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Dienstag, 24. Oktober 2017

Fixstern: Kartoffelkuchen Pizza-Style


Unser Bett gleicht einer Sternwarte - im Bett liegend wölbt sich um uns herum das Himmelszelt. Als ich gegen Morgen aufwachte, stand genau in Augenhöhe das Sternbild des Orion vor mir. Die drei Sterne der Jakobsleiter leuchteten ungewöhnlich hell. Ich veränderte meine Liebeposition nicht und starrte auf die funkelnden Sterne. So lange, bis mir die Augenlider wieder schwer wurden und zuklappten. Meine Gedanken trugen mich fort und als ich die Augen wieder aufschlug, war Orion aus meinem Blickfeld herausgewandert und die Erde in der Galaxie weiter geschwommen. *Dein Lied ist drehend wie das Sternengewölbe* denke ich Goethe nach. Mitten in der Dunkelheit umkreist mich der Weltraum.

Alles ist in Bewegung und ich reise auf der Erde durch Räume, die ich nicht ermessen kann. Ja, ich zerfalle ob der Größe, die sich vor mir entfaltet, ob der nicht zu fassenden Unendlichkeit zu einem Staubkorn. Wieviele Planeten glizzern in der Nacht vor meinen Augen? Der Mond, dessen Einfluß sich die Weltenmeere hier beugen müssen, selbst ihn vergessen wir spätestens tagsüber. Und wie steht es um all die andere Planeten?  Wieviele davon wirken mit ihrer Kraft auf uns - unbewußt - berühren uns mit ihren Strahlen? Wieviel Rhythmus geben sie vor?

Wie ausgeklügelt muß das Universum sein, dass wir nicht ständig mit irgendetwas oder untereinander zusammenstoßen. Was herrscht nur für eine unbegreifliche Ordung in den Sonnensystemen - das Gegenteil von Willkür. Unbeindruckt davon, dass es keinen Stillstand gibt und alles in unaufhörlicher Bewegung kreist. Wie unfasslich, oder?! Wer kann begreifen, was man mit den Augen mehr erahnt? Wer zweifelt in solchen Momenten nicht an der Begrenztheit seiner Erkenntnismöglichkeit, an der Begrenztheit dessen, was wir Intelligenz nennen, an der Begrenztheit von Worten, ja an der Begrenztheit des eigenen Mutes, die Gedanken weiter reichen zu lassen, als unser Verstand greifen kann... Wem im Angesicht des Himmelszeltes die Kinnlade noch nie nach unten gefallen ist, dem ist nicht zu helfen und der ist bestimmt nicht von meiner Art.

Dazu gibts erdende Hausmannskost - schließlich spielt hier die Musik. So sehr man den Kopf in die Sterne streckt, so muß man doch mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Dieser Kartoffelkuchen hat mich absolut überzeugt. Er schmeckt selbst kalt sehr gut und ist somit auch Buffet (Büro) geeignet. Außerdem kann man den Belag seinen Vorlieben anpassen. Eine runde Sache also.


Zutaten - Form 24cm Durchmesser :

500g Kartoffeln (m: festkochend)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
30g Mehl (m: Dinkel 1050)
20g Haferflocken
2 Eier
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
1 TL Thymianblättchen
1 TL Oregano
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Paprika
150g Feta
3 EL geriebener Comté

Zubereitung:

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen.

Karoffeln grob reiben und ausdrücken. Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Beides zuerst mit Mehl und Haferflocken dann mit den Eiern und den Kräutern (Petersilie, Thymian) vermengen. Mit Salz (nicht zu zaghaft), Pfeffer und Piment würzen.

Die Form fetten (besser mit Backpapier auslegen - bei meiner nicht nötig) und die Kartoffelmasse damit füllen, glatt streichen und dabei etwas fest drücken.

Die Paprika mit dem Sparschäler schälen, in Würfel schneiden und auf ebenso wie die confierten Kirschtomaten auf dem Kartoffelboden verteilen. Den gewürfelten Feta darüber streuen, gleichfalls den Comté. Mit Oregano würzen und etwas Olivenöl darüber träufeln.

Den Kartoffelkuchen ca. für 50-60 Minuten in den heißen Ofen schieben (m: die letzten 15min abgedeckt damit er nicht zu dunkel wird).

*Anmerkung m: Der Kartoffelkuchen paßt genauso gut auch in eine normale Kuchenform von 26cm Durchmesser - dann wird er lediglich flacher.


confierte Kirschtomaten habe ich portionsweise eingefroren - für Gelegenheiten wie diese.
Inspiration: CK-Kartoffelkuchen

Kommentare :

  1. Oh, wie lecker das klingt. Kommt - wie so viele Rezepte von dir - auf die Nachkochliste. :-)
    Aber bitte sag mir: wie werden confierte Tomaten gemacht? Ich finde im Netz die unterschiedlichsten Rezepte. Und hier bei dir habe ich nichts gefunden, das mag vielleicht aber auch an den Tomaten auf meinen Augen liegen. (Ok, schleeechtes Wortspiel)

    "Ich veränderte meine Liebeposition nicht..." - ein wunderschöner und passender Verschreiber übrigens. :-)

