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Mittwoch, 22. November 2017

#7Tage7Songs... Nr.1


Ob es sich nun widerspricht oder nicht: mit Listen kann ich nix anfangen, dafür aber hüpfe ich auf alles, bei dem es um einen Reigen von auserwählten Lieblingen geht - völlig themenunabhängig. Wenn jemand aus einer großen Vielzahl eine kleine Auswahl an Bevorzugten hervorhebt, eine handverlesene Auslese, dann bin ich Feuer und Flamme. Hey, ich erinnere nur an die Mixed Tapes von früher. Genau damit konnte man mir eine Riesen-Freude machen.

Nicht von ungefähr bereitet mir nun die Süddeutsche mit ihrer neuen Serie #7Tage7Songs eine maßgeschneiderte Gefälligkeit. Wenn es nach mir ginge, dann könnte mein komplettes Wohnzimmer diese Frage beantworten. In gleichem Maße würden mich 7 ausgewählte Bücher oder 7 Filme interessieren. Hach, sowas finde ich einfach ungeheuer spannend! Und so bezeichnend für die Person, die diesen Strauß bindet.

Bei #7Tage7Songs muss ich feststellen, dass der Zeitgeist nicht wenig Einfluß nimmt auf seine Kinder - wer ungefähr in meinem Alter ist, der hörte ähnliche Musik. Vorallem in den blüteaufplatzenden Jahren, in denen Musik irgendwie tiefer zu rutschen scheint. Und wohl auch eine wichtigere Rolle spielt. Es ist schon irre, wie ein paar Töne eines Liedes einen in seiner Bio zurückbeamen können, oder? Bei Caroline entdeckte ich einen Liebling wieder, DAS Rage against the Machine-Lied, das sie treffend beschreibt. Wirklich: ein Brett von Lied, bei dem sich (früher) auf der Tanzfläche Verspannungen in wenigen Minuten abschütteln ließen. Ein Song, der übrigens in der SZ-Serie als einziger schon zwei Mal erwählt wurde - und mit Auslöser für mich ist hier mitzuspielen.

Ihr könnt es euch vielleicht nicht vorstellen, aber ich habe aus meiner Zusammenstellung fast eine  Doktorarbeit gemacht. Eine epische Gedanken-Rangelei! Das mag damit zutun haben, dass ich heute fast ausschließlich in der Stille und Ruhe lebe. Zum anderen wären mir 7 songs zu einem bestimmten Motto deutlich leichter gefallen - aber 7 songs des Lebens?! Uff, darüber kann man schon brüten. Ich nenne meine Auswahl einfach *Edition1*.




Von meiner *musikalischen Früherziehung* aus dem Elternhaus nahm ich vielleicht eine handvoll Lieder mit, die einen Weg in mein Inneres fanden. Musik-Geschmack läßt sich eindeutig nicht übertragen und perlt bestenfalls ab (ich sage nur *James Last*). Lief allerdings *Pata Pata* dann war die Stimmung ausnahmsweise mal gut... bei allen.




Hauptbeschäftigung in der Pupertät? Träumen! Von einer besseren Zukunft, von Liebe und von Freiheit. Für solche Gedanken verlieh mir sanftmütig seinerzeits Cat Stevens Flügel. *If you want to sing out* gehört außerdem zu dem Soundtrack des schönen Films *Harald & Maud*.




Ganz klar bin ich (ein sehr junges) Kind der 80er - auf diese Mucke tanze ich bis heute besonders gerne. Und *Marcia Baila* ist ein erfrischendes, lustig-schräges, gut gelauntes Beispiel dafür, warum man bei den Rhytmen besonders super mit Hüfte, Beine, Arme und Haaren wedeln kann. Ich kann dazu unmöglich auf dem Stuhl sitzen bleiben! Will ich auch nicht!


 

In meinen 20igern lief in jeder WG TripHop - ob Massiv Attack, Air, Portishead Nightmares on Wax, oder eben Morcheeba. Gerade das *Big-Calm*-Album lief hoch und runter wie als Ausgleich zu durchfeierten Nächten - nicht wegzudenken aus meiner Sturm und Drang-Zeit. *The sea* bleibt eines meiner Lieblingslieder: schon mit den ersten Tönen öffnet sich wohltuend eine ruhige, offene See voller Zuversicht...




