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Sonntag, 15. November 2020

Zusammenhalt: Rote-Bete-Quinoa-Laibchen


Auf einer schier unbegrenzten Palette an Möglichkeiten, worüber man sich Sorgen machen könnte, greife ich mir heute den Eindruck heraus, dass unsere Gesellschaft sich mehr und mehr spaltet. Das behagt mir gar nicht, denn damit liegt die Zwie-tracht in der Luft. Und was wäre wünschenswerter, als dass man ganz besonders in schwierigen und herausfordernden Zeiten zusammensteht. Nicht nur als Paar oder Familie, gleiches gilt auch für ein Volk, einen Kontinent oder gar - wenn man es mit dem Pazifismus ernst meint - für einen ganzen Planeten und das Turbulenzen unabhängig. Die Menschen als Solidaritätsgemeinschaft.

Die aktuelle Situation scheint für Spaltereien als Brandbeschleuniger zu dienen. Wobei die aktuelle Situation (was viele als Begriff verwenden) sich mittlerweile zum Euphemismus verwandelt hat. Selbst aktuelle Phase will mir nicht mehr recht passen. Ich habe mich also entschieden *es* andauernden Zustand zu nennen (AZ würden die Fränzis abkürzen) .

Und ich meine gar nicht nur die Spaltung zwischen arm und reich. Tatsächlich bleibt das Volksvermögen recht stabil (Geld verschwindet ja nicht einfach), sondern wird nur stets neu verteilt. So haben in diesem Jahr (während des AZs) die hundert Milliardäre, die Deutschland zu eigen sind, ihr Vermögen jeweils durchschnittlich um eine Milliarde vergrößert. Das ist viel.

Aber auch was Meinungen angeht, scheinen sich mehr und mehr unversöhnliche Grabenrisse aufzutun. Immer mehr Entweder-Oder, Schwarz und Weiß, Dafür oder Dagegen statt bunt und vielfältig. Andere dürfen/ sollen/ müssen anders sein! Mit dieser Einstellung interessiert man sich dann auch wieder für die Unterschiede. Und eine mögliche Schnittmenge. Je mehr wir uns aber - das sollte uns bewußt sein - in einen allgemeingültigen Mainstream einzwängen, umso mehr kippen wir gen totalitärem System.

Wie sehr man bereit ist seine Meinung in Frage zu stellen in Bezug auf Themen, für die ein gängiger Allgemein-Konsens herrscht, dafür biete ich euch demnächst eine gute Möglichkeit das herauszufinden. Heute ziehe ich einfach mal das Beispiel E-Autos ran - ebenfalls ein Bereich, in dem sich Beführworter wie Ablehner gleichermaßen erhitzen können. Und jeweils gar nicht mal unbegründet, denn es gibt sowohl Studien und Belege für die eine wie die andere Seite. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass man - bei genauerem Interesse - zudem das Kleingedruckte lesen müßte, um zu überprüfen, wer welches Gutachten in Auftrag gegeben hat, wer dafür die Zahlen lieferte ectpp. Was doch wiederum ein bißchen viel verlangt ist, denn wer nimmt sich schon die Zeit, derart tief zu schürfen. Wenngleich die Auto-Branche hinlänglich bekannt dafür ist, es mit weitergegebenen Zahlen und Werten nicht sehr genau zu nehmen.

Bref: es ist schwierig weil komplex.

Umso wichtiger ist es, die Auseinandersetzungen zu suchen. Und die fehlt zunehmend. Und schon lange, wenn man Roger Willemsens grandiosen Vortrag zu einer mangelnden Streitkultur in unserer Medienlandschaft vor sechs Jahren folgen möchte. Er beklagte damals bereits spitz, dass wir uns nur noch auf die Hinterbeine stellen, wenn es um Antisemitismus und um Pädophelie ginge. Das ist zu wenig.

Mir treten dabei die Bilder vor Augen von der morgendlichen Debattier-Klasse der tibetischen Mönche, die wir in Lhasa im Klostergarten dabei beobachten durften. Die Buben werden in Zweier-Teams aufgeteilt, einer sitzt am Boden und macht den Zuhöhrer, der andere steht vor ihm und tragt mit viel Elan und einer begleitenden, ausladenden und klatschenden Handbewegung seine Argumente vor. Bis irgendwann die Positionen gewechselt werden und der Sprecher die passive Rolle zu übernehmen hat. Debatten-Kultur um zum einen das Hirn zu wetzen, die Schlagfertigkeit zu trimmen aber auch um (friedliches) Miteinander zu üben. Bestimmt entarnen sich mit der Zeit von ganz alleine Rhetorik-Kniffe und ab und an schält sich dann sogar hinter all den vorgehaltenen Erklärungen das Wesentlich heraus: die eigentliche Motivation dahinter.

