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Sonntag, 29. November 2015

Begegnungen - Husarenkrapferln

Alles wirkliche Leben ist Begegnung, sagt Martin Buber, *Der Mensch wird am Du zum Ich*. Die tiefsten Gefühle erleb(t)e ich mit/ durch/ wegen eines anderen Menschen. Da kommt Droge nicht mit. Roger Willemsen nimmt es (gerade für seine vielen Interviews) gerne von der phänomenologischen Seite und achtet darauf *was am Gegenüber zur Erscheinung kommt* - ein interessiertes, distanziertes fast sachliches Augenmerk.

*Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. [...] Das Du begegnet mir von Gnaden - durch Suchen wird es nicht gefunden* meint Buber weiter. Kismet wird das auch genannt. Ich glaube daran, dass jede tiefe Begegnung mit einer Botschaft einher geht. Einer meiner Lieblingszitate zum Thema *Liebe* ist mal wieder von Goethe (klar, wer sonst ;): *Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe*. Und für den Habib gesprochen trotzen diese ein Mal erkannten Vorzüge (auch samt ihren Kehrtseiten) den Stürmen des Lebens, der Lauheit des Alltages und den menschelnden Unzulänglichkeiten. Ohne ihn wäre ich heute nicht ich, wie ich bin. Halleluja kann ich dazu nur sagen! Das Du hat große Kraft und wirkt im besten Sinne heilend... Für mich ist Begegnung vielleicht das größte Mysterium im Leben.

* Sodann aber verlangt es einen Mal um Mal, seinem Mitmenschen zu danken, selbst wenn er nichts Besonderes für einen getan hat. Wofür denn? Dafür, daß er mir, wenn er mir begegnete, wirklich begegnet ist; daß er die Augen auftat und zuverlässig vernahm, was ich ihm zu sagen hatte; ja, daß er das auftat, was ich recht eigentlich anredete, das wohlverschlossene Herz.* (Buber) Diesen Dank gebe ich *unmittelbar* weiter an liebe Feriengäste von diesem Sommer: für die schönen, gemeinsamen Momente und für die Offenheit, mit der sie uns entgegen traten. Ebenso für das geschenkte Kochbuch *Die gute Küche*, das man gut und gerne das Standartwerk für sämtliche österreichischen Gerichte nennen muß und woraus das heutige Rezept stammt - Merci, liebe Susi und lieber Axel. Seit euch gehören Aussprüche wie *urgut*, *babba* und *bist du deppert* zum Repertoire :)...

In diesem Sinne: auf die Begegnung und die Bereitschaft dazu - euch allen einen schönen ersten Advent!
Zutaten 42 Stück:

250g Mehl
180g Butter
100g Staubzucker (m: 80g Rohrzucker, fein zermahlen)
50g Mandeln, gemahlen (m: geschälte)
2 Eigelb
1 Zitrone, der Abrieb davon
1 EL Vanillezucker (m: 1/2 Vanilleschote, das Mark davon)
1Pr Salz
150g Marillenmarmelade zum Füllen 
(m: halb Aprikosenmarmelade/ halb Jostabeerenmarmelade)
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Alle Zuaten zu einem glatten Teig verkneten, in Folie einpacken und im Kühlschrank 3 Stunden ruhen lassen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Auf einer leicht bemehlten Arbeitsflache aus dem Teig zwei Rollen formen von ca. 3cm Durchmesser und Scheiben (42 Stück) abschneiden. Diese nacheinander auf den Handflächen rund rollen, mit Abstand aufs Backpapier setzen (laufen ziemlich auseinander) und etwas flach drücken (ich hatte die Krafperln auf ein Blech gesetzt, aber der Platz reicht ihnen nicht - s. Foto).

In der Mitte mit dem Finger oder dem Ende eines Holzlöffels eine Vertiefung eindrücken. 

Nun gehen unsere Vorgehensweisen auseinander. Ich habe die Plätzchen direkt mit Marmelade gefüllt - laut Kochbuch werden die Plätzchen leer gebacken und dann mit passierter Marmelade (im Papierstanitzel - schönes Wort :) gefüllt.

Bei 200° (O/U-Hitze) ca. 20min backen bis sich die Krapferln leicht golden färben. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben

*Anmerkung m: Da die Plätzchen beim Backen gut auseinander laufen, würde ich sie wieder VOR dem Backen mit Marmelade füllen.

Ich merks an den Aufrufzahlen: Ihr seid gerade verrückt nach Plätzchen. Hier unter den Boards findet ihr sämtliche gebackenen Kekse von mir. Und klar das wunderhübsche *Hilda* lohnt sich auch dieses Jahr wieder. Die Florentiner mit kandiertem Ingwer darin sind übrigens ebenfalls das Rezept eines Feriengastes (coucou liebe Ulrike) - und erhalten hiermit nochmals meine ausdrückliche Empfehlung!

Kommentare :

  1. Danke dir für das wunderbare Posting und ich habe die Husaren auch davor mit Marmelade gebacken!
    Schönen gemütlichen 1. Advent wünsche ich dir !
    Lieben Gruss Elke

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  2. Ich habe gestern welche gebacken (leider sind sie aber etwas zerlaufen) - mit selbstgemachter Brombeermarmelade. Lecker!

    Eine schöne Adventszeit wünsche ich
    Connie

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  3. Ich kenne sie unter dem Namen "Kulleraugen" und dafür bekommen sie vor dem Füllen und backen noch einen "Wimpernkranz" aus Nussbröseln. Kindheitserinnerung: Kugeln formen, in Eiklar titschen, in Nussbrösel titschen, mit dem Kochlöffel ein Loch stanzen und mit Marmelade füllen ... und auch bei mir .. Plätzchen-Traffic vom Feinsten ... schwindelnde Zugriffszahlen ;-)

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  4. Hallo Micha,

    so tolle Worte, mich dünkt da tät sich der große historische 'G' aus 'G' auch mal gern zu Dir an Deinen Tisch setzen...
    Merci! Wir haben zu danken für all die schönen Gedanken und Stunden mit Euch!

    In Gedanken bei Euch - Liebe Grüße Susi & Axel

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