Dieses Lied wurde einfach für mich geschrieben. Und es weckt einen tief schlummernden Wunsch in mir, selbst Musik zu machen - nicht umsonst zum hiermit sageundschreibe 4. Mal von mir auf diesem Blog verlinkt. Die Maike Rosa Vogel singt mir aus dem Herzen!



Mein Frankreich-Lied. Ein guter Schwung der alten sowie der nachwachsenden Hippie-Bewegung scheint sich hier in der Drôme niedergelassen zu haben. Dabei leben sie nicht mehr vorrangig Sex, Drugs und Rock n'Roll, sondern bis ins hohe Alter eine lässige Nonchalance, die besicht durch Naturnähe, bunte Klamotte und keinerlei Hang zu Statussymbolen. Naja, und den Marktständen im Sommer nach zu urteilen, hauen immernoch sehr viele jeden Winter nach Indien ab...




Wir sind im gleichen Dorf aufgewachsen, zusammen in den Kindergarten gegangen und spätestens in der Oberstufe konnte man kein Blatt Papier mehr zwischen uns schieben. Diese Freundin beschrieb mich in der Abi-Zeitschrift mit den Worten *von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt*. Meine Gefühlsturbulenzen haben sich heute durch meine sonnige Beziehung nahezu beruhigt. Ich würde mich als ausgeglichenen Menschen bezeichnen. Und doch bedeutet Leben für mich eben genau das: das Aushalten des Drahtseilaktes zwischen Leid und Glück. Fröhliche Melancholie in der Heimatlosigkeit. Keine Musik kann bereits in einem einzigen Lied die Gegensätze von tiefer Innerlichkeit bis rasender Toberei so vereinen wie die Zigeunermusik. Die ungarische zieht mich von jeher besonders an...

Kommentare :

  1. Eine sehr schöne Mischung, die natürlich auch einiges über Dich selbst verrät.
    Eine schöne Idee, 7 Tage 7 Songs, und eine Inspirationsquelle noch dazu.
    Viele Grüße, Synnöve

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    1. Schon verräterisch, oder Synnöve? Würden dir umgekehrt denn direkt 7 songs für dich einfallen?
      viele Grüße zurück...

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  2. Vielen Dank für den Gedankenausflug in meine Jugend und andere Lebenswahrheiten, ich stelle fest das ich viel zu selten meine alten CDs anhöre. Rage, Cat Stevens und Zaz sind bei mir auch dabei :-)

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    1. Also, Lala, drei von sieben - das ist dann eine fette, gemeinsame Bilanz, findste nich ;-)?

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  3. Liebe Micha, diesen Post wollte ich natürlich schon viel schneller kommentieren, habe es aber nicht geschafft... denn natürlich habe ich mich sofort mit großem Interesse, oder auch Neugier ;-) durch deinen Song Strauß gehört. Altbekanntes gefunden sowie Neues entdeckt: Maike Rosa Vogel - bislang noch nie was von ihr gehört, kannte nichtmals den Namen, aber schön... Cat Stevens - also, bei wem in plusminus unserer Generation hat der wohl nicht sein Plätzchen im Strauß der sieben?... Pata Pata hat mich überrascht bei dir, nach dem, was du sonst so von deinen familiären Banden erzählst... Mh, ja, auf jeden Fall sind Listen dieser Art natürlich nochmal deutlich ne Nummer spannender als Einkaufszettel - wobei die ja auch so einiges verraten. Spannend wie der Blick in den Einkaufswagen der Leute vor einem in der Schlange... Oder auch die Frage, die in ururalten e&t Interviews gestellt wurde: "3 Lebensmittel, die bei Ihnen immer im Kühlschrank stehen". Lass mich raten - Faisselle ist auf jeden Fall bei dir dabei? Champagner nicht... Hey, also gerne mehr von deinen Sträußen! Mit lieben Grüßen, Hannah

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    1. Nun, gerade zu erstem Lied kann ich sagen, dass man grundsätzlich unterschieden kann zwischen schwarz und weiß - die Details wiederum sind stets bunter. Hättest du 7 songs parat, Hannah? Ich wäre gespannt...

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