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Sonntag, 6. August 2017

Sag's mit Blumen: Spaghetti aglio olio - beinahe


Es geschah, als Maschentausendabertausendweit die Sterne ihre Kostbarkeit voller Strahl in Strahl verliebter Farben über uns ausbreiteten (Else-Lasker Schüler). Ganz am Anfang unserer Geschichte aber ganz am Ende eines Telefonats - wir hatten uns schon verabschiedet - warf mir der Habib noch einen Satz zu: *Überlege dir schon mal eine Blume!*.

Getrennt noch durch zwei Länder und viele Kilometer, wälzte ich mich im Bett mit der Ungeduld wie es nur ein schmachtendes Herz vermag. Eine Blume?! Wie schwierig war das! Und Himmel - wie symbolisch! Wie offenbarend! Welche Blume zu meiner Blume machen?

Umgehend zog ich gedanklich die Gärtnerschürze an und griff nach einem Schäufelchen. Es sollte nun weder zu sehr mit der Tür ins Haus fallen (Rose), noch zu landläufig sein (Sonnenblume/ Margarite) oder gar zu bescheiden am Boden kleben (Primel/ Veillchen). Auch Gladiolen schieden direkt aus - VIEL zu kapriziös!

Etwas wolkenweichzartes wie die Küchenschelle? Aber da störte mich der unpoetische Namen.  Kann man mit Lavendel etwas falsch machen? Nicht wirklich. Auch schön: Zinien - dieser Inbegriff der bunten Fröhlichkeit! Nur die Blütezeit könnte länger währen - ein einziger Sommer gleicht einer launigen Liaison! Zu kurz auch das schnelle Feuerwerk der Pfingstrose. Vielleicht eine Passionsblume? Doch so ohne einen Hauch von Duft. Ein Feuerdorn möglicherweise - ein lieblicher Rausch im Frühling und im Winter nährt er die Vögel. Aber er hat halt leider sehr spitze Dornen.

Hach, oder genau *Ist es Ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, daß man sie als Eines kennt?* (Goethe) Ich wähle den Gingko! Aber halt, ich ungestümes dummes Huhn,  er hatte ja *Blume* gesagt...

Astern? Dahlien? Rudbeckien? Sonnenhüte? Hortensien? 
Ein Sommerflieder, dieser Schmetterlingsmagnet? Also EINEN Sommerflieder braucht jeder Garten. Mindestens...

Oder eben doch eine Rose - eine Wildrose mit schönen Staubgefäßen, dann ists nicht ganz so auf die Zwölf. Oder eine Stockrose? Nun so ging das in meinem Kopf hin und her und her und hin in unzähligen Blütenkreisen... bis zum nächsten Tag, an dem sich der Habib die Antwort einholen wollte. Und eben als ich mich selbst von meiner eigenen Entscheidung überraschen lassen wollte, sprang mich seine eigentliche Intention an wie eine flauschige Katze mit gezückten Krallen. Er wollte mir einen Strauß zukommen lassen. *Fleurop*! S-C-H-N-I-T-T-B-L-U-M-E-N!!!!! 

Meine Empfehlung an euch: ihr habt Freunde mit Garten? Schenkt ihnen etwas Mehrjähriges mit Wurzeln für den Garten. Ich vergesse eher den botanischen Namen (etwa einer Rose) als den Überbringer dazu. Und wie oft denke ich an diese Menschen, wenn ich an ihren Blumengeschenken im Garten vorbeilaufe. Sie sind durch ihre Stellvertreter immer anwesend! Umgekehrt funktioniert es ebenso: wir trafen dieser Tage einen alten Freund des Habibs. *Also deine Rose*, meinte der Freund, *die wächst mittlerweile über das Haus, so sehr wuchert sie* - diese Rose war das Mitbringsel zu einer Essenseinladung vor über 20 Jahren... So etwas schafft zauberhaft-poetische Bande - da muß selbst Kitsch vor kuschen.

Und für *Einträge* in das Buddenbohmschen Gartenalbum gilt es, logo, abzuwarten, bis der Bagger durch ist, aber dann...! 


Es gibt kein Grund, sich eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben, wenn man sich ebensogut Spaghetti aglio olio zubereiten kann - meinte so ähnlich der Herr Paulsen. Ganz mit ihm. Und weil ich uns frische Pasta mit zwei Handgriffen und einer Drehung der Hüfte zubereite, gibt es hier die Premium-Ausgabe dieses Gerichts - angereichtert mit ein paar konfierten Kirschtomaten und etwas gehobeltem Parmesan. So schön, so unkompliziert kann hitziges kochen sein.

Zutaten 2P*:

Spaghetti
mit einer ordentlichen Dosis Chili-Flocken

500g Kirschtomaten
2-3 Knoblauchzehen, fein gehakt
Salz, Pfeffer
etwas Rohrzucker
Thymian
Olivenöl

parfümiertes Öl der Wahl*
fleur de sel
frisch gehobbelter Parmesan

Zubereitung:

Die Zutaten für den Pastateig homogen und sorgfältig verkneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt ruhen lassen. Wie hier beschrieben den Teig auswellen, schneiden und abdecken.

Den Ofen auf 160° Umluft stellen.

Die Kirschtomaten halbieren, überstreuen mit Knoblauch und Thymian, ebenso mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker. Nicht zu sparsam mit Olivenöl beträufeln und für etwa 45min in den Ofen schieben.

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, direkt mit den Kirschtomaten vermengen und mit fleur de sel, einem feinen Öl der Wahl und Parmesan anreichern.

*Anmerkung m: Ich gab uns sowohl etwas Basilikum-Öl wie den Rest des Öls von eingelegten Tomaten zu den Spaghetti. Herrlich ebenso: Chili-Öl oder Zitronenöl... je nach Lust und Geschmack

Kommentare :

  1. Hallo,das erinnert mich an das Buch,Die verborgene Sprache der Blumen,von Vanessa Diffenbaugh.....Es ist ein bisschen kitschig,aber die "blumige Botschaft " des Buches fand ich interessant. ( Die Glyzinie drückt "Willkommen "aus...)
    Liebe Grüße
    Petra S.

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    1. Eine blühende Glyzinie ist ein Fest. Aber wie sehr sie sich selbst und ihre Rankhilfen quetscht, umschlingt und drosselt, das gruselt mich doch... Aber ja, Symbole sind immer spannend - vieles trifft sich passend in der Homöopathie wieder... liebe Grüße zurück, Petra und danke für deinen Kommentar

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  2. Ach Gott, deine Geschichten, ich LIEBE sie. Könnte du mich sehen ... ich habe Herzchen in den Augen ... :-)

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    1. Ach, liebe Maria, du bist auch so eine Blume... für mich auf jeden Fall *mit Herzchen in den Augen zurückwinkend* :-)

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