Aber -  so dämmert es mir - braucht es für feurige Debatten nicht vielleicht vorallem eine innere Haltung, mit der man für irgendetwas einsteht? Weil ohne die schwimmt man doch automatisch mit der breiten Masse mit...

 

 

Zusammenhalt ist gleichfalls so wichtig wie entscheidend bei Gemüsebratlingen aller Art! Manchmal zeigt sich erst im letzten Moment - in der Pfanne - ob mein Rezept funktioniert oder nicht. Ich liebe Puffer, weil sie in meinen Salat-Plus-Gerichten das PLUS performen.

Wer mag, kann hier noch Semmelbrösel oder Vollkornmehl oder auch gemahlene Haferflocken oder ähnliches zufügen, um die Masse etwas mehr zu verdichten. Aber nötig ist es nicht. Verändert man meine Zutatenliste nicht, dann erhält man schöne, leichte Gemüse-Bartlinge, die mir selbst kalt richtig gut geschmeckt haben. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die erst den richtigen Schliff verleihen: diese verdanken ihr i-Tüpfelchen dem wunderbar passenden Kokosöl, in dem ich sie gebraten habe.

 

Zutaten 2-4P/ 12 Stück:

150g Quinoa
350g frische Rote Bete, fein gerieben
300g Süßkartoffel, gekocht, gestampft
30g Sonnenblumenkerne, geröstet
3 EL Petersilie, fein gehackt
100g Ziegenfrischkäse
Piment d'Espelette
Salz
Pfeffer
Kokos-Öl
 
Quark
3 Frühlingszwiebeln
Minze
1/2 Zitronen, Abrieb und Saft
Salz, Pfeffer
 
Deko: lila Rettich, feinst gehobelt

Zubereitung:

Quinoa in ein Sieb geben und gründlich mit Wasser spülen. In der doppelten Menge kaltem Wasser aufsetzen,zum kochen bringen - nun salzen oder Gemüsebrühe-Pulver zufügen und ca. 15min sanft köcheln lassen. Auskühlen lassen.

Süßkartoffel schälen, würfeln und in Wasser weichgaren und sehr gut ausdämpfen lassen - dann zerstampfen.

Rote Bete schälen und fein reiben.

Nun alle Zutaten miteinander vermengen, abschmecken und daraus 12 Laibchen formen. Dann in Kokos-Öl von beiden Seiten ca. jeweils 5 Minuten braten.

Anmerkung m: wer mag gibt noch ca. 50g Semmelbrösel (oder ähnlichs - s.o.) hinzu - muss aber nicht sein 

Bei uns gab es begleitend einen Kräuterquark dazu - bestimmt muss ich nicht beschreiben, wie man die Zutaten miteinander vermengt


Kommentare :

  1. Vielen Dank für die farbenfrohen Quinoa-Bratlinge. Ich weiß jetzt schon, dasss ich sie lieben werde. Habe noch ein anderes Quinoa-Bratling-Rezept in allerbester Erinnerung...
    Was den Zusammenhalt angeht, gebe ich dir absolut recht. Ich halte es für fatal, mit seiner Meinung hinter dem Berg halten zu müssen, weil kaum noch differenziert wird und man befürchte, öko-soziale Kritik wäre Wasser auf den Mühlen antidemokratischer Parteien. Es ist kompliziert, aber Schwar-Weiß-Denken hat noch nie Jemandem genutzt. Schön, dass du das so gut auf den Punkt zu bringen vermagst.
    LG Peggy

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    1. Überall sind sie wieder am Auf- und Wettrüsten! Und ich frage mich: welches Volk will Krieg? So freue ich mich, Peggy, über jeden der sich für den unbedingten Frieden sowie die (Arten)Vielfalt ausspricht! Danke für deine Unterstützung!

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  2. Halten was du versprichst auch in einer Variante mit Butternut statt SüßKartoffel. Lecker! Hannah

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