Dienstag, 18. Oktober 2011

Grüße aus der Ex-Heimat - Linsen mit Spätzle

Manchmal kommen die Gelüste wie von alleine - Ort und Zeit unabhängig. Aber so gehts dann, auch im Spätsommer in Südfrankreich: Lust auf was Ex-Heimatliches.

Linsen und Spätzle - ein echtes schwäbisches Nationalgericht. Wie gut, dass Klassiker weit verbreitet sind. Oh, jetzt habe ich Klassiker geschrieben. Damit werde ich bestimmt einen Urschwaben auf den Plan rufen, der schon in zehnter Generation im Schwabenland geboren ist und dessen Urururgroßmutter ein völlig anderes Rezept verwendet hat. Späßken! Denn es würde mich sehr wundern, wenn eine solche Stimme laut wird, da riesige Unterschiede sich schwerlich auftun dürften. Zumal ich mit meinem Habib eine badnerisch-schwäbische Koalition darstelle - was zu anderen Zeiten fast wie katholisch mit protestantisch war.

*Wie gut* habe ich deshalb geschrieben, weil mir das Auffinden dieses Klassikers im Netz bei der Effilee das Eintippen erspart hat. Als Blogger superpraktisch. Meine kleinen Änderungen habe ich angemerkt. Violà. Und ebenfalls traditionell (was die Effilee wohl vergessen hat) ist das kleine Gefäß gefüllt mit Rotweinessig, das mit einem Kaffeelöffel gereicht wird, um bei Tisch die Essigdosierung nach Wunsch zu erhöhen.

Ach, so ein richtig gscheites deutsches Essen ist auch was Feines - auch in Südfrankreich!

Zutaten: 

für die Spätzle:
200 g Mehl (m: Spätzelmehl)
2 Eier (L)
Salz
etwas But­ter (m: braune Butter)

Für das Linsengemüse:
1 klei­nes Bund Sup­pen­grün (Möhre, Sel­le­rie, Por­ree, Petersilie)
1 Zwie­bel
40 g Butter (m: weniger)
15 g Mehl (m: weggelassen)
125 g Tellerlinsen
1 EL Tomatenmark
1 TL getrock­ne­ter Majoran
(m: 3 Zweige Thymian)
1 Lor­beer­blatt
0,5 l Gemüse– oder Fleischbrühe (m: Gemüse/ eventuell etwas mehr)
1–2 EL Balsamessig (m: Rotweinessig)
(m: 1 EL Crème fraîche)
Salz, Pfef­fer
pro Per­son 1 Paar Saitenwürstchen
(m: importiere deutsche Wienerle)
Zube­rei­tung:

Für die Spätzle Mehl mit Eiern, 35 ml Was­ser und einer guten Prise Salz zu einem Teig ver­rüh­ren. Mit einem Koch­löf­fel oder der Hand (Greif­be­we­gun­gen) den Teig in der Schüs­sel so lange schla­gen, bis er eine cre­mige Kon­sis­tenz hat und Bla­sen wirft. Zuge­deckt kurz ruhen lassen.

Sup­pen­grün und Zwie­bel put­zen und fein wür­feln. But­ter in einem Topf schmel­zen, 15 g Mehl mit einem Schnee­be­sen ein­rüh­ren und wal­len las­sen, bis die Mischung leicht gebräunt ist (m: keine Mehlschwitze gemacht, stattdessen Gemüse mit angedünstet). Gemüse und Tel­ler­lin­sen zuge­ben und gla­sig düns­ten. Toma­ten­mark (m: erst zum Schluß), Majo­ran und Lor­beer­blatt (m: und Thymian) unter­rüh­ren, mit Brühe auf­fül­len. Offen 30–35 Minu­ten leise köcheln lassen.

