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Freitag, 29. Mai 2015

Konsequenterweise: Cremiger Limetten-Lauch mit Soba-Nudeln

Welche Provokation sich hinter dem Vorschlag, sich ein Mal die Woche vegetarisch zu ernähren, verstecken soll, blieb mir bis heute verborgen. Oder gar sich darin in seinen ureigenen, freiheitlichen Grundrechten bedroht zu fühlen... da staune ich. Ad hoc würden mir mindstens 10 heißere Themen einfallen, die MEINE Persönlichkeitsrechte gefährden... mais bon. Am Schluß gibt es wirklich Gegner des guten Geschmacks.

Dass eben für diese Art der Ernährung grundeigentlich der gesunde Menschenverstand spricht, hat Maria anschaulich vorgeführt - ich glaube, dass den meisten, die sich mit Essen etwas tiefer auseinandersetzen, vieles davon bereits bewußt ist. (Und ich rede jetzt nur mal von der Idee, ein oder zwei Tage die Woche sein Essen in diese Richtung zu verändern). Nun, ich behaupte gerne, dass wir Menschen intuitiv oft einen erstaunlich guten Riecher haben. Trotzdem ists dann immernoch ein großer Schritt, solche Ahnungen in das Bewußtsein zu ziehen. Aber um einen regelrechten Siebenmeilensprung handelt es sich, wenn es darum geht, die neu gewonnene Klarheit in die Konsequenz, sprich das Tun zu bringen. Ohhhh, da werden wir Menschen schreckhaft...

Wie gut, dass ihr mich habt, denn ich habe eine wunderbare, neue Inspirationsquelle für euch - und natürlich auch für mich. Denn nichts ist besseres Aushängeschild und lieblichere Werbung für die vegetarische, beziehungsweise vegane Küche wie Rezepte, die einfach köstlich schmecken. Womit wir bei Bettina Matthaei gelandet sind (bei mir mit eigener Ruprik), die ein neues Buch rausbrachte: Gemüse kann auch anders

Melissa hat das Buch letzten Monat ausführlich beschrieben und zeigt sich SEHR begeistert. Wie ich. Halt ein typisches Bettina Matthaei-Buch mit kreativen, neuartigen, köstlichen, ausgeklügelten Ideen. Wunderschön fotographiert: natürlich, appetitlich, jede Zutat erkennbar. Jawohl, ich bin Groupie! Über ihr *Mezze* lasse ich ebensowenig kommen wir über *Vegetarisch vom Feinsten*(einem meiner absoluten Lieblingskochbücher). In gleiche Tradition stellt sich Kathi, die auch schon daraus vorkochte. Nach 15 Minuten stand diese Pasta auf dem Tisch: heute also waschechtes Fast-Food - in köstlich, cremig, würzig... vegan! Für den Tierfreitag. Und meine Konsequenz.
Zutaten 4P*:

250g Lauch (nur die weißen Teile)*
2 Bio-Limetten
4 EL geschälter Sesam
1 EL Kreuzkümmel
1/2 Bund Koriander*
200g Seidentofu
2 EL Sesampaste
2 EL Mandelmus
3 EL Birnen-Fruchtessig 
(ersatzweise Apfelessig)
3 EL Teriyaki-Sauce
1-2 EL Ahornsirup
Salz
gemahlener Szechuanpfeffer
300g Soba-Nudeln
Chiliflocken
weißer Pfeffer

Zubereitung:

Den Lauch ordentlich putzen (Obacht: gerne sandig), längs halbieren und in sehr dünne Streifen schneiden (wirklich dünn - sonst stimmt die Garzeit nicht mehr). Eine Limette heiß waschen und die Zesten abreiben. Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett solange rösten, bis er duftet und Farbe annimmt, abkühlen lassen, mit dem Schwarzkümmel mischen und zur Seite stellen. Vom Koriander die Blättchen abzupfen (m: mit Pimpinelle ersetzt).

Seidentofu, Sesampaste und Mandelmus mit dem Schneebesen glatt rühren. Dann Essig, Teriyaki-Sauce und Ahornsirup unterrühren. Die Creme mit Salz und pfeffer würzen.

Die Nudeln in leicht gesalzenem Wasser 4min (oder nach Packungsangabe kochen), dann den Lauch hinzugeben, unterrühren und weitere 2-3min kochen.

Nudeln und Lauch abgießen, abtropfen lassen und mit der Tofucreme in einer vorgewärmten Schüssel vermengen. Mit dem Limettensaft abschmecken. Nach Belieben mit Chiliflocken und pfeffer scharf würzen.

Die Hälfte der Sesammischung unter die Nudeln heben, den Rest mit Korianderblättchen und Limettenzesten darüber streuen.

*Anmerkung m: In Kürze fängt der Lauch an zu schießen - daher schnell nachmachen. Die Portion ist für 4 Personen nicht üppig, aber ausreichend. Den Lauch habe ich deutlich erhöht (für uns zu zweit 200-250g). Bei frischem Koriander zaudere ich immer - nicht mein Lieblingskraut. Auch als Gartenpflanze: er fängt unglaublich schnell an, Samen auszubilden - anstelle von Blättchen...
Quelle: Bettina Matthaei - Gemüse kann auch anders. Mit Dank an den GU-Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte
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