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Freitag, 25. März 2016

Intimität und Wahrheit



... oder dieses  Bild von dem fabulösen © Eric Valli


*Die Seele ist eine schreckliche Wirklichkeit. Man kann sie kaufen und verkaufen und eintauschen. Man kann sie vergiften oder vervollkommnen. In jedem von uns ist eine Seele. Ich weiß es.* Das Buch *Das Bildnis des Dorian Gray* von Oscar Wilde ist eine DER Buchbegegnungen (Zufall des Büchertauschens auf Madagaskar sei Dank) und sofort in den Kanon meiner lebensbegleitenden Bücher geschossen (Magnetismus?). Vielleicht ist es dieses Buch, das mich bewegt, heute etwas zu Ostern zu schreiben.

Für mich ist jede wirkliche und tiefe Beziehung etwas sehr intimes. Und etwas sehr individuelles. *Die Beziehung zum Du ist unmittelbar* (Martin Buber). Das gilt für mich ebenso für meine Spiritualität. Das geht nur mich und Gott etwas an. Und spielt sich auch nur zwischen uns beiden ab. Ich bin eine konfessionslose Christin, die aus der Kirche ausgetreten ist. Eine Institution kann mir in meiner Wesensbildung nicht weiterhelfen. Das ist schon meine eigene Aufgabe - quasi gänzlich unübertragbar. Jede Seele ist in allererster Linie für sich selbst verantwortlich.

Und wer von einer Seele ausgeht, der muß ebenso von Geist/  Himmeln/ einem Drüben ausgehen. Wieso für mich Reinkarnation, bzw. die Möglichkeit der Auferstehung eine Tatsache darstellt. Ohne Reinkarnation würde die Seele keinen Sinn machen, keine Heimat haben. (wieso diese ja wesentliche Stütze sämtlicher Religionen ist - bis 500 n.Chr. auch im Christentums). *Pfff*, schnauben die Atheisten an dieser Stelle gerne *mir ist noch keiner begegnet, der mir beweisen kann, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.* Tja, mir schon. Das klingt genauso ungeheuerlich wie es ist. Zart habe ich es hier bereits erwähnt. Bestimmt kein Grund für den Habib auf die Leiter zu stehen und anderen zu erklären, dass im Keller Licht brennt. Im Gegenteil.

Missionieren funktioniert nicht. So wie Erfahrungen nicht übertragbar sind, so ist die Wahrheit nur erfahrbar. Beides läßt sich nicht erklären, beides läßt sich nur erleben. Und das ist gut so. An diesen Kern, an diesen heiligen Kern, kommt weder Fanatismus noch der Druck der Masse. Nur das einzelne Individuum:

*Das Ziel des Lebens ist Selbstentfaltung. Das eigene Wesen vollkommen zu verwirklichen - dazu ist jeder von uns hier. Die Menschen haben heutzutage Angst vor sich selbst. Sie haben die höchste aller Pflichten vergessen, die Pflicht, die man sich selbst schuldet. Natürlich sind sie wohltätig. Sie nähren die Hungernden und kleiden den Bettler. Aber ihre eigenen Seelen hungern und sind nackt. Der Mut ist unserem Geschlecht abhanden gekommen. Vielleicht haben wir nie wirklich welchen besessen. Die Furcht vor der Gesellschaft, das ist die Grundlage der Moral, die Furcht vor Gott, das ist das Geheimnis der Religion - dies sind die beiden Dinge, die uns beherrschen.*

Mir ist, als wäre vor Madagaskar zwischen mir und der Welt der Vorhang meines Wunschdenkens gehangen. Ich hätte die Welt sehr gerne kitschiger gesehen als sie ist. Mich eingeschlossen. Dieser Vorhang ist nun gefallen. 

*Nichts kann die Seele heilen als die Sinne, genauso wie nichts die Sinne heilen kann als die Seele*. Woran beides krankt, kann - so sie/er denn will - nur jeder für sich selbst heraus finden. Wegweiser bleibt das eigene Gewissen *Es ist das Göttlichste in uns*.  

In diesem Sinne wünsche ich euch Frohe Ostern!

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