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Mittwoch, 6. November 2013

Hochgeachtetes 0-8/15 oder eine Pasta mit Tomaten-Oregano-Crème und Ofenzucchini

Achtung, heute wirds gesellschaftskritisch. Wem das auf den Appetit schlägt, der sollte lieber direkt runter zum Rezept scrollen.

Manchmal kann ich nämlich schwer über unsere Kultur schimpfen. So aus dem Hinterwäldler-Blickwinkel wirkt es schwer danach, dass es die Menschen nie raffen werden. Handeln die ganzen griechischen Sagen von nichts anderem als dem Hochmut und der Eitelkeit des Menschen, bleibt es immer der gleiche Affenzirkus um den Tant dieser Welt. Schöner, größer, reicher, toller, mehr - eine Endlos-Piourette.

Etwas innere Größe braucht es wohl, sich als normale Null zu akzeptieren. Dahin kommt niemand, der an der offenen Wunde der Komplexe leckt. Und sicher auch niemand, der dem hohlen Glitter irgendwelcher Irrlichter verfallen ist. Sämtliche berauschende und betäubende Mittel sind zusätzlich nicht gerade hilfreich. Aber nüchtern betrachtet bleibt eine Maus nunmal eine Maus. Vorallem wenn man sie ins rechte Verhältnis setzt. Und schaue ich in die Weiten des Himmel (und ich sehe aus dem Fenster blickend unverhältnismäßig viel Himmel) sind wir schnell bei Einsteins Relativität.

Goethe nennt es vornehm: *Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist:* Pfff, allein optisch schon, könnte ich manchmal quietschend aufschreien, wieviel Doppelgänger es gibt. Was bestücken der Habib und ich auf unseren Reisen irgendwelche Fremde mit Spitznamen guter Bekannter von uns. Das viel beworbene Individuum.

Ich habe nichts, rein gar nichts gegen individuelle Menschen. Viel mehr noch aber würde ich schätzen, wenn die Menschen von ihrer hohen Meinung über sich selbst runterkämen. Nicht nur dass es den allgemeinen Umgang untereinander erleichtern würde (Stichwort Selbstironie) es würde unglaublich viele Menschen friedlicher und entspannter stimmen. Mit seligem Lächeln kann ich sagen: ich bin 0-8/15, eine Pfeife, eine von vielen, so richtig hundsgewöhnlich. Dank dieser Erkenntnis lebe ich mit einer Ungestressheit, die ich mir mit meinen Zigeunerstimmungen nie hätte träumen lassen. 

Und die ich vielen Menschen wünschen würde.

Genauso gewöhnliche Gartenküche ist heute meine Pasta. Was sie nicht davon abhält, köstlich zu schmecken. Man könnte es auch ein richtig selbstzufriedenes Pasta-Gratin nennen. Übrigens mein letztes Zucchini-Gericht für dieses Jahr.
Zutaten 2P:

2 Zucchini, größer (m: gelb, grün)
200g Pasta (m: Spirelli)
250ml ofengeröstete Tomaten
2 Knoblauchzehen
4 Zweige frischer Oregano
5 Zweige Thymian
2 TL getrockneter Oregano
Harissa
Salz, Pfeffer
1 Pr. Zucker
2 Kugeln Mozzarella 

Zubereitung:
Die Zucchini in feine Scheiben hobeln. Den Backofen auf 230° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Zucchinischeiben dachziegelartig auf das Blech setzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Salzen und pfeffern und auf der obersten Schiene für ca. 15 Minuten backen.

Währenddessen die Pasta in reichlich Salzwasser bißfest garen.

Den Knoblauch fein hacken, ebenso den frischen Oregano. Beides in etwas Olivenöl kurz anrösten, dann die Ofentomaten dazugeben. Mit Harissa, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

Eine Gratinform buttern.

Die gegarten Zucchini-Scheiben mit der Tomatencrème mischen und die Pasta gut feucht ebenfalls unter die Sauce heben.

Alles in die Gratinform füllen, den in Scheiben geschnittenen Mozzarella darauf schichten und den getrockneten Oregano darüber streuen.

Den Ofen auf 200° runterdrehen und das Gratin solange in den Ofen stellen, bis der Mozarella schön geschmolzen ist und etwas Farbe angenommen hat.
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