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Donnerstag, 26. Juli 2018

WG-Eis... oder so


Hätte ich ein Kind haben wollen, dann hätte ich mir alle Daumen gedrückt, dass mir ein solches wie der Sohn von Ute und Achim zugeteilt wird. Eines, das mit roten Backen zuhört, wenn etwas erklärt wird oder sich mit großer Begeisterung auf die Vogelwelt stürzt und Fragen über Fragen hat... Ich bin eindeutig verknallt.

In Beschäftigung mit ihrem Buch habe ich mich quer auf dem Insta-Kanal von *Nordisch Roh* durchgeklickt - etwas was ich äußerst selten mache (bekanntermaßen bin ich auf den Social-Media-Kanälen nicht aktiv). Das konnte meine Faszination für das Leben der beiden als Kleinfamilie nur verstärken. Gerade erst gaben sie ihre wunderhübsche Dorfschule auf, um sich ins Abenteuer Leben zu stürzen auf der Suche nach gemeinschaftlichem Leben mit anderen. Mir wurde dabei bewußt, dass ich als Kinderlose mit dem Thema *Zukunft* anders umgehe. Mit Kindern streckt man seine Fühler zu einer weiterreichenden Horizontlinie, sucht Perspektiven ganz anderer Art. Nicht alle, bien sûr, aber manche...

Der Habib und ich haben uns friedlich, natürlich und zurückgezogen eingerichtet und solange wir zwei miteinander so gut sind, gibt es keinerlei Gründe, irgendetwas ändern zu wollen... bis ans Ende unserer Tage quasi. Obwohl wir durchaus - und zwar bishin zu sehr konkreten Überlegungen - den Gedanken durchgespielt hatten, eine Lebensgemeinschaft zu gründen.

Wie schnell man an den Rande einer Gesellschaft gedrückt wird, ist mir klar geworden, seit ich keinen Alkohol mehr trinke - wohl bemerkt weder aus Gründen der AA, einer Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sondern rein aus der konsequenten Entscheidung heraus, ohne Rauschmittel durchs Jetzt und Hier tingeln zu wollen (den Artikel dazu schiebe ich schon so lange - zu gut weiß ich, dass ich mir damit genau zero Sympathiepunkte einfange...). Hinzu kommt unsere Hinwendung zur Homöopathie, die mit einer eigenen Art des Denkens einher geht - aber deshalb noch lange nicht zu einem Schulterschluß mit anderen Homöopathen führt, denn darunter gibt es (leider) entschieden zu viel Scharlatanarie, Halbwissen und Wichtigtuer! Und dann kommt noch unser unübersehbarer Altersunterschied und unsere vielen Auslandsaufenthalte. Bißchen viel *unkonventionell* was wir anderen zumuten... iss klar.

Fakt ist, dass wir mittlerweile unser ganz eigenes Modell von Lebensvorstellung verwirklichen konnten,  was ich für einen großen Segen halte. *Distanz schafft klare Gedanken* heißt es und ich möchte behaupten, die haben wir sowohl zu Gesellschaft, Kultur und dem Zeitgeist. Selbstgewählt und eben als Außenseiter. Dabei wird Systemkritik leichter und scheint gar notwendig. Kapitalismus, Materialismus und Stress sind (für mich) keine guten Ingredienzien für ein anständiges Leben. Das aber gibt der Mainstream so vor. Im übrigen - das wollte ich schon immer mal loswerden - gibt es überall Spinner, Extremos und Orthodoxe - themen-, alter-, herkunftsunabhängig. Aber finden sich die meisten Radikalen nicht gerade in der Mitte des Mainstreams, weil sie sich im ganz großen Maßstab bestätigt fühlen? Eine Randgruppe braucht vorneweg Toleranz - die weiß, dass sie nur eine Minderheit ausmacht...

Nun, wir sind weiterhin überzeugt, dass eine Lebensgemeinschaft eine gute Möglichkeit ist, nach selbstgewählten Werten zu leben. Und vielleicht wird eine solche Nische sogar die einzige Alternative, sich in Zukunft den Vorgaben der Masse entgegen zu stellen. Ein Verbund mit anderen bringt viele Vorteile mit sich, von denen man als Einzelkämpfer nur träumen kann. Allerdings bleibt es eine große Herausforderung - und das meine ich nicht nur mit meinen Jahren WG-Erfahrung im Nacken. Es braucht eine Vision und die richtigen Menschen dafür... Ute und Achim haben viel in die Waagschale geworfen und ich wünsche ihnen nicht nur das Beste - ich bin sehr gespannt, wie ihr Weg weitergeht. Vielleicht begegnen wir uns ja mal...

