Montag, 22. August 2011

geröstete Ofentomaten für den Winter

Ihr solltet hamstern, wenns an der Zeit ist, dann ergeht es euch wie der Ameise von Jean de la Fontaine und nicht wie der Grille, die vor lauter Müsigang nicht an die harten Zeiten des Winters gedacht hat (wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe ;). Schließlich wurdet ihr mehrfach nicht nur auf die Schönheit der Tomaten hingewiesen, sondern auch darauf, dass jetzt Saison ist.

Seit letztem Jahr ist DER Tomateneinmachhit mal wieder ein Tipp von Petra. Unser damals niegelnagelneues Treibhaus hatte eine derartige Tomatenschwemme erzeugt, dass allerdringenst neue Ideen fürs Konservieren gefragt waren. Und in meiner Not, habe ich mich an Petra gewandt. Ergebnis: Nicht verzagen, Petra fragen. Unter ihren Vorschlägen war eben auch dieses Tomatenpüree. Binnen kürzester Zeit hatte ich diese Gläser letzten Winter aufgebraucht - und das, obwohl wir ja fast nicht zuhause waren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren. Und weil ich derart begeistert bin von dem Geschmack und den vielfältigen Möglichkeiten, wie man das Püree einsetzen kann (Pasta macht es schlonzig, Pizzen bietet es eine gute Grundlage...), habe ich dieser Tage ganze Serien eingemacht: Tomate pur nur mit Olivenöl, Tomate mit Knoblauch und Thymian, Tomate mit Knoblauch und Lorbeer (dafür habe ich den frischen Lorbeer nach dem Auskratzen in einem Topf noch etwas mitköcheln lassen) oder eben diese Version, die ich euch hier vorstelle. Dabei habe ich es meiner Lust überlassen, die Kerne am Ende rauszusieben - edler ist das auf jeden Fall.

Außerdem braucht ihr für dieses Einwecken lediglich einen großen Topf und kochendes Wasser. Sämtliche Ausreden gelten also nicht!

Zutaten:

2 Kg reife aromatische Tomaten
(bzw. soviele wie in den Bräter passen)
6 EL Olivenöl
4 Knoblauchzehen
30 Blätter Basilikum
Salz, Pfeffer
etwas Vanille-Rohrzucker (selbst angesetzt)

Zubereitung:

Backofen auf 220 vorheizen.

Die Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen und enthäuten. Tomaten quer halbieren, den Stängelansatz keilförmig herausschneiden. Die Tomatenhälften mit der Schnittfläche nach oben in einen flachen Bräter setzen, salzen,pfeffern und mit etwas Zucker besträuen.

Das Olivenöl in eine kleine Schüssel geben und die Knoblauczehen dazupressen. Die Basilikumblätter grob zerreisen und mit dem Öl mischen. Die Mischung auf die Tomaten verteilen. Den Bräter für etwa 1 Stunde auf der mittleren Schiene in den Ofen stellen. Eventuell gegen Ende noch etwa 5-10 Minuten den Grill zuschalten, die Tomaten sollten am Rand erste dunkle Stellen zeigen. 

Die Tomaten mitsamt Bratrückständen und Saft aus dem Bräter kratzen und in einem Mixer pürieren. Anschließend durch ein feines Sieb passieren (flotte Lotte), um die Kerne zu entfernen.

Edit 2013: die Kerne siebe ich nicht mehr aus
eine kleine Auswahl meiner Gläser
Währenddessen Gläser und Deckel mit kochendem Wasser sterilisieren. Auf einem sauberen Handtuch bereit stellen, ebenso einen großen Topf. Mit dem Schnellwasserkocher Wasser zum Kochen bringen. Das Tomatenpüree nach dem Sieben zurück in einen Topf geben und erneut erhitzen, bis es kocht. Sofort in die Gläser füllen und fest verschließen. 

Dann in den gerichteten Topf geben (bei mir ist darin schon soviel kochendes Wasser, dass ich mir nicht die Finger verbrenne, wenn ich die Gläser nacheinander reinstelle) und wenn alle darin gestapelt sind (bei wackeligen Konstruktionen Handtuch dazwischen) mit soviel kochendem Wasser überbrühen, dass die Deckel der obersten Gläser bedeckt sind. So 20 Minuten kochen lassen und in dem Topf und Wasser auskühlen lassen. Hält sich ewig.

Inspiration: Petra von Chili und Ciabatta

Kommentare:

  1. hmm... das wäre doch mal eine Idee, sterilisieren habe ich noch nie probiert. An den Tomaten kanns nicht liegen.

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  2. @Robert: Tomate läßt sich völlig unkompliziert einmachen! Selbst schlicht gehäutete Tomaten, die ich kleinschneide und im Topf aufkoche und dann in Gläser fülle, mache ich so ein. Also wer Fond kocht.... Und die Gläser halten im Regal lässig 2 Jahre!

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  3. Danke für die prima Anregung :-)
    Habe zwar einen elekt. Einkocher, bevorzuge aber bei kleineren Mengen den Backofen, weil das schneller geht und bequemer ist.

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  4. @Marlene: Ja, Backofen ist bestimmt auch ne gute Alternative - wie lange und bei wieviel Grad läßt du Tomatengläser im Ofen?

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  5. @ Micha
    Fettpfanne auf unterster Schiene einschieben, ca. 2cm hoch mit Wasser füllen, befüllte u.verschlossenen Gläser mit etwas Abstand in die Fettpfanne stellen.
    Ofen auf Umluft 150-160° einschalten, wenn in den Gläsern gleichmäßig Perlen aufsteigen (nach ca. 30-40 Min.) diese noch 20-30 Min. im ausgeschalteten Ofen belassen, herausnehmen und abkühlen lassen.

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  6. Da schau her! Das sehe ich jetzt erst. Du machst die Ofenparadeiser ganz ähnlich wie ich, nur bleibt bei mir die Haut dran.
    Ich fülle die Pampe aber einfach so in Twist Off-Gläser. Wenn man sie kochend heiß einfüllt, hält sich das auch ohne großes Brimborium gut. Eingeweckt werden bei mir nur Weck-Gläser oder diese anderen Gläser mit Gummring und Schnappverschluss.

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  7. @Turbohausfrau: Ja, das mit der Haut rauspassieren muss nicht unbedingt sein. Hab ich auch nicht bei allen Gläsern gemacht.

    Und hey, was so mißtrauisch gegen Schraubveschluß-Gläser? Die bringens auch ;)!

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  8. Hab grade das Gartenconfit gemacht, sensationell!

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  9. Sehr lecker, wirklich nur zu empfehlen!
    Ich habe die Haut dran gelassen und am Ende alles durch die Flotte Lotte gedreht - da bleibt die Haut dann drin und man spart sich das schälen!
    Liebe Grüße, Lala

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  10. Huhu, jetzt komme ich endlich dazu, dir mal einen Gegenbesuch abzustatten. Dein Blog ist wunderschön und mit vielen Inspirationen für eine Veganerin wie mich gespickt :-). Dafür danke und ich glaube, ich schaue hier jetzt häufiger vorbei!
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

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  11. ich habe mir erlaubt, dich zu verlinken, nachdem ich die ersten tomaten im glas hatte.
    danke für dieses tolle rezept !!
    herzliche sommergrüße. elvi

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  12. Liebe Micha, die ersten vier Kilo ofengeröstete Tomaten sind fertig und super lecker! Danke für das Rezept!
    Christina

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