Brokkoli-Kartoffel-Puffis mit Käse

Dienstag, 17. März 2026

 

Mit meinem mittelalten Erfahrungshorizont fällt mir auf, dass es bei manchen Themen gerne am ganz Grundsätzlichen hapert. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Homöopathie. Es lohnt nicht, also überhaupt nicht, mit Menschen darüber zu diskutieren, die keinerlei Vorstellung haben von *Geist*. Da mangelt es (leider) an der Basic, dass Leben auf dem Planet Erde eine Zusammensetzung aus Materie (Hülle) und Geist (Inneres) ist. 

Ähnliches ist mir zum Thema menschliche Beziehung aufgefallen. Der Hauptgrund, warum viele Beziehungen scheitern, ist die banale Tatsache, dass der Andere nicht anders sein darf. Das klingt regelrecht dämlich, aber beobachtet doch selbst: wie schnell geht da ein Tauziehen los, wer *richtiger* ist. Auch darüber hatte ich es bereits. Eine epische Mächte-Rangelei, bei der jedes freundliche Gefühl mit Füßen gestoßen wird.

Öl auf meine Mühlen gießt unterstützend der Psychologe Ulrich Wilken (Insta), von dem ich mir nun bereits ein paar Reels angehört habe, die ich alle anregend empfand.

Ulrich Wilken schaut auf 40 Jahre therapeutischen Arbeitens zurück und nimmt dabei wiederkehrende Verhaltensmuster war. Wesentlicher Grund für die Differenzen von Paaren sei nicht die schlechte Kommunikation - das ist lediglich die Auswirkung. Er sagt: *was im Grund die Missverständnisse erzeugt, ist die innere Schwierigkeit, den anderen in seinem Anderssein zu akzeptieren.*

Stattdessen erwarte man, dass sich der andere dem eigenen Sein angleiche. Was einer Grundkränkung gleichkäme, weil was als Botschaft dabei vermittelt wird ist: Du bist falsch. Und dann fängt die Hackerei erst an mit *Ich? Was! Nein, DU bist nicht richtig! *Und worum streiten die Paare: wer die Welt richtig sieht, wer hat recht hat. Das ist die Form der Kommunikation. Die eigentlichen Missverständnisse sind auf diese Weise sogar erwartbar.*

Zwangsläufig geht die Neugier für den Anderen und seine Sicht der Dinge flöten - und zwar ganz unabhängig davon, ob man diese Sichtweise teilt oder nicht. Obendrein beraubt man sich dabei der Möglichkeit, seinen eigenen Horizont durch den Austausch mit einem anderen zu erweitern.

Das ist das Wichtige, fasst Ulrich Wilken zusammen: es hängt auch hier von der eigenen Haltung ab, von dem eigenen Sein, von der eigenen Perspektive auf die Welt und NICHT, dass der andere sich dem eigenen Sein angleichen muss. Es gilt eine innere Haltung und Wertschätzung zu entwickeln, ohne diesen Wunsch, dass sich der andere verändern möge, weil erst dann - so die Utopie - wird alles gut werden. Und das ist wiederum das Unwahrscheinlichste, was überhaupt passieren kann.*

Nicht wirklich Raketenphysik, doch logisch, oder? Keiner will, dass an einem rumgedoktort wird. Nur in der Umsetzung rappelts im Karton. 

Leichterdings kann man Paarbeziehung dann weiter hochabstrahieren, wenn es um Gruppenbildung geht. Da verschanzt sich dann der Mainstream hinter dem Block: wir denken ALLE so und wer es anders handhabt, muss falsch gepolt sein. Oder gar wenn es sich um Konflikte zwischen verschiedenen Ländern handelt. So dass die Schlußfolgerung lautet: frei lassen und Freiheit überhaupt vermag allein das Individuum.



Schön, dekliniere ich weiterhin die Gemüse-Bratlinge dieser Welt durch. Wieder eine neue Variante. Ähnliches habt ihr hier - bien sûr - bereits schon gesehen. Aber was will ich machen: ich liebe Puffis.

* etwa die Kartoffel-Calzone

* der Kinderteller

* oder die Blumenkohl-Kartoffel-Käslinge

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Einen kleinen Umweg bastle ich in Zubereitung ein, um die wertvollen Inhaltsstoffe des Brokkoli nicht zu verderben - alle anderen, die einen Teufel drauf geben, werfen ihn mit den Kartoffeln in einen Topf.

Neuerdings bekommt der Brokkoli nämlich mehr Zeit von mir, seitdem ich folgendes weiß: bei Brokkoli reichert sich der gesundheitsförderliche Pflanzenstoff Sulforaphan an, wenn das Gemüse klein geschnitten wird und danach ruhen kann. Schneidet man den Brokkoli auf, wird ein Enzym aktiviert, welches die enthaltenen Senfölgykoside in Sulforaphan umwandelt. Je mehr Zeit man dem Enzym nach dem Schneiden gibt, desto mehr Sulforaphan bildet sich. Anschließend wird der Brokkoli gedünstet oder gebraten - voilà, voilà. Jetzt wißt ihr das auch.


Zutaten ca. 8 Stück:

400g Kartoffeln
250g Brokkoli
1 Ei
30g Kartoffel-Stärke
40g Mehl (m: D1050)
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
optional: Kräuter der Wahl
(m: Bärlauch passt gerade prima)
4 Scheiben Käse
Sonnenblumenöl


Zubereitung:

Kartoffeln schälen, kleinschneiden und als Salzkartoffeln garen, abschütten und ausdampfen lassen. Brokkoli (s.o.) klein schneiden, ruhen lassen und dann je nach Lust entweder dämpfen oder braten (nicht zu weich: wegen der Inhaltsstoffe). Den Käse zu acht Vierecken schneiden

Alle Zutaten miteinander vermengen und würzen. Der Teig wird ziemlich klebrig bleiben, aber dafür in der Pfanne gut zusammen halten. Am besten, man arbeitet nun mit leicht geölten Händen. Den Teil aufteilen in etwa 8 gleichgroße Bälle. 

Einen Ball auf der Innenseite der linken Hand zu einem dünnen Kreis drücken mit Hilfe der rechten Hand. Den Käse in die Mitte legen und den Teig, die Teigränder darüberlegen und dann gut verschließen. Wenn der Käse noch irgendwo an der Seite rausguckt, dann läuft er während dem Backen gerne raus...

Nun von beiden Seiten die Puffis goldbraun braten.

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