Und nun noch ein paar Zeilen zum Rezept - obwohl man dem Eis ja bereits ansieht, dass es super schmeckt. Ich habe hierfür zwei Rezepte zusammengesetzt: *das Vanille-Eis* und *das Erdbeer-Vanille-Eis am Stiel*. Den Mixer habe ich nach Zubereitung für das Vanille-Eis genauso ausgeschleckt wie die Kinder auf dem kürzlich verlinkten Bild. *Probier' mal*, bin ich damit (brav teilend) zum Habib, *schmeckt das nicht köstlich?!*



Zutaten - 8 Eis à ca. 80ml Füllmenge (zwei 4er Eis-am-Stiel-Formen):

2 kleine, reife Bananen*
(ca. 250g mit Schale)
200g Aprikosen
200g Erdbeeren
200g Cashew-Kerne, 2 Stunden eingeweicht*
30g Ahornsirup
(plus 1 EL)
Vanille-Pulver
(m: noch aus Madagaskar)

Zubereitung:

Die Cashew mit der Vanille und 30g Ahornsirup pürieren. Früchte vorbereiten (entstrunken, entsteinen). Je kleingeschnittenen Erdbeeren und kleingeschnittene Aprikosen mit jeweils 2 TL von dem Cashew-Mus pürieren. Die Aprikosen brauchten bei mir noch etwas Süße - ihnen fügte ich den Eßlöffel plus Ahornsirup zu). Den Rest des Cashew-Muses mit der Banane pürieren (m: ich habe mit dem Pürieren der Banane begonnen, damit mir die anderen Fruchtmuse nicht *verfärben*). Dann abwechselnd in die Eis-Form schichten und in der Tiefkühltruhe gefrieren lassen.

*Anmerkung m: Man kann die Bananen dafür auch einfrieren - dann geht es mit der Eisherstellung schneller; so braucht es dafür allerdings einen Hochleistungsmixer (den ich ja - noch - nicht habe).

Zum Umgang mit Nüssen gibt es ein eigenes Kapitel in dem Buch - die müssen bei einem so gesteigerten Verzehr wie in der Rohkosternährung nämlich stets eingeweicht und wieder zurückgetrocknet werden: um Phytinsäure abzubauen - näheres dazu s. *Rohkostlady*.

Quelle: *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*


Kommentare :

  1. Liebe Micha,
    Alkohol fristet bei mir eigentlich ein ziemliches Schattendasein - ich mag ihn einfach nicht! Ausnahme(n): für meine Back-Rezepte steht dann doch eine ansehnliche Batterie im Keller...
    So ist das mit meinem Lebensmotto: ich bewege mich in einem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit. Seit Jahrzehnten werde ich dabei von meinem Lieblings-Mann und zwei hinreißenden Söhnen begleitet. Da braucht es kein weiteres Dope!
    Mal wieder: Dank für Deine Rezepte, Deine Gedanken.
    Herzlichste Grüße aus Schleswig-Holstein,
    Sandkorn

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  2. Mhh das Eis tönt super! Ich wusste nicht, dass man die Nüsse einweisen und wieder trockenen muss. Gibt es dazu auch einmal einen Post?

    Liebe Grüsse
    Ilona

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  3. Liebe Micha,

    an dieser Stelle danke für die vielen schönen Posts und Rezepte. Ich lese ja seit vielen Jahren "still" mit und freue mich ebenso immer über Deine Reiseberichte und Gedanken, welche Du mit uns teilst.

    Seit ca. 35 Jahren ernähre ich mich "meist" nach den Empfehlungen von Dr. Bruker. Und trotzdem brauch(t)e ich ab und zu eine Fleischmahlzeit, z. B. während den Stillzeiten oder an einem kalten Wintertag. Meine Körperzellen verlangen dann förmlich nach dem Essen, welches wohl auch meine Vorfahren genossen haben. Eine Art genetische Zellerinnerung, welche nach Befriedigung sucht?

    In einer Kleinstadt in der Nähe von München haben mein Mann und ich das Glück einen kleinen Gemüsegarten bewirtschaften zu dürfen und versuchen uns so regional, saisonal und natürlich wie möglich zu ernähren. Mit dem ganzen Superfood kann ich mich nicht anfreunden; es gibt doch immer eine heimische Alternative denke ich mir und fühle mich gerade nicht untypisch im Sternzeichen Stier geboren ;-)

    Ich bleibe also weiterhin treue Leserschaft und bin gespannt, mehr über das Rohkostexperiment und über die Homöopathie zu erfahren. Laßt Euch das Eis gut schmecken!

    Liebe Grüße
    Andrea


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  4. Ohja, WGs... ich muss sagen ich war dann schon auch froh irgendwann meine erste eigene Wohnung gehabt zu haben. Nur für mich, nur meinen Dreck wegräumen müssen... denn das ist doch wirklich ein leidiges Thema in WGs: Das Putzen. Ich hab mir manchmal gedacht, dass WG mit separater Küche und Bad echt konfliktfreier wäre, denn gerade hier "rasselt" man doch immer wieder aneinander... Zur "Nicecream" kann man sich dann wiederum ganz entspannt zusammenfinden und ums Mixersaubermachen gibt's vielleicht sogar Gerangel...
    Sommerliche Grüße von Hannah

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