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Sonntag, 10. Dezember 2017

sinn-freies Plätzchenbacken: Schoko-Orangen-Kipferl


Für die einen mag Dekoration, Konsum und Völlerei als tragenden Säulen für das größte Fest der abendländlichen, christlichen Kultur ausreichen. Ihnen werden dazu wahrlich manigfaltige Anregungen geboten. Nur, worum es in diesem Fest inhaltlich geht, das verschwindet zwischen Punsch und Lametta in der Bedeutungslosigkeit - schon vor 15 Jahren konnten sich ein Drittel der Kinder die Geschichte nicht mehr ganz zusammenreimen. Ist das nicht der Todestag vom Weihnachtsmann?

Das darf jeder halten, wie er mag - ich muß ja nicht teilnehmen. Zumal für mein Dafürhalten gerade Spiritualität etwas SEHR Individuelles, Eigenes und Privates ist. Aber es erstaunt mich doch, dass sich manche Dinge über Jahrtausende in der Menschheitsgeschichte derart gleichen: der Tanz ums goldende Kalb.

Vermutlich lenken dererlei Glitter-Veranstaltungen prinzipiell gut vom Wesentlichen ab. Was jedoch ist das Wesentliche? *Macht Weihnachten für dich Sinn* stellte mein Habib als Frage für unser kleines Event zum 2.Advent. Für mich persönlich ist der Sinn von Weihnachten untrennbar verbunden mit dem Sinn des Lebens. Ohne Spiritualität kein Sinn - für mich. Meine dunkelsten Stunden sind stets die, in denen mir der Sinn abhanden kommt, in denen ich erschöpft und müde bin von der ganzen Abstrampelei. Warum? Für was?

Ohne dass ich mich orientieren würde an allem Lichten, Klaren, Wahrhaftigen, an Werten, die größer sind als ich, an geistigen Gesetzen würde ich wohl in der Verzweiflung versinken. Und ich bin mir sicher: mein tiefstes Ich würde sich in der Willkür verlieren. Das Symbol von Weihnachten  schenkt mir Hoffnung. Die Hoffnung auf Erlösung.

Wie die meisten Weltreligionen gehe ich von Reinkarnation aus. Ohne Reinkarnation macht wiederum Spiritualität keinen Sinn - für mich. Ich versuche also, mich an die religiös-spirituellen Gebote zu halten (man könnte sie, finde ich, ebensogut *altruistische Gebote* nennen). Dann darf mein Bewußtsein - so die Hoffnung - irgendwann in seiner eigentlichen, geistigen Heimat bleiben, sich dort rein geistig weiterentwickeln in einer Sphäre von Ruhe und Frieden und muß nicht wiederkehren auf diesen Planeten des ewigen Gemetzels.

*Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen* (Goethe). Nur wer suchend ist, nur wer Fragen hat, findet auch Antworten. Ganz bestimmt. Gerade wer die Spannung wahrnimmt, in die der Mensch gestellt ist. So gehe ich von zwei Polen aus, zwischen denen der Mensch Entscheidungsfreiheit hat - sonst würde die Möglichkeit, sich entwickeln zu können logischerweise keinen Sinn machen. Wohin also strebt der Mensch? Richtung Krieg oder Frieden, Licht oder Dunkelheit, Wahrheit oder Lüge, Zerstörung oder Aufbau. Wer ins Licht will, muss sich mühen. Wer wahrhaftig, eigenverantwortlich, nüchtern, bewußt sein will muß streben. Solche Menschen müssen ringen um einen gesunden Menschenverstand, wünschen sich urteilsfähig zu werden, Egoismus und Vorteilsdenken auszutauschen gegen eine anständige Selbstachtung. Solche Dinge eben stelle ich mir darunter vor.

Grundsätzlich gleichen sich die Vorgaben zur Herzensbildung sämtlicher Religionen doch sehr. So kompliziert ist es ja nicht. A la: *Was du nicht willst...*

Oder wie fasst es Goethe mal wieder so schlicht in einen Vierzeiler:
*Die Wahrheit ist ein simpel Ding,
die jeder leicht begreifen kann,
allein sie scheint euch zu gering
und sie befriedigt nicht den Wundermann.*

Mir gibt die Orientierung an der einfachen, klaren, hellen Wahrheit Halt - sie ist mir wie ein Ariadnefaden raus aus dem Labyrinth der vielen, subjektiven Wahrheiten hin zu ewigen, geistigen Wahrheiten. Dass es ein Tor dazu gibt, so verstehe ich die Weihnachtgeschichte.




Und damit am 2.Advent auch traditionell noch ein wenig gekrümelt wird, weils ja gar so schön ist, backe ich Plätzchen dazu - gemeinsam mit meinem restlichen Mädelsreigen. So sollte heute nicht nur eine ganze Plätzchendose zusammenkommen, sondern gleichzeitig ein kleines Kaleidoskop an unterschiedlichen Blicken auf Weihnachten. Wie ihr bereits wißt, legen wir heute zusammen: Plätzchen wie Gedanken - und hier könnt ihr dazu gucken 


 * Fee von *Fee ist mein Name*  
 * Christina von *New Kitch on the Blog*  
 * Juliane von *Schöner Tag noch* 
 * Miss Boulette* 
 * Julia von *Chestnut & Sage*
 * Maret von *Buddenbohm & Söhne*
 * Christina von *Feines Gemüse*
 * Stephanie von *Stepanini*
              
Zutaten - ca. 70 Stück:

200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
125g Butter
1 Ei
80g Rohrzucker
1 Pr Salz
100g Schokolade (70%)
1/2 TL Kardamom
1/2 Orange - Abrieb davon

Kuvertüre zur Dekoration

Zubereitung:

Schokolade raspeln oder fein hacken. Mehl, Mandeln und Backpulver in einer Schüssel miteinander vermengen. Zucker, die 1 Prise Salz, den Kardamom zufügen. Schokolade untermischen, ebenso wie die Orangenzesten. Nun das Ei und die Butter als Flöckchen zu der Mischung geben und daraus sorgfältig einen homogenen Teig kneten. Den Teig in Folie wickeln und so. 30 Minuten Kühlschrank ruhen lassen.

Nun gehts ans Kipferl-Formen. Dafür den Teig portionieren und nacheinander zu Rollen formen von ca. 2cm Durchmesser. Von denen Stücke von etwa 10g abschneiden, diese erst rund formen, dann zu kleinen Rollen (Hörnchen) und diese U-förmig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und dabei etwas Abstand lassen - die Menge ergibt 2 Bleche.

Im vorgeheizten Backofen bei 160°C ca. 15-20 Minuten backen.

Wer mag tunkt die Spitzen der Kipferl noch in Schoko-Konfiture - diese dann auf einem Kuchengitter abtropfen lassen und bevor die Schokolade vollständig ausgekühlt ist wieder umschichten auf das Blech mit dem Backpapier. Trocknet die Schokolade völlig aus, läuft man Gefahr, die Kipferl zu zerbrechen, will man sie so festgeklebt vom Kuchengitter lösen. 


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