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Dienstag, 18. Juni 2013

Angefüttert: Bratkartoffel-Gnocchi mit Paprika-Merguez-Sauce

Habe ich euch angesteckt mit meinem Hang zu Gnocchis? So langsam solltet ihr wirklich angefüttert sein und meine Begeisterung für die Wasserschweber nachempfinden, ja nachschmecken können. Noch nicht? Dann bekomme ich euch hiermit.

Als wir unterwegs auf den Philippinen waren, lief in dem Resto eines Guesthouses abends oft der Fernseher. Während eines Dinners sah ich aus den Augenwinkeln einer (englischen, australischen?) Kochsendung zu - fragt mich nicht welcher. Dabei schnappte ich mir die einzige, kulinarische Inspiration auf den Philippinen auf, die dieses gewürzverachtende Land zu bieten hatte: Bratkartoffelgnocchis - was allerdings in keinem weiteren Zusammenhang mit den Philippinen steht. 

Ins Ultralangzeitgedächtnis abgelegt kam mir diese Idee vor ein paar Tagen wieder.
Ausgegangen bin ich von Johann Lafers Rezept für Kartoffelgnocchis. Und als hätte ich es vorausgesehen, wurde das Essen zum darin baden - also für Gnocchi-Liebhaber wie mich. Bei jedem Bissen habe ich leicht selbstzufrieden den Habib darauf hingewiesen, dass ich mir diese Kombi so selbst ausgedacht hatte. Manchmal sollte man auch Spaß an sich selbst haben...

Aber viel Beifall war weiter nicht nötig, da wir beide den Gefälligkeits-Beweis erbracht hatten: zu zweit verputzten wir wirklich eine beachtliche Portion - und das obwohl eigentlich viel zu warm war für Nachschlag.
Zutaten 2P:

Bratkartoffelgnocchi:
250g Kartoffeln, mehligkochend
1 Eigelb
125g Ziegenfrischkäse (original: Ricotta)
75g Mehl
25g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
Muskat
Butterschmalz

Sauce:
2 große Paprika, rot und gelb (etwa 400g)
2 Zehen junger Knoblauch, feingewürfelt
2 Merguez
200g ofengeröstete Tomaten
Harissa
2 TL frischer Thymian
1 EL frischer  Oregano, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Pr brauner Zucker

gutes Olivenöl
frisch geriebener Parmesan
Zubereitung:

Für die Gnocchis die Kartoffeln knapp mit Wasser bedecken und weich garen.

Den Backofengrill anwerfen und die gesäuberte Paprika in Vierteln einige Minuten knapp unter den heißen Grill werfen - solange bis sich dunkle Stellen zeigen. Den Paprika direkt vom Ofen ofort in ein nasses, gut ausgewrungenes Handtuch einschlagen. Abkühlen lassen. Dann die Paprika von ihrer Haut befreien. In kleine Würfel schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Merguez aus der Pelle drücken und zusammen mit dem Knoblauch krümelig anbraten. Die Kräuter dazu geben, ebenso die Paprika und die restlichen Gewürze. Bei milder Hitze und geschlossenem Deckel sanft 10 Minuten köcheln lassen.

Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und noch heiß pellen. In einer Pfanne bei starker Hitze den Butterschmalz erhitzen und die Kartoffeln in groben Stücken sofort darin anbraten bis sie golden angebraten sind. Nun zwei Mal durch die Kartoffelpresse drücken. 

Das Eigelb zugeben und unterarbeiten. Ziegenfrischkäse, Mehl und Paremsan zugeben. Alles zu einer glatten Masse verarbeiten, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Parmesan abschmecken. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwa 2cm dicken Rollen formen. Mit eine Messer in 2cm lange Stücke schneiden. Wer mag formt nun noch nach mit den Händen zu kleinen Kugeln und drückt mit einer Gabel den Gnocchis ein Muster auf. Sie über ein geriffeltes Gnocchibrett zu rollen, wäre natürlich ebenfalls eine schöne Möglichkeit.

Die Gnocchis in leicht kochendes Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, mit einer Schöpfkelle herausheben und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Teller zwischenlagern, bis alle Gnocchis fertig sind - dadurch leicht abtrocknen lassen.

Dann die Gnocchis zu der Sauce geben und mit gutem Olivenöl und Parmesan servieren.
Quelle Grundrezept Kartoffelgnocchi: Johann Lafer, *Der große Lafer*

Kommentare :

  1. Weißt Du, dass Bratkartoffeln meine Leibspeise sind? Gottogott, Micha, das klingt oberlecker! Und übrigens fast genau so ein hübsches Hemdchen hatte ich gestern zur Arbeit an. Heute geh ich glaub ich nackig, es soll bis zu 37 Grad heiß werden. *kreisch*

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  2. Guten Morgen Micha, das sieht wahnsinnig lecker aus :-) Eine Frage: im Text schreibst Du Mehl & Parmesan zugeben, bei den Zutaten steht aber nichts von Mehl ;-) Herzlichst Nadja

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  3. mmmmh lecker! Ich könnte jetzt so direkt, auch gerne zum Frühstück....