Einen gro­ßen Topf mit Salz­was­ser auf­ko­chen las­sen. Den Spätz­le­teig mit einem befeuch­te­ten Spa­tel, einer Palette oder einer Teig­karte auf ein befeuch­te­tes Brett­chen strei­chen, sodass der Teig zum Ende hin dünn zuläuft. Jetzt mit dem Spa­tel mög­lichst dünne Teig­strei­fen vom Brett direkt ins kochende Was­ser scha­ben, bis die Hälfte des Tei­ges auf dem Brett­chen ver­braucht ist. (Wahl­weise den Teig durch eine Spätz­le­presse drü­cken.) Die Spätzle im Was­ser auf­stei­gen las­sen, 2 Minu­ten kochen. Her­aus­neh­men und in eine gebut­terte Form geben. Im Ofen bei 80 Grad warm hal­ten. Wei­ter so ver­fah­ren, bis der Teig ver­braucht ist.

Das Lin­sen­ge­müse mit Essig, Salz und Pfef­fer kräf­tig wür­zen, mit gehack­ter Peter­si­lie bestreuen. Die Würst­chen in hei­ßem Was­ser erhit­zen und alles zusam­men servieren 
Quelle: Effilee Linsen mit Spätzle

Kommentare:

  1. Also bei uns daheim ...
    Nee Scherz :)
    Meine Tochter mag Linsen leider nicht. Muss ich sie wohl mal wieder in Urlaub schicken, wo ich jetzt so gluschtig geworden bin.

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  2. So, so, Du kommst auch aus dem Schwabenländle. Ein ganz wunderbares Gericht. In der Gastronomie leider grausam verunstaltet. In Ulm gibt es für uns nur ein Lokal, in dem man fantastisch Linsen essen kann.
    Mein eigenes Rezept ist nicht mehr klassisch, hat dadurch aber durchaus gewonnen.
    Alp-Leisa statt Tellerlinsen und auch mit gutem Balsamessig.

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  3. @Heike: :) - fast dachte ich, du eröffnest :)
    *gluschtig* - schönes neues Wort! Vielleicht was für die Astrid?!

    @Anna: Haha, habe ichs doch raufbeschworen.
    Klassiker so stehen lassen können, weil jeder sein Rezept für das beste hält - typisch Klassiker halt - ist schwer ;)

    Natürlich kann man auch Puy-Linsen nehmen oderoder... Ich mag dieses Gericht aber in seiner Einfachheit, eben auch am liebsten mit nem guten Rotweinessig. So sinnse die Vorlieben und Geschmäcker! Im übrigen ist der Habib schwäbisch :)!

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  4. Ja wenn Ich jetzt noch wusste was Spaetzle mehl ist?Sieht wirklich lekker aus moechte es nachkochen;))

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  5. Micha,
    mein Rezept ist definitiv n i c h t das beste. sondern das von erwähntem Lokal.(ich weiß nicht,ob ich hier Werbung machen darf)

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  6. @Dzoli: Spätzlemehl brauchts nicht (sogenanntes doppelgriffiges Mehl), es geht ebenfalls sehr gut mit normalem Mehl. Dem Nachkochen steht also nix im Wege ;)!

    @Anna: oh, da haben wir wohl aneinander vorbei geschrieben. Mein Rezept ist nämlich auch nicht das beste, sondern ebenfalls lediglich eine Abwandlung nach unserem Geschmack.

    Und alles, woran ich keinen Anstoß nehme, das ist hier erlaubt. Also auch, dass man hier wirbt, für das, was einem gefällt, wie etwa ein Resto ;)!

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  7. Hallöchen,

    vor ein paar Tagen hatte ich die selben Gelüste ,o)
    Ich bin total begeistert von dieser Kombi, hier bei uns ist das nicht üblich, aber eine Bekannte aus Stuttgard hat uns dazu mal eingeladen, seither bin ich ein Fan.

    Lg Kerstin

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  8. Das trifft sich einfach gut :) Auf meinem Speiseplan steht fürs Wochenende Linsen mit Spätzle und ich suche noch ein Rezept dazu. So schnell hat meine Suche ein Ende.
    Danke.

    Lieben Gruß Manu

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  9. @Kerstin: Das ist dann schon irgendwie erstaunlich, wie unterschiedlich die regionale Küche in dem kleinen Deutschland ist, nich?

    @Manu: So lese ich Food-Blogs auch am liebsten - wenn ich dadurch weiß, was ich die kommenden Tage koche ;)

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