    Liebe Grüße
    Gwen

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    1. tsss, was ein Freudscher Verschreiber, Gwen... den muß ich nun wohl lassen (weil entdeckt ;)

      ... und die confierten Kirschtomaten habe ich verlinkt, damit sollte deine Frage beantwortet sein
      liebe Grüße

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    2. Herzlichen Dank! ♡

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  2. Bonjour Micha
    Der Reihe nach.
    Merci beaucoup für den Aufsteller (s. Gwen) des Tages. Pardon, ich konnte mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen.
    Ebenso vielen Dank für das Kartoffelkuchenrezept. Das liest sich prima! Dazu zwei Bemerkungen bei der Zubereitung: Bei den Karotteln wird es sich bestimmt um keine Neuzüchtung handeln. :D Und die Paprika wird vermutlich im Text beim Sparschäler untergegangen sein.
    Sonnigwarme Grüsse aus Lampang.

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    1. tsss... zum zweiten... Also wenn ich nicht eine solch aufmerksame Leserschaft hätte - ich müßte einen Lektor beschäftigen... Schlimm :)

      ediert... nach *international-verständlichem Maßstab*
      ... liebe Grüße ins schöne Thailand...

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    2. Danke für deine lieben Grüsse!

      O.K. Jetzt sind wir doch dem internationalen Massstab "wenigstens ein Stück" näher gekommen ;)
      Diese Antwort bzw. der 2. Absatz soll/kann nachher gelöscht werden.

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  3. Danke Michaela für all deine Zeit und die inspirierenden Rezepte! Was für einen Ersatz schlägst du vor, wenn frau Feta im Kuchen weniger mag?
    Sonnige Grüsse aus der Ostschweiz, Lisa

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    1. Vielen Dank dir, Lisa, für deinen lieben Kommentar! Nun, du kannst den Feta durch alles ersetzen, was du lieber magt - halt Pizza mäßig. Suche dir einfach einen anderen Käse oder auch ein anderes Gemüse aus und belege den Kartoffelkuchen damit. Der Feta ist hier bestimmt kein zwingendes Muss für den Geschmack...
      sonnige Grüße zurück..

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  4. Liebe Micha, wunderschön formuliert, ich bin ganz ergriffen. Und will bitte auch ein Bett, das vom Himmel umwölbt wird. Hach! Das Rezept klingt auch sehr lecker, werde ich mir markieren. Herzliche Grüße in die Ferne von der, die gerade zum Bloggen sowie zum Erleben von Dingen, über die man bloggen könnte, leider null Zeit hat (am Willen liegt's wirklich nicht).

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    1. Oh, wie schön, dich Nordlicht mal wieder hier zu lesen! Was macht die *Aufzucht* :)? Geht es euch gut? Du mußt doch hoffentlich nicht so viel arbeiten, dass dir keine Zeit mehr zum Bloggen bleibt?
      ich freue mich sehr, dass du hier mal wieder kommentierst - mit vielen herzlichen Grüßen...

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    2. Oh, die Aufzucht wächst, gedeiht, ist sehr süß, sehr anstrengend, sehr schlau und sehr eigensinnig. Es ist leider genau so, wie Du sagst: Ich habe null Zeit zum Bloggen, weil ich zwei Mammut-Projekte gleichzeitig stemmen muss. War so nicht geplant, aber ist halt so gekommen und da muss ich jetzt durch. Aber sobald ich wieder Zeit habe, also 2018 (ächz!), blogge ich wieder! Bestimmt! Schön sieht das hier jetzt übrigens aus! Also noch schöner als sowieso schon, nur ans Bildchen im Tab-Reiter muss ich mich noch gewöhnen, das rosa Ding hab ich immer sofort gefunden. Liebe Grüße und bon week-end!

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  5. Liebe Micha, absolut alltagstauglich ist dieser Kartoffelkuchen im Pizzastyle! Gestern bei uns ausprobiert und für sehr lecker befunden! Durch deinen Link zum Original auch seit Langem mal wieder bei CK reingeguckt - das waren noch Zeiten, in denen es noch nicht viel anderes gab.... aber durch deine Verfeinerungen und Vegetarisierung ist das Reezept wirklich zum Nachkochen! Danke! Als du von eurer Schlafstätte schriebst, dachte ich schon, dass ihr auf Reisen seid und du von Nächten unter freiem Himmel schreibst, aber du hast sowas wohl bei dir daheim - wie schön! Und ja, über Sonne, Mond und Sterne, das Universum, das uns umgibt und irgendwie wir auch Teil davon sind, zu sinnieren, lässt uns diese unbegreifliche Größe und Weite erahnen... Erst kürzlich erinnerte ich mich an das Thema "Lichtjahre", das ein Mathelehrer irgendwann uns begreifbar machen wollte... Noch bis heute finde ich es eine unglaubliche Vorstellung, dass wir das Licht von einem (Stern) sehen, der schon längst nicht mehr da ist. Und der Mond, der ist auch so was - die Vorstellung, dass es dieser eine Mond dort oben ist, den wir hier- und dazulande sehen, zu dem wir hier und dazulande unsere Gedanken senden... Bis bald!

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