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Sonntag, 31. Juli 2016

die Blüte der Jugend: Kartoffelknödelchen gefüllt mit Ziegenkäse-Tapenade-Füllung, die zweite

*Alles hat seinen Preis*. Und das ist eine Weisheit, die ich mit zunehmendem Alter tiefer und tiefer durchdringe. *Was war besser, als du jünger warst* möchte Inés wissen - auch eine so gut gestellte Frage, die mich ja zu meinen (noch sehr offenen  ;) Fragen brachte (wenn ihr noch antworten wollt: nur zu!)

Früher war ich VIEL begeisterungsfähiger. Um Äonen. Geradezu enthusiatisch. Vorallem im Bezug auf Menschen. Was gab es in meiner Jugend tolle Jungs und Mädels. Ich hatte eine Phase, in der ich bereit gewesen wäre, mit jedem zweiten zu tauschen. Alle toller als ich. 

Nur hatte das rein gar nichts mit Unbeschwertheit zu tun, vielmehr sind wir auch schon beim Preis angelangt, wieso ich heute sage *pfffhhhh, Jugend, brauche ich keinen Tag mehr von, hatte ich ja bereits*. Denn so denken konnte ich deshalb ausgeprochen gut, weil ich wahnsinnig unzufrieden und unsicher in mir selbst war. Eigentlich depressiv - die große dunkle Volkskrankheit, die ich versuchte zu betäuben mit Rausch. Da mag der Laib noch so glatt gebügelt gewesen sein, die Seele lag in Runzeln. Und diese Verzweiflung über all die Mißverständnisse mit mir selbst und den anderen, die Not, kein Zuhause in mir selbst zu haben, dieses Wogen von Rausch und Kater, von himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Meine Jugend mag wild und ereignisreich gewesen sein, aber glücklich war sie nicht.

Heute darf ich eine innere Mitte meines nennen, zwei Füße, die stehen, Werte, die mein seelisches Rückgrat ausmachen, eine über 10jährige andauernde Phase der Ausnüchterung und ein besseres Menschenverständis dank Homöopathie. Das schützt zwar nicht vor Schicksalsschlägen, aber es bringt auf den Boden und nimmt.... Begeisterungsfähigkeit ... vorneweg für menschliches Handeln.

Umso bedeutender heute, wenn das Leben eine Begegnung schenkt. Umso mehr freue ich mich an der Strahlkraft, die Lamiacucina für mein kulinarisches Bloggerdasein hat. Bei diesen gefüllten Gnocchi ging mir ja das Herz auf! Müßte - dachte ich mir - auch rustikaler zu machen sein. Und ich probierte mich an gefüllten Knödeln. Nach einem ersten Prototyp-Durchlauf nun der zweite in so zierlich wie möglich. Köstlich. So gut, dass die Knödel euch demnächst hier wieder begegnen werden.
Zutaten 18 Stück -3P:

500g Kartoffeln
1 Eigelb
30g Kartoffelstärke
80g Mehl
40g Parmesan
Salz
Muskatnuss

1 EL Tapenade aus grünen Oliven
1 Ziegenfrischkäse (ca. 120g)
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Basilikum

Öl oder Butterschmalz

Zubereitung:

Die Kartoffeln in kaltem Wasser aufsetzen und weich garen. Währenddessen die Füllung zubereiten: Dafür Tapenade mit dem Ziegenfrischkäse und dem Basilikum vermengen, pürieren und abschmecken (wie bei allen Füllungen gilt hier etwas zu überwürzen). Dann die begleitende Sauce zubereiten nach Wahl zubereiten (m: Tomaten-Paprika-Sauce). 

Die Kartoffeln abschütten, pellen und noch warm zwei Mal hintereinander durch die Kartoffelpressen drücken. Mit Karoffelstärke, Mehl, Parmesan und Eigelb vermengen. Nicht zu zaghaft salzen und mit Muskatnuss abschmecken. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem homogenen Teig verkneten, der nur noch leicht klebt. Stücke von 40g abschneiden, platt drücken auf ca. 1/2cm Dicke, auf die Hand nehmen und darauf ein Löffelchen Füllung setzen. Die Kartoffelmasse  sorgfältig um die Füllung zudrücken (der Teig verbindet sich gut, vorallem, wenn er noch etwas warm ist) und rund rollen. Dann etwas platt drücken (geht wirklich leicht von der Hand).

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Nach und nach die Knödel derart darin garen, dass sie nicht übereinander liegen. Wenn sie nach oben steigen, sind sie gar. (keine Sorge: die Knödel haben keinerlei Tendenz, aufgehen zu wollen). Auf ein geöltes Backblech setzen bis alle Knödel fertig sind.

In einer Pfanne das Öl (oder das Butterschmalz) erhitzen und von beiden Seiten goldbraun braten.

*Anmerkung m: Die Knödelchen schmecken natürlich bereits nur gekocht, aber angebraten schmeckt doch alles besser. Sie lassen sich - ebenfalls bien sûr - auch gut am nächsten Tag noch braten.
Als begleitende Sauce paßt letztlich nahezu alles, daher habe ich meine schlichte Gemüsesauce gar nicht aufgeschrieben.
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