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Samstag, 16. Oktober 2021

WBD - Vollkornkasten mit Karotten und Kürbiskernen


 *Der Ausnahmezustand gehört nicht zu Madagaskar, der Ausnahmezustand IST das madegassische Leben*, so stand es sinngemäß damals in unserem Reiseführer. In Madagaskar fehlen alle Strukturen, wie wir sie von Europa gewohnt sind: keine richtigen Straßen, keine (verlässliche) Stromversorgung, keine Supermärkte, Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen...

In Europa hingegen scheint alles sehr gut durchgetaktet. So sehr, dass ein Bus oder ein Zug mit fünf Minuten Verspätung für Erregung sorgen kann. Nicht von ungefähr glauben wir also, wir könnten uns vor dem Leben absichern: mit noch mehr Regeln, noch mehr Vorschriften, noch mehr Standartisierung, noch mehr Restriktionen, noch mehr Richtlinien. Aber - wie spielte mir dieser Tage ein Film so hübsch zu: *Das Leben ist eine sexuell übertragbare, tödliche Krankheit!* Egal was wir tun, wir können uns vor den Unabwägbarkeiten nicht schützen. Jede Vorstellung von Kontrolle ist Illusion.

Das ängstigt - also versucht man sich abzulenken, zu verdrängen, sich zu betäuben. Würde ich noch Alkohol trinken, dann hätte ich in der letzten Zeit darin gebadet. Und es hätte mir nichts geholfen. Im Gegenteil. Denn je mehr es strudelt, umso mehr bedarf es funktionierende Sinne - und das ist eine Kunst, wenn alles in einem Alarm schlägt.

Rat suchte ich u.a. mal wieder beim Dalai Lama. Der meinte: *Beten alleine genügt nicht - man braucht auch einen ruhigen Geist!*. Und wie man sich gegen negative Einflüsse von Emotionen schützt, gehöre seiner Meinung nach eh zu jeder Schulausbildung. Denn der Dalai Lama wäre nicht der Dalai Lama hätte er nicht praktische Hilfestellung dazu parat wie eine Atemübung sowie das Bündeln der Sinne durch die Konzentration auf eine Visualisierung (je nachdem, an welchem geistigen Vorbild man sich orientiert). In Panik und Ängste zu verfallen - ein Sog, der umso stärker wird, je mehr man zum Nichtstun verdammt ist - hilft niemalsnie...

Was bleibt in Anbetracht einer unberechenbaren Komponente, die größer und einflußreicher ist als all unser Sinnen, Denken und Trachten? Sich diesen größeren Mächten ausliefern - nicht kopflos, nicht blind, sondern mutig und demütig, mit Urvertrauen, wissend um die eigene Begrenztheit und dass manche Dinge einfach unabänderlich Maktub sind... Ob man darin mit den Jahren, Erfahrung, dem Alter besser wird?



Und sich mit alltäglichen Dingen beschäftigen dürfen gibt ebenfalls Halt, wenn der Boden erkennbar wackelt. Wie Brotbacken. Heute ist World-Bread-Day, einen Tag den Zorra seit gefühlt Anbeginn der Foodbloggerei zum Event erhoben hat. Und ein Event, an dem ich mich seit Jahren beteilige.

Wie ich im Nachhinein feststellte, buk ich ein sehr ähnliches Brot bereits zu letztem WBD: vollkornig mit Saaten und Karotten, locker und mit sehr guter Frischhaltequalität. Manche Vorlieben ändern sich nicht. Dieses Brot habe ich mir so zurecht gebastelt, dass ich es zusammen mit dem Mittagessen zubereiten konnte, da ich morgens keine Zeit hatte. Und der Sauerteig wird schön mild durch die lange Gehzeit. Wer die Menge des Anstellgutes im Sauerteig erhöht, verkürzt damit die Gehzeit dadurch - als Tipp, um sich seinen Zeitfahrplan selbst optimieren zu können. Auch kann man den Dinkel komplett mit Einkorn ersetzen oder umgekehrt.

 

Zutaten für 2 kleine Backformen (750g-Formen):

Sauerteig - 18h (Anfangstemperatur um die 30°, dann auf Zi- Temp. abfallen lassen):
200g Roggenvollkorn
100g Roggen, grob
350g Wasser
10g Roggen-ASG, aufgefrischt

Quellstück - zeitgleich ansetzen mit dem Sauerteig und kalt stellen:
100g Einkorn, grob
140g Kürbiskerne, geröstet
22g Salz
30g Zuckerrübensirup 
400g Wasser (m: 200ml Kefir)

Hauptteig:
Sauerteig
Quellstück
300g Dinkelvollkorn
110g Dinkel 1050
50g Wasser
8g Hefe
100g Möhre, grob geraspelt 

Zubereitung:

Den Sauerteig und das Quellstück am Vortag ansetzen.

Am Backtag Sauerteig, Quellstück und die übrigen Zutaten des Hauptteiges etwa 5min kneten.  Eine halbe Stunde abgedeckt zur Teigruhe stellen, erneut kurz 4min kneten und nochmals 30min ruhen lassen. Den weichen Teig in die vorbereiteten, gefetteten Formen löffeln, glatt streichen (wer mag, mit Saaten bestreuen) und  2 Stunden gehen lassen. (je nach Sauerteig-Aktivität und Temperatur schneller oder langsamer).
 
Die Brote mit nahezu voller Gare backen - dazu die Brote stippen und bei 240° in den Ofen schieben, dann fallend auf und auf 200° insgesamt 1 Stunde backen. (m: die letzten Minuten ohne Form gebacken bei leicht geöffneter Ofentür).
Klopfprobe.

*Anmerkung m: Falls nur eine 1kg Form befüllt wird, alle Zutaten mit 0,7 multiplizieren - bei viel Vollkorn empfehle ich aber bevorzugt 2 kleinere Brote zu backen
 


 

**** Vielen herzlichen Dank für all die einfühlsamen Mails - ich bin sehr berührt von dem breiten Rückhalt, den ihr mir zukommen lasst! ****

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