Tartelettes - Boden

Sonntag, 19. Juni 2011

Le top du top der französischen Pâtisserie sind für mich Tartelettes. Andere kommen jetzt vielleicht mit Macarons oder Eclairs daher. Für mich sind es die kleinen fruchtigen Tartelettes. Sie entprechen meinem Bild vom ländlichen Frankreich, sie sind *rustikal-romantisch*. Und so ist der, für den ich sie backe auch. Ne runde Sache also!
Von meiner Pariser Nachbarin habe ich die Machart beigebracht bekommen. Gute, alte, echte Handarbeit. Möglicherweise können das so Aparillos wie der Thermomix oder was es da so alles gibt genauso. Ich beschreibe, wie mir es als überlieferte Vorgehensweise gezeigt wurde, vielleicht könnte ihr es dann so an Eure Machine weitergeben

Im Prinzip sind Tartelette-Böden nichts anderes als Tarte-Böden, deren Buttergehalt leicht erhöht ist. Der Phantasie für das Parfümieren, wie der Franzose sagt, sind keine Grenzen gesetzt - noch weniger für das Belegen desselben. Hier aber nun mal das Standartrezept für meine pâte sablée, meinen gezuckerten Mürbteig. Für Tartes ist das Verhältnis Mehl: Butter wie gesagt etwas geringer, nämlich 2:1 - auf 220g Mehl nehme ich 110g Butter. Gute Tarteböden müssen für mich wie Kekse schmecken und diese hier - so schlicht sie sind - kann man auch blanko knabbern.
für 4 Tartelettes
100g Mehl (2 EL davon ersetzte ich gerne mit gemahlenen geschälten Mandeln)
60g Butter
30g Zucker
1 Prise Salz
Abrieb einer halben Orange
etwas Wasser (2-3 EL)

Zubereitung
Mehl in eine Schüssel geben, Zucker, Salz und Orangenabrieb ebenso. Nun die Kühlschrankkalte Butter in kleine Stücke dazuschneiden. Die Butterstückchen mit den Fingern im Mehl zerkleinern, indem man sie zwischen den Fingern zerreibend mit dem Mehl vemengt. Dabei dürfen ruhig etwas größere Butter-Blättchen übrigbleiben. Sie sorgen später für einen blätterteig-ähnlichen Effekt. Dann soviel Wasser dazugeben, dass man den Teig schnell zu einer homogenen Masse verkneten kann. In Frischhaltefolie packen und mindestens für 1 Stunde, besser über Nacht in den Kühlschrank legen.

Am nächsten Tag (oder nach einer Stunde) Backofen vorheizen auf 190° (Heißluft), Teig ausrollen, auf 4 gebutterte Förmchen (meine sind von Tefal und da fluppen sie nach dem Backen auch so - ohne jede Vorbehandlung - raus) verteilen und für 10 min blind backen. danach Papier und Hülsenfrüche entfernen und weitere 10 min backen. Evt. länger im Ofen lassen - die Länge der Backzeit hängt zusammen wie man sie später füllen möchte. Mit 20 Minuten bleiben es aber Allrounder!
 
Zum Füllen das nächste Mal... ;o). Generell eignet sich jedes Tarte-Rezept für die kleinen Tartelettes.

Ach, und das Beste hätte ich fast vergessen: Man kann die Tartelette-Böden super vorbereiten - in einer Keksdose halten sie sich locker 2 Wochen, eher länger. So kann man in nullkommanix bei Überraschungsbesuch eine Kleinigkeit zum Café zaubern.

4 Kommentare

  1. MON DIEU! Habe gerade eine Ladung Tartelettes-Zimt-Böden aus dem Ofen gezogen. Ich habe gleich eines probiert und finde es phänomenal lecker! Muss mich zügeln, damit ich nicht alle vor der eigentlichen Fertigstellung aufesse. :)

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  2. mmmh der Boden war lecker. Ich habe die Mengen einfach verdoppelt, da ich 6 Förmchen habe. Danke LG Andrea

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    1. Da ich meine Böden meist sehr dünn ausrolle, kann ich mir gut vorstellen, dass das doppele Rezept gut für 6 Tartelettes reicht.

      Habe ich im Rezept erwähnt, dass zum Parfümieren anstelle der Orange viel weitere Möglichkeiten bestehen - je nach Obst mit das gefüllt wird?

      frisch geriebener Zimt
      Tonkabohnenabrieb
      etwas Mohn
      Zitronenschale

      Und mit Schokolade lassen sich die Böden nach dem Backen auch noch prima auspinseln...

      ich schaue mal im Rezept, ob ich möglicherweise ediere - vielleicht reichts auch hier im Kommentar!

      Freut mich zu lesen, dass sie dir gefallen haben, Andrea!

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  3. Ich finde es schwierig,den Teig so in die Förmchen zu bekommen, dass er so schön wie auf den Bildern oben herauskommt.Gibt es da einen Trick?

    Vielen dank für den tollen Blog! Anja U.

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