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Freitag, 26. März 2021

Danser encore - Spaghetti à la Sophia Loren


Die Frühlingssonne zieht nach draußen. Ich laufe nur noch mit Unkrautstecher bewaffnet durch den Garten. Eine der ersten Lektionen von Großmeister Garten ist, dass man das, was einem lieb und teuer ist, verteidigen muss - sonst wird es schnell geschluckt von dem, was man eigentlich so nicht wollte. Ohhh wie genieße ich es, meinen Geist warm besonnen zu lassen und meine Gedanken wieder mir Frische, Licht, Düfte, Gezwitscher und Leichtigkeit zu füllen.

Da muss es am Herd schnell gehen. Die Spaghetti nach Sophia Loren will ich schon seit JAHREN nachkochen - nun habe ich es endlich geschafft. Zum Reinlegen! Das bißchen Sardelle in der Sauce gibt so einen Hauch von raffiniertem Gewürzdreh, der nur schwer zu benennen ist. Und etwas junges Grün - ob Knofi-Stangen, Bärlauch oder eben Rucola - macht sich hervorragend darin. Ohne irgend ein Kraut in der Hand kann ich jetzt nicht vom Garten in die Küche zurückmaschieren. Unmöglich!

Und dann geht da eine Bewegung durch Frankreich. Ich stelle euch den Chanson ein (sogar mit deutschem Untertitel verfügbar), ein Phänomen, das wie ein Zugvogel von französischer Großstadt zu französischer Kleinstadt zieht: das Lied *Danser encore*.  Musiker und Künstler aus Paris, Marseille, la Rochelle, Gap, Cahors undund... greifen den Chanson auf und fühlen sich veranlasst nachzuziehen... *Peut être qu'un jour cette musique sonnera comme un hymne national* schreibt ein Kommentator. On verra...

 

 

Zutaten 2P:

Sardellenbutter:
40g Butter, weich
4 Sardellen-Filets
Salz, Pfeffer
 
250g Ofentomaten*
eine handvoll junger Rucola
(m: plus 1 Stange junger Knoblauch)
Salz, Pfeffer
250g Spaghetti (m: demi-complet)

Zubereitung:

Die Butter schaumig rühren. Sardellen, Salz und Pfeffer unterrühren. Die Sardellenbutter auf ein Tellerchen geben und im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Ofentomaten in einem kleinen Topf erhitzen.

Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser bissfest kochen, abgießen und wieder in den Topf zurückgeben. Die Sardellenbutter zugeben und gut verrühren, dann Rucola und die Tomatensauce zugeben und alles innig vermischen.

Anmerkung m: wer keine Ofentomaten hat ersetzt sie so: Olivenöl in einem Topf erhitzen und  einen feingewürfelten Knoblauch darin goldgelb werden lassen, dann 2 TL Tomatenmark hinzugeben, kurz mitrösten, dann 400g Tomaten zugeben. Diese sanft etwa 1 Stunde schmurgeln lassen, falls nötig etwas Wasser zugeben. Am Schluss soll eine dickliche Masse übrig sein. Salzen, pfeffern und eine Prise Zucker zufügen.

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta

 


Kommentare :

  1. Was für ein Lied! Das hebt meine Laune. Merci!

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  2. Ein Lied, das von Stadt zu Stadt wie ein Zugvogel zieht. Was für ein schöner Vergleich. Das gibt Hoffnung. Vielleicht kommt der Vogel ja auch bei uns einmal an? Ich werde das Lied auf jeden Fall für morgen auf der Demo im Herzen tragen. Und vielleicht nimmt ja der Nachbar mal sein Saxophon mit??? Werde gleich mal nachfragen ;)

    Ansonsten.....immer wieder eine Freude, deine Geschichten zu lesen, deine Fotos anzuschauen und deine Essen zu schmecken. Deinen Kokos-Limetten-Kefir-Kuchen werde ich noch demnächst bei mir vorstellen. Der war einfach zu köstlich! Und dein vorletzter Musik-Tipp hat bei mir auch voll gezündet :)

    Ganz herzliche Grüße schickt dir Hanne :)

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    1. Ach, Hanne, du Gleichgesinnte, dein Kommentar freut mich!
      Und der Zugvogel-Vergleich ist aus dem Liedtext herausgegriffen ;)

      Hab ein schönes Wochenende mit den herzlichsten Grüßen zurück...

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  3. danke für den Link zum Lied, soo schön und sehr berührend!
    lg

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    1. Und hast du, Friederike, dir auch den ein oder anderen Flashmob angeschaut - die haben mich auch sehr angefasst!

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    2. jaa, ich habe mir viele Videos und Flashmobs angesehen! Dieses Lied läuft in Dauerschleife in meinem Kopf und ich habe es im Freundeskreis bereits mehrfach verschickt.
      Bei uns wird derzeit oft (aggressiv) demonstriert, vor allem von der rechten Seite, aber die Franzosen singen und tanzen... zumindest kommt es so rüber

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    3. *sans armes, sans violence* (ohne Waffen, ohne Gewalt) schrieb eine Kommentatorin zu dem Lied, sondern singend und tanzend... Eine gute Antwort auf das, was Politik leistet, oder?! Schönes wochenende, Friederike!

