SOCIAL MEDIA

Dienstag, 26. September 2017

Jahreszeitenwechsel mit Apfelschlangerl

Wenn sich die Blätter beginnen zu verfärben, wenn ein lang ersehnter Regenschauer den Sonnenaufgang mit schwebendem Herbstnebel unterlegt, dann, ja dann stehen alle Zeichen auf Apfelkuchen.

Meine Wahl fiel auf einen Klassiker der österreichischen Küche: *Apfelschlangerl* - ein Wort, das bereits wie ein Gaumenschmeichler klingt. Geschmacklich finde ich, versteckt sich in *Apfelschlangerl* neben den klein geschnittenen Äpfeln ein Vorbote für die Weihnachtsbäckerei. Der typische Teig für Butterplätzchen umhüllt hier die Apfelfüllung. Ja, eigentlich ist ein *Apfelschlangerl* nichts anderes wie ein riesiges, mit Äpfeln gefülltes Butterplätzchen. Das MUSS jedem schmecken.

Mir gefiel an der Machart, dass ich unsere Gartenäpfel auf diese Weise verwerten konnte. Der lange, warme, trockende, endlos sonnige Sommer machte sie durchweg wurmstichig. Schlimm, aber irgendwas ist halt immer. Mich bringt das zu der Überlegung, ob sich nicht auch in Beziehungen, die zu lange zu sorglos sind, leichterdings der Wurm einschleicht... Überhaupt, nachdem ich viele Äpfel klein geschnipfelt habe, alle mit bewohntem Kernhaus, ist mir das Sprichwort *da steckt der Wurm drinne* gänzlich neu erfrischt. Kinners, sollte euch dieses Bild vor dem geistigen Augen aufblitzen, dann wird das nix mehr: diese Geschichten haben keinerlei Halbwertszeit - ich weiß genau, wovon ich rede...

Etwas Geschick benötigt man, um aus dem mürben Teig eine stabile Rolle zu formen. Ich füllte sehr großzügig mit dem Resultat, dass mir die Roulade riß. Nicht weiters schlimm, dafür gibt es ja Puderzucker. Aber daher besann ich mit der französischen Variante, der Tourte aux pommes - im Deutschen nichts anderes wie ein gedeckter Apfelkuchen. Eindeutig hat im Ländervergleich das Apferlschlangerl die Nase weit vorne in Sachen Klangfarbe. Rein von der Fingerfertigkeit fiel mir die deutsch-französische Variante leichter - das könnt ihr nachmachen, wie ihr wollt.

Was das Rezept angeht, habe ich mich für eine Mischung aus Marias und Kathas (über Susi) Zutatenliste entschieden. Und mehr als dass ich diesen Kuchen (wenn auch in zwei Macharten) direkt zwei Mal hintereinander weggebacken habe, muß ich wohl nicht dazu sagen...

Zubereitung*:


300g Mehl
200g Butter
75g Zucker (m: Rohrzucker, zu Staubzucker vemahlen)
2 Eigelb
1 1/2 EL Crème fraîche
1 1/2 EL Weißweinessig
1 Pr Salz

700 – 1000 g Äpfel
2 EL Rohrzucker
1/2 Zitrone, Saft davon
1 TL Zimt
1/2 TL Kardamom
50g Pinienkerne, geröstet
(optional: mit Verveine)*

1 Eigelb (verquirlt mit Sahne und 1Pr Salz)
zum Bestreichen
Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Mehl mit Butter und Zucker vermengen (m: mit Knethaken des Handrührers). Eigelb, Crème und Essig dazugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig ½ Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und fein blättrig schneiden (nicht zu dünn - je nach Apfelgröße pro Apfel 8-12 Schnitze und die in ca. 3-4mm Scheiben). Dabei mit Zitronensaft mischen, damit die Äpfel nicht braun anlaufen. Mit Zucker, Gewürzen und Nüssen würzen.
Eine Kuchenform buttern.

Den Ofen auf 200° vorheizen.

Ein Drittel des Teiges rund ausrollen und die Form mit einem Rand auslegen. Den Boden leicht bemehlen, dann die Apfelfüllung darüber geben. Den restlichen Teig rund zu einem Deckel auswellen - wer mag (optional) sticht noch mit einem Ausstecher seiner Wahl einige Verzierungen raus (m: Sterne, die ausgestochenen Sterne wieder auf den Teigdeckel geklebt). Den Rand nach innen klappen und mit dem Eigelb bestreichen. Den Teigdeckel vorsichtig auflegen und die Ränder gut andrücken - dann die komplette Oberfläche mit Eigelb bestreichen. 

In den heißen Ofen schieben, nach 10min auf 180° runterschalten und weitere 25-30min backen.

*Anmerkung m: Verveine als Gewürz zu verwenden ist eine schöne und nachahmenswerte Idee von Susi

Für die Roulade hatte ich 400g Mehl und 3 Eigelb verwendet - Butter und Zucker dementsprechend anteilig erhöhrt. Eine Tourte aux pommes gibt es bereits hier auf dem Blog - ebenfalls eine feine Sache!


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...