    Ich bin auch Gnocchi-Fan und ich habe Ziegenfrischkäse gelesen - dabei! Kommt sofort auf die ToDo-Liste, soll ja ab Freitag wieder kühler werden, den bei den aktuellen 37°C geht nur Salat & Co ;-)

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  4. welch schöne Idee, die Kartoffeln vor der Gnocchizubereitung anzubraten.

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  5. Die Fotos mit der hübschen karierten Bluse lassen darauf hoffen, dass Leser/innen vielleicht auch mal den Rest des Ganzen erhaschen dürfen?! :-)

    Spaß beiseite: super Idee mit den Bratkartoffel-Gnocchis! Danke dafür.

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  6. Unf... Mal den Neid beiseite geräumt, das mir das nicht eingefallen ist: UNF! Ich kann nicht mehr schlafen, bevor ich nicht welche von diesen Gnocchi hatte! Merguez liegt halb fertig gewurstet in der Truhe. Wenn ich nur wüsste, wo ich das Messer vom Fleischwolf hin hab...

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  7. Ich bin ebenfalls angesteckt, große Gnocchi-Liebe! Das sieht wieder ganz zauberhaft aus, besonders das Bild mit dir im rot-weiß-karierten Blüschen ist toll! (Und erinnert mich daran, dass ich auch gerne noch so eine Bluse hätte)... und Merguez liebe ich sowieso. Kommt auf die Nachkochliste!
    Liebe Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  8. Gnocchi mag ich ohnehin; aber die Idee, selbige aus Bratkaroffeln zu machen, ist genial! Bloß gute Merguez ist hier schwer zu kriegen....

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  9. Was für eine schöne Idee!

    Ich brate mir meine Gnocchi ja eh immer an, sonst erinnert mich die Konsistenz zu sehr an Knödel und die mag ich komischerweise gar nicht so gerne. Der Geschmack wird aber sicher anders sein, wenn man nur die Kartoffeln vorher brät. Wird ausprobiert! Allerdings warte ich auch auf kühleres Wetter :)

    Lg, Mari

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  10. Ooooooh wie lecker! Ich bin auch der Gnocchi-Sucht verfallen! Bei mir kommen sie auch nur angebraten auf den Tisch! Deine Variante sieht so richtig lecker aus! Wundervolle Fotos - machen so richtig Appetit! Sonnige Grüße, Ann-Katrin

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  11. Mit Deinem Hang zu Gnocchi musst Du mich nicht erst anstecken, aber wahrscheinlich hast Du mich jetzt süchtig nach Deinen Bratkartoffel-Gnocchi gemacht ;-)

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  12. @Christina: Wie nackig? Jetzt bin ich wohl zu spät für meine männliche Leserschaft dran mit der Nachfrage, wo genau dein Arbeitsplatz ist ;O)

    @Nadja: Vielen Dank für das genaue Lesen - dank dir habe ich ediert!

    @Sandra: Also ich kann nicht anders als dich ab sofort Mme Picodon zu nennen - Picodon ist der Ziegenkäse von hier ;)

    @Robert: Fand ich auch gleich eine gute Idee - daher konnte ich es mir wohl behalten.

    @Eva: Nachher sieht das Oberteil ganz anders aus als gedacht... Und dann?

    @Alex: Mit selbst gemachter Merguez? Das ist die Steigerung!

    @Juliane: Und hat man mal die Nicky Gnocchis nachgemacht, weiß man auch, dass das von der Arbeit her halb so wild ist.

    @Susanne: Merguez gibts hier ebenfalls in unterschiedlicher Qualität - am besten finde ich die aus Lammfleisch

    @Mari: Das Ding ist, die gegarten Gnocchis abzuschrecken und auf einem Teller abtrocknen zu lassen - dann sind sie keinesfalls wässrig, schlicht besser.

    @Ann-Katrin: Gegen anbraten spricht rein gar nichts - Merci für dein Kompliment!

    @Sabine: Gnocchis sind saisonlose Klassiker, oder :)?

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  13. Die Idee, die Kartoffeln vor der Verarbeitung zu Gnocchi zu braten, ist ja wirklich spannend. Ich war übrigens auch gerade auf den Philippinen und finde auch, dass die Küche nicht gerade zu den Großen der Welt gehört. Aber eine Entdeckung habe ich dennoch gemacht: Kinilaw! Erfrischend, total würzig (Chili!, Ingwer) und wirklich unglaublich lecker.

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  14. Der Kerl - obwohl erklärter Bratkartoffelfreund - war skeptisch, als er hörte, was es geben soll. Und dann hin und weg: Sehr, sehr schöne Vorlage - die Kombination aus Röstaroma und Ziegenfrischkäse ist der Kracher!

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    1. Hach, Charlotte, das ist Wasser auf den Mühlen meiner Eitelkeiten :)

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