Montag, 11. August 2014

Spa-Maßnahme: Risotto mit Pfifferlingen und Blaubeeren

Kein Tag im Spa kann mir ersetzten, was mir eine Stunde im Wald schenkt. Sauna, Thermalquellen, Wirlpool, Massagen, Gesichtsmasken... keine Frage, all das tut gut. Aber wenn ich im Wald (oder auch auf der Wiese) atme, dann atme ich bis in die Seele. Was eine wohltuende Atmosphäre der Freiheit, die unbewußt in jede Zelle schlupft!

So suchen der Habib und ich meist nicht mit übermäßigem Ehrgeiz nach Pilzen. Vielmehr ist es ein Alibi, um querfeldein durchs Unterholz auf federweichem Waldboden zu prischen, sich die Spinnenhuddeln aus dem Gesicht zu wischen und die Nase mal wieder richtig ihren Job machen zu lassen, nämlich voller Lust zu riechen. Und was sie riecht, was riecht das gut.

Pilzesuchen macht eindeutig hunderttausendmal mehr Spaß als sie zu putzen. Bei Pfifferlingen kann man gar von Strafarbeit reden - vorallem, wenn es sich um solche Zwerge handelt, wie unsere Mitbringsel aus dem Wald. Da würfle ich lieber ein Kilo frische Zwiebeln fein als 100 Gramm Pfifferlinge zu säubern. Und aus Furcht, die kleinen Pilze um ihre Frischequalität zu bringen, werfe ich sie auch nicht ins Wasser. Also liebevolle, händische Feinstarbeit. Nicht mein Steckenpferd. Würde nur das Pilzesuchen nicht so viel Spaß bringen...

Ein ähnliches Risotto wanderte von  Eva, über Miriam, weiter zu Robert, sowie Petra, um nun auch bei mir Station zu machen - nicht ohne ihm ebenfalls meine persönliche Note zu verpassen...
Zutaten 2P:

1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
150g Risotto-Reis
1 EL Butter
4 Zweige Zitronenthymian
Weißwein
650ml Gemüsebrühe
140g Pfifferlinge
100g Blaubeeren (m: gefrorene aus dem Garten)
40g Comté (alter)
2 EL Crème fraîche
etwas Zitronenabrieb
Salz, Pfeffer 
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Pfifferlinge sorgfältig putzen und je nach Größe noch  halbieren.

In einem Topf die Butter aufschäumen lassen und die feingehackten Schalotten sowie den ebenfalls feingehackten Knoblauch darin glasig dünsten. Den Reis unter Rühren beifügen und anschwitzen. Einen Schuß Weißwein dazugeben und diesen nahezu einreduzieren lassen. Nach und nach von der kochenden Gemüsebrühe zugeben und dabei stetig umrühren, damit das Risotte nicht anhängt.

Währenddessen in einer großen Pfanne Butter mit einem Spritzer Öl erhitzen und die Pfifferlinge hineingeben. Bei guter Hitze braten, mit etwas Zitronensaft beträufeln, salzen und pfeffern.

Kurz vor Ende der Garzeit die Blaubeeren dazugeben, ebenso den Käse und die Crème unterrühren. Zuletzt die  Pfifferlinge unterheben und die Zitronenzesten. Nochmals abschmecken und servieren.

Kommentare:

  1. Die persönliche Note machts immer wieder spannend ;-) [Der Reis fehlt in der Zutatenliste]

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    1. Zu spannend - Risotto ohne Reis - wollte ich es auch nicht machen . Danke für den Hinweis!

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  2. Schön geschrieben, aber Pfifferlinge rüsten für 2 P ist ja nicht so tragisch ... ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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  3. Beim Pilze suchen bin ich sofort dabei, zur Not auch beim Putzen und im Wald rumatmen - sowieso. Immer.
    Aber ich gebe zu, ich würde die Heidelbeeren (Lieblingsobst/beeren) als Nachtisch essen und den Pfifferlingen (her Gelberla genannt, während alle restlichen Pilze Pfiffer heißen) einen Soloauftritt im Risotto geben. Hier sind sie dieses Jahr rar - ich hoffe aufs Allgäu im September...

    Herzlich, Katja

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  4. @Andy: Eigentlich waren es Pilze für bestimmt 3P - aber eine Portion wackelte in ein Rührei für den Habib. Und doch, das geht schon Richtung Tragik ;)

    @Katja: Ja, mit dir liese sich hervorragend durch den Wald atmen. Aus dem Wald sind allerdings unsere Heidelbeeren nicht, sondern aus dem Garten. Dennoch passen sie im Risotto ganz gut zusammen. Oder würde ich dich nur dazu überredet bekommen, wenn du anschließend nochmals solo Heidelbeeren bekommst ;)?

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  5. DAS ist mal ein Rezept nach meinem Geschmack. Ganz ohne Tomaten ;)! Nein, Scherz, das merke ich mir und werde es nachmachen, sobald ich hier Pfifferlinge bekomme. Und der Freund mit seiner Angst vor Obst im Essen muss da einfach durch...

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    1. Ohnein, sag' bloß dein Freund mag kein Obst - ihr zwei seit ein kulinarisches Schreckensgespann :)! Aber verrate mir mal: mit welchem Gericht würde ich euch zwei auf einen Schlag glücklich machen - das wüßte ich nun wirklich gerne!

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  6. Hö, wir machen es so: Du verrätst mir Deine Pilz-Sammelstelle und ich putz Dir die gefundenen Dinger dann! Im Wald rumwuseln kann ich nämlich auch gut und sehr gerne, aber etwas anderes finden als Bäume und Bärlauch, das kann ich nicht ;)

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