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Sonntag, 15. Februar 2015

Immer wieder anders: Maronen-Gnocchi mit Meerrettich-Wirsing und Rosenkohl

Fast kann ich es mir nicht mehr vorstellen, dass Gnocchi zu den Gerichten zählten, über die ich zu meinen Koch-Anfängen öfters gestolpert bin. Aber: das lag nicht an mir, das liegt in 99,9 Prozent aller Fälle am Rezept. Stimmt das, dann sind selbstgemachte Gnocchi kindereinfach und SO köstlich Und Äonen sowohl geschmacklich wie von der Konsistenz entfernt von gekauften.

Es war also eine Frage der Zeit, bis ich eine weitere Variante von den Laferschen Gnocchi (siehe hier und hier) ausprobieren würde, nämlich die mit Maronen. Ursprünglich kombiniert Lafer die Maronen-Gnocchi mit Chorizo und Rosenkohl. Das schmeckt bestimmt. Da ich aber dabei bin, den Speck rauszukürzen, wurde umgebastelt. Der roh gebratene Rosenkohl brachte Knack und die Meerrettich-Crème ersetzte den Wums der Chorizo.

Die Meerrettichcrème bekam ich üblicherweise von meiner Freundin Maria geschenkt. Da wir aber ja Meerrettich im Garten haben, bat ich sie um das Rezept, damit ich endlich dem eigenen Meerrettich mehr ans Schlafittchen rücken kann. Ihre überreichten Gläser hielten ewig - ihr könnt gut und gerne von 4 Monaten ausgehen, eher plus... dank der Schärfe des frischen Meerrettichs. Es gilt: je frischer der Meerrettich zubereitet ist, umso knalliger. Das Bequeme auch: Maria gibt einfach alle Zutaten in den Blender und so müssen beim Reiben des Meerrettich keine Tränchen kullern...
Zutaten 2P:

200g Kartoffeln, mehlig
125g gegarte Maronen
75ml Sahne (m: halb Milch)
1 Eigelb
75g Mehl

1/2 Wirsing, in feine Streifen
1 Schalotte, fein gewürfelt
100ml Gemüsebrühe
2 TL Meerrettich-Apfel-Creme (s.u.)
2 EL Crème Fraîche
1/4 TL Kreuzkümmel 
1 Msp Koriander

8 Rosenkohl-Röschen
Salz, Pfeffer
Butterschmalz

Zubereitung:

Für die Gnocchi die Kartoffeln schälen und in kochendem Salzwasser weich kochen. Inzwischen Maronen hacken, mit Sahne (m: halb Milch) in einen kleinen Topf geben und ca. 4-6 min. leise einkochen lassen. Maronen-Mischung in einen Mixer geben (m: Zauberstab) und fein pürieren.

Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, die Schalotte glasig dünsten, den Wirsing zugeben und geduldig bei mittlerer Hitze solange rösten, bis er leicht Farbe annimmt - dabei immer wieder wenden. Den Kreuzkümmel dazugeben, die Gemüsebrühe anschütten, den Deckel auflegen, die Hitze verringern und den Kohl in weiteren 10-15min weich dünsten. Kurz vor Ende der Garzeit die Crème fraîche sowie die Meerrettichcrème untermischen. Mit dem Meerrettich sich vorsichtig annähern, damit er den Kohl nicht zu scharf macht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Rosenkohl putzen, vierteln und bei sanfter Flamme in Butterschmalz mit genügend Zeit von beiden Schnittseiten gar und knusprig braten (frittieren ginge natürlich auch) - am Schluß salzen und pfeffern.

Die gekochten Kartoffeln abschütten und durch eine Presse drücken. Maronenpüree, Eigelb und Mehl zufügen und alles zu einem glatten Teig kneten. Diesen mit Salz, Pfeffer abschmecken.

Gnocchiteig zuerst zu ca. 2cm dicke Würste rollen, diese dann in kurze Stücke teilen und zu runden Bällchen formen.

Gnocchi in leicht köchelndem Salzwasser ca. 8 min. garen. Anschließend mit einer Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und zum Wirsing in die Pfanne geben.

Den Wirsing zusammen mit den Gnocchi und dem knusprigen Rosenkohl servieren.
Meerrettich-Apfel-Crème:

Zutaten:

1 Stange Meerrettich (ca.150g)
1 Apfel
1 Becher Schmand
(m: 125ml crème fraîche)
1Pr Salz

Zubereitung:

Meerrettich schälen und in Stücke schneiden, Apfel schälen, entkernen und ebenfalls in Stücke schneiden. Alle Zutaten in einen Blender geben und fein hexeln. In saubere, sterilisierte Gläser füllen. Im Kühlschrank aufbewahrt hält die Meerrettichcrème gut 4 Monate und länger - außerdem erhält sich die weiße Farbe (ein weiteres Pro).

Kommentare :

  1. Ohne den Wirsing wärs ein Traum-essen für mich.... mal schauen ob ich noch Meerettichwurzeln ergattern kann.

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  2. Oh, das ist ja ein Traumgericht.... alles drin, was ich sehr liebe :-) leider mag der Mann hier Meerrettich nicht sehr, aber die Creme kann ich ja auch mal ganz egoistisch nur für mich machen ;-) und mit den 2 TL davon im Rezept kann er sicher auch leben...

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  3. Das schöne Gericht passt heute so richtig zum Tessiner-Wetter, denn hier schneit es heftig.

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  4. Diese Maronen-Gnocchi gehören auch zu meinen liebsten. Die Idee, Chorizo durch Meerrettich zu ersetzen finde ich auf jeden Fall interessant, auch wenn ich es mir nicht so recht vorstellen kann. :-)

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  5. ich gestehe, dass ich gnocchi noch nie selbst gemacht habe, glaube aber ohne weiteres, dass selbstgemachte ein wesentlich größerer genuss sind. da ich wirsing und rosenkohl sehr mag, könnte ich mir dieses gericht sehr gut vorstellen.

