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Freitag, 25. September 2015

offene Fragen: Thymian-Shortbread mit Mandeln

Im bilderbuchigen Altweibersommer macht sich der Herbst mit den ersten bunten Blättern bemerkbar. Gesammelte Pilze nach einer Waldstreunerei warten auf ihre Zubereitung, Laster kreuzen unsere Wege täglich beladen mit den großen, quadratischen Kisten voller Trauben von der Weinlese. Mittags im T-Shirt, abends mit Socken - kein Zweifel: wir befinden uns im Überang zu einer anderen Jahreszeit.

Ich fange an, den Sommer rückblickend zu beschauen. Wir hatten dieses Jahr wirklich eine schöne Saison mit sehr vielen besonders freundlichen Gästen (wer sich angesprochen fühlt: ja, genau euch meine ich  ;). Viele Begegnungen, viele Gespräche, viele Momente, die bleiben. Ein schöner Sommer. Und viel Gelegenheit für mich, Kleinigkeiten zu reichen, die beim Reden nicht stören.

"Shortbread ist ein krümeliges, buttriges Gebäck, das einen vielleicht für den Moment vergessen lässt, dass man auf die entscheidenden Fragen im Leben keine Antwort bekommt", sagt Elisabeth Raether. Dieses Zitat übernehme ich von Dagmar ebenso wie die gute Idee zum Nachbacken der kleinen, salzigen Sablées zum Apéro. Wobei ich es sehr wichtig, ja regelrecht essentiell finde, mit Fragen zu leben, Fragen zu stellen und Fragen für sich zu formulieren. Das ist Teil der Suche und meist ist die richtige Frage schon die halbe Antwort. Natürlich bleibt ein ungelöster Rest. Und zu dem meint der wunderbare Rilke:

... und ich möchte Sie, so gut ich es kann,
bitten Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in
Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst
liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie 
Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben
sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten,
die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie 
nicht leben könnten. Und es handelt sich darum,
alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht
leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken,
eines fernen Tages in die Antwort hinein.

Zutaten:

60 g Mandeln
100 g kalte Butter
40 g Parmesan
1 EL Thymian
125 g Mehl (m: Dinkel 630)
1 Prise Salz
1 TL Honig
fleur de sel (oder grobes Meersalz)

Zubereitung:
 
Die Mandeln in einer Pfanne leicht rösten und grob hacken. Mehl, Parmesan, Thymian, kalte Butter in kleinen Stücken, Salz und Honig und die abgekühlten Mandeln miteinander möglichst rasch zu einem Teig verarbeiten, dabei nur so lange kneten wie notwendig. (m: den Teig eine 1/2 Stunde in Folie eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen).

Den Teig auf einem bemehlten Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen, mit etwas Meersalz bestreuen und in Rauten schneiden. Die Rauten etwas auseinander ziehen, damit sie nicht aneinander kleben. Wer mag, der sucht sich eine filigranere Form... das Backpapier auf ein Backblech ziehen und ca. 20 min bei 150° Umluft backen bis die Rauten schön gebräunt und knusprig sind.
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