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Montag, 8. April 2013

Crossinis mit Ziegenkäse und Andenbeeren-Mandarinen-Chutney

Meistens ist es ja so, dass man sich um einen Neuzugang im Garten schwerstens bemühen muß. Gießen, düngen und gutes Zureden sind dabei noch das wenigste. Aber manchmal wird ein solch warmes Willkommen auch schwer mißbraucht. Als ganz, ganz wüstes Beispiel fällt mir der Sandorn ein - stupfelige Sandornablegerwurzeln in Bereiche, die ihm NIE zugewiesen waren. Ein böses Gestrüpp!

Und ein eben weiteres solches Beispiel ist die Physalis. Sie bekam sogar einen Luxusplatz im Treibhaus. Und was hat sie daraus gemacht? Einen groben Missbrauch!

In alle Richtungen mit großen langen Zweigen wie Tentakeln hat sie sich ausgebreitet, kletterte über die Tomaten unter ihnen und an den Tomaten vorbei, ließ sich vom Zurückstutzen überhaupt nicht beeindrucken und machte sich bei mir - sagen wir es mal so - nicht sehr beliebt. Allein dem Habib hatte sie es zu verdanken, dass sie im Herbst beim großen Kehraus nicht mit aus dem Treibhaus flog.

Zu meiner Überraschung wartete sie nach unserer Rückkehr in bester Verfassung auf uns. Ich hatte ja auf ihre sterblichen Überreste gehofft. Beim Umstechen und Vorbereiten des Treibhauses war mir die Physalis ein Dorn im Auge. Und so wurde sie schließlich abgerntet und dann bekam sie vom Habib eine zweite Chance vor dem Treibhaus. Dort hätte sie von mir aus machen können, was sie will, aber Gevatter Frost zwei Tage später, den hat sie dann nicht überlebt.

Was also tun mit soviel Andenbeeren? In einem Chutney konnte ich sie mir am besten vorstellen. Und dieses wiederum auf einem gerösteten Brot mit Ziegenfrischkäse!
Zutaten:

800 g Physalis
25 g frischer Ingwer
Harissa
130 g brauner Zucker
2 TL Senfkörner 
3 EL Weißweinessig
80ml Mandarinensaft (2Mandarinen)
60ml Wasser
Salz

etwas Olivenöl
Ziegenfrischkäse
Zitronenthymian

Zubereitung:

Für das Chutney die Physalis putzen, waschen, halbieren. Ingwer schälen, fein würfeln. Chili putzen und fein schneiden. Zucker mit 120 ml Wasser aufkochen. Senfkörner, Physalis, Ingwer, Chili, Essig zugeben. Offen ca. 25 Minuten bei milder Hitze sirupartig einkochen, salzen. Zur Probe einen Tropfen Chutney auf einen Teller geben: Wenn er geliert, ist das Chutney fertig.
Inspiration: Charlottenblog - Essen und Trinken

Kommentare :

  1. Die Bezeichnung Andenbeeren habe ich ja auch noch nie gehört! Wieder was gelernt :)

    Ich habe Physalis-Chutney bislang nur klassisch zu gegrilltem Rind gegessen, auf's Brot zur Ziege ist eine gute Idee :)

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  2. Dein neues Kleidchen ist aber wunderhübsch!!!
    Das Rezept auch :)

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  3. Ach ja, ich hab Ziegenkäse gehört/gelesen? Da bin ich wieder ;-)

    Schaut sehr lecker aus! Ich würde gern mal naschen...
    Also wenn die Andenbeeren so gut wachsen, meinst Du, sie sind auch "Topf-geeignet"? Habe leider keinen Garten, sondern nur Balkon und Hoffläche zur Verfügung...

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  4. Schick ist es geworden bei Dir; will sagen - noch schicker. Physalis-Überschuss kenne ich hier nicht, Dein Chutney klingt aber so, dass ich wohl mal einen Großeinkauf starten muss.

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  5. Ach wie gut ich das kenne! Andenbeeres Schwester, die Lampionblume, wächst bei mir auch exakt nur da, wo ich sie nicht wollte...

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  6. Sieht das lecker aus...ich liebe zum Beispiel Ziegenkäse und Feigen überbacken...

    Lieben Gruß Erwin

    http://e-schriefer.blogspot.de/

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  7. Fesch hast du's hier!
    Das mit den unerwünschten Pflanzen gibt es auch auf Balkonien. Topinambur werde ich nicht los. Da reichen offensichtlich winzige Wurzelreste, die an der Topfwand innen anhaften, dass man den nach eine Jahr schon wieder hat, ob man will oder nicht.

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  8. Liebe Micha, ich finde Dein neues Layout sehr gelungen. Die schlichte Umgebung bekommt Deinen schönen Fotos sehr gut, finde ich. Na, und für geröstetes Brot mit schmelzendem Käse und fruchtigem Chutney bin ich doch immer zu haben.
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

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  9. Physalis gehören zu meinen Lieblingsfrüchten, ich könnte davon schon eine ganze Menge verdrücken, einfach so pur. Deine Idee sie in einem Chutney zu verwenden gefällt mir allerdings auch ausgesprochen gut und dann noch mit Ziegenkäse... mmmhhhh

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  10. @Uwe: Man sollte seine Feinde beim Namen kennen - nein, Spaß beiseite, als Chutney ist die Physalis wirklich ein Angebot. Wäre halt das wuchernde Verhalten im Treibhaus nicht...

    @Sybille: Vielen Dank!
    Das Kompliment für die Umsetzung muß ich weiterleiten. Wenn ich die offizielle Erlaubnis habe, folgt eine Lobdudelei auf den Hacker, der für die technische Umsetzung wie auch ästehtische Beratung zuständig ist.

    @Sandra: Warum nicht? Frost mag die Andenbeere keine, ansonsten eben schlicht den Komfort, den ein Treibhaus bietet: Wärme, Wasser und gedüngten Boden.

    @Magentratzerl: Ich bin auch ganz stolz - und vorallem froh, dass ich beim *neuen Einkleiden* Hilfe hatte. Aber dazu noch mehr ausführlich...

    @Heike: Wobei die Lampionblume ja ganz schick ist, gell?
    Aber es gibt so Pflanzen, die gibts einfach nicht *ein bißchen* wie Giersch, Efeu... Efeu... da fange ich beim Aussprechen fast an zu spucken ;O)

    @Erwin: Ziegenkäse und Feige legen STETS ein astreines Pas-de-deux hin!

    @Turbohausfrau: Tombinambur steht eindeutig ebenfalls auf der Liste der *Grenzüberschreiter*. Oder Bambus, fällt mir gerade noch ein. Pflanze NIE Bambus in deinen Garten!!

    @Frau Ziii: Oh, was ein charmantes Kompliment von dem strahlenden Stern der ästhetischen Fotografie!

    @Sabine: Pur finde ich Physalis auch gut, aber begrenzt. Sie ist halt keine Erdbeere oder Aprikose... Aber besser als eine Stachelbeere :)

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  11. Beim Lesen musste ich laut lachen! Die Geschichte mit der Andenbeere erinnert mich ein wenig an eine Kolumne von Susanne Wiborg über die Wald-Glickenblume. Der Satz "Sie beträngt andere Pflanzen nicht - NEIN, sie erstickt sie!" ist mir besonders in Erinnerung geblieben.
    Mit Andenbeeren habe ich vom Geschmack her noch nie richtig anfreunden können. Obwohl sie ja wirklich hübsch aussieht.

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    1. Jetzt muß ich mitlachen. Die Wald-Glickenblume und die Physalis, die sind vom selben Stamm der Würger :)

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