen. Der Geschmack selbst gekochter Kichererbsen ist die Mühe auf jeden Fall wert, und die Kochflüssigkeit ergänzt den Eintopf mit einem schönen Körper. Sie brauchen dafür etwa 190 g getrocknete Kichererbsen. Wenn Sie Kichererbsen aus der Dose verwenden möchten, brauchen Sie 2 Dosen zu je 400 g. Ersetzen Sie die Kichererbsenkochflüssigkeit dann einfach durch Wasser* (m: hat sie wirklich recht: selbstgekochte schmecken VIEL besser wie die aus der Dose)

Anmerkung m: Wie Amy habe ich ihr Qunioa-Rezept  (m: roten) mit Mandeln und Sultaninen serviert. Meine Zugabe war ein Kleks Guacamole/ unser Wasser muß ich nicht filtern - es kommt aus der Quelle - in NY erscheint mir dieser Schritt aber sinnvoll...

Quelle: Amy Chaplin *Celebrating Whole Food*
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