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Sonntag, 26. November 2017

Impro: Tagliatelle mit Paprikacrème und Brokkoli-Parmesan-Bällchen


*Die Perfektion gibt es nicht* postulierte meine erste, große Liebe abgeklärt, wenn es um Beziehungsfragen ging. Am Schluß aber war ich ihm dann doch nicht *unperfekt* genug. Wobei ich ihm recht gebe in der Ausgangsprämisse (ist auch ein bißchen mit Elke), dass *Perfektion* und *Lebendigkeit* sich widersprechen. Perfekt ist mausetot. Mathematische Gesetze etwa. Stringente Regeln ohne Ausnahme. Faszinierend - zweifelsohne. Aber halt in ihrer Logik auch irgendwie eiskalt, aalglatt und endlos reproduzierbar. Ich muß dabei immer an Andersens *Schneekönigin* denken.

Dann schaut euch die Natur an. Vögel bauen ihre Nester wie Kunstwerke. Sie sind auch perfekt, aber perfekt-unperfekt, denn es kommt Faktor X hinzu: das Leben. Versteht ihr, was ich meine? Zu Leben gehört Improvisation. Das macht es ja erst einzigartig. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel: das menschliche Gesicht. Während meiner Bildhauerei-Epoche galt meinem besonderen Interesse der Büste, beziehungsweise individuellen Gesichtszügen. Perfekt symmetrische Gesichter werden Masken - es braucht die Abweichung von der Spiegelung. Oder anders gesagt: eigentlich jedes Gesicht besitzt mehr oder weniger ausgeprägte Unregelmäßigkeit - jedes Gesicht ist unperfekt.

Und für Kinder, haben wir gestern entzückt festgestellt, ist genau dieses unperfekte Mileu ein Eldorado. Dadurch entstehen Freiräume, in denen sie sich ausprobieren können. Wie zusammen gerottete Hasen schoßen sie querfeldein. Das gilt gleichfalls für Erwachsene. Denen ersprießen Gestaltungsräume. Aus Nichts irgendetwas machen. Sich ausleben. Vorneweg Ideen - das Material sowie die Ausführung ordnen sich dem unter. Dem Geld gehorchend. Und auch wieder nicht - man läßt sich nicht ausbremsen.

Das Wenige muss reichen - zum Vergnügen aller. Plus dem schönen Nebeneffekt: alle können mitmachen und sich einbringen, niemand wird ausgegrenzt. Bon, wer zu den Etepetete zählt, der wird sich hier nicht wohlfühlen. Der wird sich händeringend nach Hygienevorschriften erkunden, eingehaltenen Sicherheitsmaßnahmen bezweifeln und sich fragen, ob eine solche Veranstaltung überhaupt mit einer offiziellen Genehmigung aufwarten kann. Ich rede von dem *Marché de Noël*, dem Weihnachtsmarkt der Lebensgemeinschaft unseres Dorfes, der mit einem deutschen Weihnachtsmarkt wohl rein gar nichts zu tun hat (doch, handgemachte Produkte). Ansonsten aber keinerlei Fassaden-Gedöns dafür ganz viel Miteinander und Lebendigkeit.

Für diese Pasta habe ich Alt-Bewährtes mit Neuem gemixt: die Paprika-Sauce (übrigens auch sehr gut mit Kokosmilch) kennt ihr ebenso wie meinen üblichen Pastateig, nur die Brokkoli-Bällchen wollen vorgestellt werden. Seit mir bewußt ist, WIE gesund Brokkoli ist, versuche ich ihn so oft wie möglich auf den Tisch zu bringen. Und dafür braucht es nur hübsche Rezepte...


Zutaten Brokkoli-Bällchen:

ca. 500g Brokkoli
50 g Parmesan gerieben
40g Semmelbrösel
80g gemahlene Mandeln
1 Ei
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
1 TL Thymianblättchen
Piment d'Espelette
Rapsöl

dazu eine Portion Pasta

Zubereitung:

Brokkoli in Röschen teilen und über Dampf weich garen, in einem Sieb gut abtropfen lassen und abkühlen lassen. In einer Schüssel den Brokkoli pürieren - allerdings nicht zu fein, bzw. glatt, er darf noch etwas stückig sein.

Würzen mit Salz, Pfeffer, Piment, Thymian und den kleingewürfelten Knoblauch. Mandeln, Semmelbrösel und Ei untermegen. Sollte der Teig noch zu klebrig sein, noch etwas Semmelbrösel (oder auch Mehl) untermischen.

Den Backofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Öl bepinseln. Mit feuchten Händen Bällchen formen in Walnuss-Größe. Diese auf das Backpapier setzen und ebenfalls mit Öl bepinseln. Für ca. 25 Minuten im Ofen backen.
 









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