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  4. Danke für den Song. Auch wenn ich nicht voll der Massnahmengegner bin, finde ich ihn total gut gemacht und ja, tanzen würde auch ich gerne wieder... Liebe Grüsse aus der CH

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    1. Ich bin auch kein Maßnahmengegner, Moni, trage keinen Aluhut und gehöre keiner Ideologie an... und würde auch sehr gerne wieder tanzen! sonnige Grüße zurück in die Schweiz

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  5. Liebe Micha
    Eigentlich wäre das Lied wunderschön...
    Ich halte mich als Erzieherin in meiner Gruppe mit meinen Kolleginnen sehr an die Maßnahmen wie Masken, Desinfektionsmittel, Abstand!
    Leider halten sich nicht alle Kolleginnen daran und somit haben wir HEUTE einen schlimmen Corona Ausbruch mit mindestens 4 von 7 Kolleginnen und da fehlt mir das Verständnis für solche Kommentare. Ich bin zum Glück noch mit leichten Symptomen betroffen, meine Kolleginnen hat es mit sehr hoch Fieber, Herz Ritmus Störungen, Ohnmacht, Kreislaufversagen, schwere grippale Verläufe schlimmer getroffen.
    Bitte deshalb mein wirklich dringender Apell
    Nehmt es Ernst, BITTE
    Noch etwas Geduld
    Ein wenig Verzicht

    BITTE
    CONNI

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    1. Wünschen wir uns nicht ALLE seit MONATEN Maßnahmen, die angemessen sind und funktionieren - anstelle von Dauerzahlenjonglage, Wirrwarr, Willkür und theatralischen Appellen?

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  6. Und ich tanze jedes Wochenende alleine mit meinem Mann und würde sooooo gerne endlich wieder Freunde treffen
    Conni

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  7. Dieses Lied und die tanzenden und fröhlichen Menschen tun meinem Herzen und meiner Seele so gut! Das glatte Gegenteil zu dem Gefühl der ständigen Bedrohung, dem allgegenwärtigen Klima von Krankheit und möglichem Tod. Es wirkt fast wie von einem anderen Planeten. Danke, Micha!
    herzlich, Lena

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    1. Die Lebenden müssen leben, sonst macht Leben keinen Sinn! Für mich, Lena, ist das Lied auch wie ein Seelenschmeichler!

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  8. Wir haben unsere gute Bekannte, unsere Physiotherpaeutin, 39, vor 2 Wochen begraben müssen, nach 3,5 Wochen Beatmung haben die Eltern entschieden, die Geräte abzustellen. Vor 10 Wochen traf es unseren Großneffen, 42, 2 kleine Kinder, sportlich und kerngesund. Ich kann es noch immer nicht fassen. Nach Tanzen ist uns im Moment eher nicht.Wer weiß schon, was besser wäre, als alles zuvor....Eine Idee, eine Lösung...Gibt es jemanden, der sich nicht nach Erlösung sehnt? Herzlich, Sunni

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    1. Jeder Einzelne, Sunni, der stirbt - ob durch Krankheit, Gewalt, im Straßenverkehr oder Selbstmord - ist einer zu viel. Da sind wir uns einig.
      Aber der Mensch ist ein soziales Wesen - er lebt nicht vom Brot allein. So kann es nicht weitergehen.

      Wo sind eigentlich die Daten, die nunmehr über ein Jahr weltweit gesammelt werden können, um die Eingriffe zu justieren und effizienter zu machen. Irgendetwas stimmt hier nicht...

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    2. Es gibt an vielen Stellen nichts zu justieren. Auch besser zu machen ist einfach an manchen Stellen, ich rede über Intensivstationen, nicht möglich. Die geben ihr letztes Hemd für jeden Patienten.Und sind am Ende ihrer Kraft mit täglich mehr Toten (fast 80 000 mit und an dieser Krankheit). Von Langzeitcovid will ich gar nicht reden. Wer das erlebt, dem vergeht jede Mutmaßung.
      Sicher hätte man da oder dort Dinge schneller, eindringlicher und greifender regeln können. Leider fehlt an vielen Stellen der Verstand, das auch nachzuvollziehen. Was nützen 70% Vernünftige, wenn 30% alles zerstören....Ein Virus fragt halt nicht nach Land, Alter, Vorlieben, Religion oder anderen Kennungen, es schlägt zu, wenn und wen es trifft. Das alles vorherzusehen, richtig und gezielt genau abgestimmt zu handeln...Wer, wer bitte...hätte das sehen und tun können, 100%ig? Wir sind durch Töchter und Schwiegersohn mit der Medizin so eng verbunden, dass wir die absolute Tragik voll kennen. Ja, auch die soziale, natürlich. Aber die ergibt sich eben aus der ersten, leider. Geduld ist uns abhanden gekommen, auch das Ertragen unschöner und leidvoller Umstände. Auch das ist die soziale Situation. Ich muss es leider so sehen, dass die wirklich ganz große Zahl der Menschen es nicht mehr aushalten kann, wenn die Umstände sich ändern und man gezwungen ist, auf Liebgewordenes zu verzichten, lange, vielleicht für immer. Nicht dass mir/uns das leicht fiele, aber vielleicht leichter, weil wir es seit nun schon 9 Jahren "üben". Liebe Grüße und ein gutes Ostern! Sunni

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  9. Habe heute gehört dass eine liebe Nachbarin an Corona verstorben ist, gar nicht schön...
    Man muss halt einfach weiter machen und versuchen ein Mensch zu bleiben 😊
    Love & Peace,
    Britta

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  10. Musik kann so viel, sie schafft so viel ...
    Danke dafür, du liebe ... <3

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  11. Ein Rezept, das mehr ist als die Summe seiner Zuataten. Das passt zu Sophia Loren und das passt zu dem urmenschlichen Bedürfnis einfach mal wieder zu tanzen. Weil es so viel mehr ist. Herzliche Frühlingsgrüße von Hannah

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