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Sonntag, 21. April 2013

Irgendwie 80er: gepimpter Evergreen Rotweinkuchen

Liegts daran, dass mein Gedächtnis nicht weiter zurückreicht, aber Rotweinkuchen finde ich wirklich oldschool. Für mich gehört Rotweinkuchen zu den 80iger Evergreens, mit denen ich quasi groß geworden bin.

Rotweinkuchen konnte einfach jeder backen. Kein Musikfest, kein Sprotfest, kein Straßenfest, bref jedweges Dorffest, das mit einer selbstgebackenen Kuchentheke aufwartete, hatte mehrere Rotweinkuchen im Repertoire. Und der ging auch gut weg. Beliebt bei alt und jung, ein wohlbekannter Everybodys Darling. Denn schließlich kann ein Rotweinkuchen nicht staubtrocken werden - dafür sorgt schon der Rotwein.
Die Mutter meiner Schulfreundin war das Gegenteil einer vorbildlichen Hausfrau. Ihre Einstellung zur gepflegten Haushaltsführung amüsiert mich bis heute: *Nichts ist so emsig wie Staub*. Dementsprechend sah es in dem Haus der Familie mit 3 Kindern aus wie bei Hempels, nur über dem Sofa (Vater übrigens Doktor der Physik)

Dafür war sie eine der Mütter, eine fröhliche, die als Hausfrau zuhause war, mit tatsächlich Zeit, viel Zeit für ihre Kinder. Oft wenn ich nach der Schule mit zu meiner Freundin bin, gabs einfach nur ne Stulle. Dafür haben wir anschließend hitzige Canasta-Partien oft noch mit den Großeltern, die unter dem Dach gewohnt haben, hingelegt. Toll! Meine Beobachtung hat sich bis heute bestätigt: in Familien, die denen viel miteinander gespielt wird, herrscht eine prima Stimmung. Ich war sehr gerne dort.

Nun, wo ich eigentlich hinauswollte: selbst diese leidenschaftslose Köchin hat einen supersaftigen Rotweinkuchen backen können. Ein Rotweinkuchen ist irgendwie unkaputtbar; verwoben mit zig Erinnerungen. Dieser hier - inspiriert von der Effilée - hat mir gut gefallen, weil es den Rotweinkuchen ein wenig pimpt. Und logo, auch so super saftig. Für uns halbiert in der kleinen Napfform gebacken.
Zutaten große Gugelhupfform:

250g wei­che Butter
180g Rohrzucker
(80g davon Rohrzucker mit Vanille angesetzt
 ersatztweise plus 1 Päck­chen Vanillezucker)
4 Eier (M)
150g Mehl
90g gemahlene Haselnüsse
1 EL Orangenschalen-Abrieb
1-2 EL Kakao
1 Päck­chen Backpulver
1 TL Zimt
1 Msp gemahlene Nelke
Salz
150ml Rotwein
1 EL Kirsch
50g getrock­nete Cranberrys*
120g gehackte dunkle Schokolade
etwas But­ter und Mehl für die Form

Couverture
gehackte Haselnüsse
kleingeschnittene Cranberries
Zubereitung:

Die wei­che But­ter mit Zucker und Vanil­le­zu­cker in einer Schüs­sel mit dem Hand­rühr­ge­rät 5 Minu­ten cre­mig rüh­ren. Die Eier ein­zeln unter­rüh­ren und die Masse cre­mig schlagen.

Mehl in eine zweite Schüs­sel sie­ben und mit dem Kakao, Back­pul­ver, Zimt, Haselnüssen und einer Prise Salz mischen. Zur Creme geben und mit dem Hand­rühr­ge­rät zu einem glat­ten Kuchenteig ver­rüh­ren. 125 ml Rot­wein und 1 EL Kirsch unterrühren.

Cran­ber­rys grob hacken, Orange heiß waschen, trocknen und fein rei­ben. Die Cran­ber­rys mit dem Orangenabrieb und der gehackten Schokolade unter den Teig heben. Eine große Gugel­hupf­form (wahl­weise eine Spring­form Ø 26 cm oder Kas­ten­form) mit etwas But­ter aus­strei­chen, leicht meh­len und den Teig hineingeben.

Den Kuchen im hei­ßen Ofen bei 175 Grad (Umluft: 150 Grad) auf der ­zwei­ten Schiene von unten 45–50 Minu­ten backen. Auf einem Git­ter in der Form aus­küh­len lassen.

Couvertur schmelzen, den Kuchen damit bestreichen und die noch feuchte Schokolade mit den gehackten Cranberrys und den Haselnüssen verzieren.

*Edit 2015: mehr Rotwein und mehr Schoko verwendet = besser. Zutatenliste dementsprechend ediert. Cranberrys rausgekürzt = optional
Inspiration: la vie und Effilée
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