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  6. Rosenkohl + Meerrettich + Maronen? Das klingt nach einer genialen Kombination, die ich sicherlich ausprobieren werde.Vor allem reizt mich der roh angebratene Rosenkohl, das hab ich noch nie probert. Meerrettich lagert hier immer eine Stange im Kühlschrank, der hält sich ja zum Glück so lange, Äpfel sind da, Rosenkohl und Kartoffeln auch. Muss ich Morgen nur noch Maronen kaufen. :-)

    Herzlich, Katja

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  7. Die gerösteten Rosenkohlbäckchen gefallen mir heute besonders !

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  8. Das sieht ja ausgesprochen fein aus. Gnocchis gehen bei uns ja immer, heute gab es "ganz normale" Kartoffelgnocchis. Aber deine neue Variante wird bestimmt bald getestet!

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  9. nachdem die letzten nach Deinem Rezept ein voller Erfolg waren, wer weiß, vielleicht kommen diese ja auch mal dran… natürlich nicht für alle mit soviel Grün drumrum ;-)
    liebe Grüße, ich hoffe, Ihr seid nicht im Schnee versunken…

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  10. Ach meno, ich wollte eigentlich eine Maronensuppe diese Woche machen, aber jetzt müssen es wohl die Gnocchi werden...

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  11. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass ich auch schon einmal Kastanien-Gnocchi gemacht hab, allerdings mit Kastanienmehl und nicht mit frischen. Klingt auf jeden Fall sehr spannend, dein Rezept, obwohl ich ja mit dem Rosenkohl nicht so besonders eng befreundet bin ;-)

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  12. @Christine: Ja? Wirsing magste nich? Nun, du wirst es bestimmt für deinen Geschmack umgebastelt bekommen ;)

    @Britta: Wobei man sich bei 2 TL annähern muß - meiner hatte wirklich ordentlich Schlagkraft. Nicht, dass es ZU dolle wird...

    @Sabine: Ich habe die Fotos bei dir gesehen - man glaubt es nicht. Auf blühende Camelien...

    @Eva: Fleisch kann man auch durch nichts ersetzen - Gemüse erfüllt dann eher eine Stellvertreter-Position. Am Ende des Tages muß man auf Fleisch verzichten (eben weil man es nicht einfach austauschen kann), wenn man sich denn dazu entschieden hat...

    @Mano: Oh, noch nie Gnocchi gemacht. Dann wünsche ich mir sehr, dass ich dich dazu bringen kann. Ich liebe selbstgemachte Gnocchi!

    @Katja: Man kann den Rosenkohl natürlich auch frittieren - so gebraten ist die fettreduziertere Variante (und auch, weil ich einfach nicht gerne frittiere, auch wenn ich selbst nicht genau weiß, warum). Und ja, Meerrettich hält sich wirklich prima. Eben auch in Form von dieser Paste, die man nun ja auch nicht täglich braucht.

    @Robert: Und du bist auch so gar nicht schnäkig - das gefällt mir. Oder habe ich verpaßt, dass es etwas (vielleicht eine Gemüsesorte) gibt, die du so gar nicht magst?

    @Stefanie: Dafür mache ich in Bälde, gerade inspiriert von dir, mal wieder Kartoffelgnocchi :)

    @Svea: Aber Maronen mag der ganze Clan, oder?

    @Sandra: Schlimm, diese Foodblogleserei. Das kann einen wirklich aus dem Konzept werfen. Ich habe übrigens auch von dir abgeguckt.... in Kürze wirds gezeigt ;)

    @Maria: Mit Kastanienmehl habe ich mal Schupfnudeln gemacht. Die wurden furchtbar trocken und spröde - nicht empfehlenswert. Beim nächsten Mal werde ich auch dafür frische/ vakuumierte verwenden. Und echt: kein Rosenkohl. Rosenkohl zählt sogar zu meinem Lieblingskohlsorten! Für diese Gemüseliebe mußt du dein Mädchen dann mal zu mir in Urlaub schicken ;)

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  13. Bevor es nun bald keinen mehr gibt, habe ich mir heute schnell noch eine Stange Meerrettich gekauft. Weil ich doch schon im letzten Jahr deine Creme ausprobieren wollte.
    Beim Zerkleinern hatte ich so meine Schwierigkeiten. Für den Mixer war das Zeugs wohl zu trocken, das Untere wurde klein, aber es vermischte sich nicht mit dem anderen. Die Moulinette bekam es nicht fein genug. Zum Schluss hab ich beides kombiniert und es hat doch hingehauen. Wie hast du das denn angestellt, deine Creme so schön fein zu bekommen?
    Richtig lecker ist sie dann doch geworden, genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte. Das war das Rumgemuse so wert!
    Liebe Grüße
    Ulrike

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    1. Danke für Dein Feedback! Hmmm, dadurch, dass ich meinen Meerrettich direkt aus dem Garten ernte, vermute ich, dass es eine Frage der Frische, bzw. Feuchtigkeit ist. Meerrettich trocknet schnell aus - und dann wird er faserig. Ich bekomme von meinem Meerrettich immer nur das obere Drittel rausgestochen (die Stange bricht mir dabei immer ab). Und für meinen kleinen Hexler habe ich den Meerrettich vorzerkleinert. Mehr wars wirklich nicht. Daher bin ich etwas verwundert...
      Nun hast Dus erst einmal hinter dir und wirst deine Freude an der lang haltenden Crème haben - da bin ich gewiß! liebe Grüße zurück...

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