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Mittwoch, 6. Dezember 2017

WinWin: Chai-Sirup


Wenn ich bei einem Satz keinen Eimer mehr brauche, dann wenn ich höre: *Hey, das ist eine echte WinWin-Situation*. Schön wäre es, ich könnte mir infantil einen Chinesen aus der Provinz WinWin vorstellen, der von Imperiumswahnideen geplagt wird. Aber nein, WinWin steht mir in der letzten Zeit zu oft auf den Zehenspitzen, so dass ich jetzt und hier WinWin zum Unwort des Jahres küre! Ehrlich, wem das über die Lippen geht, der outet sich doch als jemanden, dem die innere Rechenmaschine *Kosten-Nutzen* stets auf Hochtouren läuft. Da klappern die Dollerzeichen vor offenen Augenlidern wie Räder in einem einarmigen Banditen.

Ha, Gefälligkeiten, Freundschaftsdienste, die pfadfinderische gute Tat pro Tag - das braucht kein Mensch mehr. Jetzt spielen wir, *das Pfand in meiner Hand*, jetzt gibt es WinWin. Und wer anders denkt, der gehört zu den Spakken der Gutmenschen. Hey, wir müssen alle von was leben - irgendetwas muß schon rumkommen bei nem waschechten Deal. Ist doch schöner für beide, dieses WinWin, oder nicht? Und jetzt tu bloß nicht so, als würdest du nicht auch zumindest ein bißchen mitrechnen. Wir reden ja nicht gleich von *berechnend*. Oder bist du am Schluß gar ein Opfer-Typ? Spender? Tja, selber schuld... Können halt nicht alle fürs Geschäft geboren sein.

Wißt ihr, wer mir zu WinWin einfällt? Hans im Glück. Kennt ihr bestimmt, das Grimmsche Märchen vom tauschenden Hans. Alles war Bombe, bis er einem begegnet ist, der ihm was von WinWin vorfaselte. Und, wie ging die Geschichte aus? Eben. Mein Fazit: Augen auf bei den angeblichen SUPER Angeboten. Die, die am Dauer-Traktieren sind, treten nie mit offenem Visier auf, verheimlichen immer etwas - dem raffinierten Vorteilsdenken zu liebe und um Abhängigkeiten zu schaffen. Da können sie T-Shirts mit dem Aufdruck *Privat bin ich ganz anders* tragen, buisness as usal betreiben sie trotzdem.

Und was hat das mit meinem Rezept zu tun? Mag die Moderne mit ihrem WinWin fuchteln wie sie will, ich nenne es eine *komplett befriedigende Gesamt-Situation*. Mein Rezept schlägt drei, wenn nicht gar vier Nägel mit einem Kopf. Zum einen kann man sich hier Gewürz-technisch voll ausleben - und wie herrlich läßt es sich im Advent mit Gewürzen rauschen. Man braucht sich nicht mit Kleckern aufzuhalten, sondern man kann richtig glotzen.  Desweiteren kennt wohl jeder, der gerne kocht, in der Schublade Gewürze, die DRINGEND aufgebraucht werden sollten: eine ausgetrocknete Vanilleschote, Kardamom-Kapseln, die weg müssen. So Zeugs eben. Nach diesen zu greifen, liegt für das Sirup mehr als nahe. Und dann finde ich Chai-Sirup einfach köstlich. Wie gut erinnere ich mich an meinen letzten Chai-Latte bei Starbucks in Guatemala-Stadt - aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt setze ich das Chai-Sirup ein für unsere tägliche, goldene Milch, ein Ritual, das mir damit wirklich versüßt ist - nur mit einem Teelöffel für zwei Gläser! Und als Geschenk würde ich mich über Chai-Sirup ebenfalls freuen - womit wir bei einem vierfachen Nikolaus rausgekommen wären!

Zutaten für ca. 350ml Sirup:

600ml Wasser
200g Vollrohrzucker
2 Zimtstangen
12 grüne Kardamom-Kapseln*
5 Nelken
2 Sternanis
1 Muskat-Blüte
5 Piment-Körner
1 Vanillstange
3 Scheiben Ingwer (ca. 20g)

Zubereitung:

Wasser und Zucker zusammen aufsetzen und den Zucker ganz auflösen lassen. Alle Gewürze dazu geben außer den Ingwer und bei sanfter Hitze 20min köcheln lassen. Dann die Ingwerscheiben zufügen und eine weitere Viertelstunde einreduzieren lassen, bis etwa 350ml übrig sind. Den Sirup so abkühlen lassen, dann durch ein Sieb abseihen und derart die Gewürze entfernen und in vorbereitete Gefäße (m: Zuckerstreuer) füllen.

*Anmerkung m: wenn ihr frische Kardamom-Kapseln verwendet reichen wohl auch 10 ;-)

Inspiration: Nicest Things bzw. Tasty Yummies
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