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Mittwoch, 16. Juli 2014

Dialektfrei - Pastasalat mit gebratener Zucchini

Lokalcolorit mag ich immer. Spürbar in der Speisekarte mit Produkten aus der Region oder in Form von Mundart, sprich Dialekt. Auch nach Jahren Südfrankreich schließt jeder nach den ersten Sätzen, die man mit mir gewechselt hat, aus, dass ich aus dem hohen Norden stamme. Was natürlich auch damit zusammenhängt, dass der Habib lange im gleichen Raum Süddeutschlands gelebt hat wie ich. Das steckt wohl an. Und wie gesagt: ich höre Dialekt gerne. UND: ich habe nie versucht, meine Herkunft im Zungenschlag zu verleugnen.

Womit wir bei meinem bevorzugten Ausnahme-Beispiel wären: Jogi Löw. (Nun, nachdem er Deutschland zur triumphalen Weltmeisterei geführt hat, darf ich das ja sagen - genügend Fürsprecher für den Nationaltrainer finden sich gewiss und leichterdings im Gegenzug.) Es gibt wirklich wenig Menschen, bei denen Dialekt derart schockfrostet wie bei Monsieur Löw. Nochmals um einige Härtegrade verschlimmert es sich, wenn er versucht, hochdeutsch zu reden. Schlimm bis grausam. In diesem Fall wäre ein Sprechdouble eine überlegenswerte Alternative. Und der Jogi könnte einfach nur die Lippen bewegen.

Bon, womöglich spielt in diesen ganzen Sachverhalt der Fußball als solches für mich mit hinein. Solange auf diesem Planeten Fußball übertragen wird, werde ich kein Narkotikum benötigen. 5 min Fußball im Fernsehen und kein Baby könnte sanfter schlafen wie ich. Tja, man kann sich nicht für alles interessieren, n'est-ce pas? Und Sport wird mir zudem zu sehr überbewertet. Momentan und überhaupt.

Also ab in den Garten mit mir Banause. Ballern die Zucchinipflanzen wieder los, dann befinden wir uns im Hochsommer. Der Frühling verabschiedet sich, hat sich längst verabschiedet in Form der fêves - mein letztes Rezept mit diesen für dieses Jahr und mein erstes mit Zucchini. Ein Ottolenghi-Rezept. Seinen Öleinsatz habe ich drastisch reduziert. Et voilà, so kann man diesen Salat, den wir lauwarm gegessen haben, sehr gut lassen.
Zutaten 4P: *

3 mittelgroße Zucchini, in 5mm dicke Scheiben geschnitten
150ml Sonnenblumenöl (m: VIEL weniger)
1,5 EL Rotweinessig
100 g Edamame (Sojabohnen/ m: fêves)
50 g Basilikumblätter, in feine Streifen geschnitten
15 g Petersilienblätter, grob gehackt
75 g Olivenöl (m: deutlich weniger)
Salz und schwarzer Pfeffer
250 g kurze Pasta, nach Packungsanleitung gegart (m: Strozzapreti)
Abrieb 1 Zitrone
1,5 EL kleine Kapern
200 g Büffelmozzarella, in kleine Stücke gezupft oder geschnitten

Zubereitung:

Das Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zucchinischeiben portionsweise nicht zu eng nebeneinander 3min darin anbraten - währenddessen einmal wenden - , bis sie auf beiden Seiten goldbraun sind. Sobald sie fertig angebraten sind, zum Abtropfen in ein Sieb geben. Anschließend in eine Schüssel umlagern, mit dem Rotweinessig beträufeln und beiseite stellen.

Die Sojabohnen 3min in kochendem Wasser blanchieren, in ein Sieb abgießen, unter fließendem Wasser abschrecken und zum Abtropfen beiseite stellen (m: dicke Bohnen stattdessen verwendet. Diese aus den Schoten gelöst, 2min in kochendem Wasser blanchiert und dann mit Hilfe eines Messers aus ihren Hülsen befreit).

Die Hälfte des Basilikums, die gesamte Petersilie und das Olivenöl mit etwas Salz und Pfeffer in einem Mixer oder in der Küchenmaschine fein pürieren.

Die Pasta in kochendem Salzwasser al dente garen, in ein Sieb abgießen, unter fließendem kaltem Wasser abspülen (m: nicht gemacht) und abtropfen lassen. Dann zurück n den Topf geben.

Die Zucchini samt Marinierflüssigkeit zur Pasta geben. Die Sojabohnen (m: dicke Bohnen), die Basilikumsauce, die Zitronenschale, die Kapern und den Mozzarella hinzufügen. Alles behutsam vermischen, dann probieren und mit reichlich Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren das restliche Basilikum unter den Salat mischen.

*Anmerkung m: Bei diesem Rezept nicht nach Gramm gearbeitet, sondern mich ungefähr an die Vorgaben gehalten.
 Quelle: Yotam Ottolenghi *Genussvoll Vegetarisch*
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