SOCIAL MEDIA

Sonntag, 24. April 2016

Das Billy-Regal unter den Haferflocken-Keksen

Im Mittelalter begann die Verschriftlichung (Stichwort Buchdruck und Gutenberg, n'est-ce pas). Die Kunst der Handschrift lag bis dahin in der Hand des Klerus. Dementsprechend mußte alles Wissen mündlich weitergegeben werden. Zur kommunalen Grenzsteinlegung etwa wurden die kleinen Buben der Umgebung mit dazugeholt und denen bei der Gelegenheit eine tüchtige Backpfeife verpaßt. SO sollte den künftigen Generationen die Stelle der Grenzmarkierung gut im Gedächtnis bleiben.

Meine tüchtige Watschen kam derart daher, als dass mir meine Weißheitszähne alle auf einen Schlag gezogen wurden (fiese Sache). Und eben als Trost für meine dicken Backen wurden mir von einem Freund meine allerersten Haferflocken-Kekse von Ikea mitgebracht (von denen die ich freilich vorerst einige Tage lediglich die Verpackung bewundern konnte). Und genau aus dieser Verwobenheit kann ich mich an das erste kulinarische Zusammentreffen so scharf erinnern. Und was staunte ich, dass AUSGERECHNET ein Möbelhaus so gute Kekse verkaufen sollte: knusprig-rösch, karamellig-zart. 

Et voilà: genauso werden sie gebacken. Schlicht wie ein Billy-Regal, nur deutlich schneller aufzubauen, aber bestimmt gleichfalls zeitlos. Obendrein bin ich geneigt, von gesunden Keksen zu reden, ob der Haferflocken, dem dunklen Mehl und dem Rohrzucker. Für mich die besten Haferflocken-Kekse. Oder wie ein Haferflockenkeks nun mal schmecken sollte.
Zutaten - 60 Stück (3 Bleche)

250g Haferflocken
100g Mehl (m: Dinkel 1050)
1 Päckchen Backpulver
200g Butter, zimmerwarm
175g Rohrzucker (m: fein gemahlen)
1 Pr Salz
1 Vanillestange (oder 1 Päckchen Vanillezucker)
1 Ei

Zubereitung:

Die weiche Butter gut mit dem Zucker, der Prise Salz und dem Vanillemark verrühren. Das Ei hinzufügen und ebenfalls gut mit Hilfe des Rührgeräts untermischen. Das Backpulver und das Mehl zusammen versieben.

Haferflocken, Mehl und Backpulver unter den Teig rühren.

Den Backofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mittels zweier Teelöffel kleine Häufchen auf das Blech setzen (20 Stück à Blech - die Kekse laufen bei dem Backen ziemlich auseinander). Etwa 10min backen bis die Ränder sich karamellig braun färben. 2-3min auf dem Blech auskühlen lassen, dann auf einem Kuchengitter setzen.

In einer Keksdose aufbewahren - so erhält sich die Knusprigkeit wie direkt aus dem Ofen

Anmerkung m: Selbstredend schmecken die Kekse auch toll mit Orangenschalenabrieb oder etwa meiner Lieblingszucker-Mischung.

Kommentare :

  1. Diese Haferflockenkekse finde ich auch total gefährlich! Ich kaufe ganz selten welche, weil ich mich da echt nicht beherrschen kann, sondern so lange esse, bis mir schlecht ist. Kennst Du die Variante, bei der zwei Kekse mit Schokolade aneinander geklebt sind? Auch nicht zu verachten...

    Und klar, gesund sind sie selbstgemacht sicher. Ich hatte auch schon lange keine mehr. Könnte ich mal wieder machen. :-)

    AntwortenLöschen
  2. Oweh...dicke Backen und mehrere Tage die Kekse betrachten, das ist ja eine richtige Härteprüfung ;-)...Danke für das Rezept, diese Kekse vertragen sich bestimmt bestens mit den Sesamkeksen, die ich von Deinem Blog kenne. Diese habe ich zuletzt übrigens mit frisch geriebenem Ingwer versehen. Hmmm...Liebe Grüße, Taija

    AntwortenLöschen
  3. Ach du hast schon wieder meinen "Jabittegenaudassofort-Nerv" getroffen, jedenfalls habe ich gerade das letzte Blech aus dem Ofen geholt (in die letzten hab ich noch eine Handvoll gehackte Mandeln und paar Cranberries gegeben), sehr sehr lecker und die knuspern sich gerade schwindelerregend schnell weg, kein Wunder bei Dauerregen und 2 Grad in Hamburg...
    Liebe Grüße, Dagmar

    AntwortenLöschen
  4. Ich such schon eine Weile nach DEM Haferflockenkeksrezept und schätze, ich hab es nun sicher gefunden ;-) hier hab ich noch kein Backrezept getestet, das nicht super war.

    AntwortenLöschen
  5. Jetzt hast du mir ja wieder ein Ei ins Nest gelegt: da ich die IKEA-Kekse früher auch liebend gerne gegessen habe, muss ich diese wohl oder übel auch testen ;-) Weiheitszähne sind zum Glück schon raus, der Schmerz vergessen.

    AntwortenLöschen
  6. @Barbara: Böse Inspiration - mit Schokolade dazwischen! Das hört sich fürchterlich verführerisch an :)

    @Taija: Und du kommst mit der nächsten schönen Idee ums Eck! Die Sesamkekse mit etwas Ingwer sind bestimmt herrlich! Aber warte es nur ab: mit diesen Haferflockenkeksen läßt sich auch prima spielen ;)

    @Dagmar: Ach schön: SO schnell nachgezogen! Sind völlig unkompliziert, oder? Und dafür wird man dann mit einem anständig knusperndem Keks belohnt. Ja, bei uns hats auch aufgefrischt: da knuspert es sich besonders leicht!

    @Britta: Was ein zauberhafter Kommentar! Ich glaube, den sticke ich mir in schönen Buchstaben und hänge ihn gerahmt in die Küche :))

    @Petra: Ohne dicke Backen das reine Vergnügen! Und ich habe keinerlei Bedenken, wie dein Urteil ausfallen wird :)

    AntwortenLöschen