SOCIAL MEDIA

Montag, 21. Mai 2018

John Lennon - Kekse aka Weltfriedenkekse


Nicht, dass der Eindruck entstanden ist, dass die turbulenten Wetter-Kapriolen mein Verhältnis zu unseren Gästen einwolken könnte. Ganz und gar nicht - mich amüsiert diese kleine, sich wiederholende Kuriosität lediglich. Neinnein, da müssen schon andere Dinge passieren... Vermutlich - möchte ich behaupten - stellt unser Beruf für viele gar ein Traumjob dar. Zur Ferienzeit zeigen sich die meisten Menschen in ihrer besten Stimmung. Wunderbare Vorraussetzungen für Begegnungen.

*Ihr lebt ja in einem Paradies* ist ein Satz, den wir von unseren Feriengästen oft hören während ins Tal geblickt wird. Dann stimme ich freudig zu. Ja, das finde ich auch. Und ich kann ganz uneitel nicken, denn ich habe diese Landschaft ja nicht gemacht und auch nicht diese Ruhe und Weite. *Herzlich Willkommen in der kleinsten Sekte des Universums, unserer Zwei-Personen-Sekte*, lache ich dann, *gerne dürft ihr in Frieden mit uns leben*. 

Und manchmal scheints mir wirklich, als lebten wir wie unter einer Käseglocke, in unserer selbstgebastelten Seifenblase, in unserem kleinen Paradies-Garten, wo alles Unbill und alles Leid draußen bleiben muß. Wie wundersam eigentlich das sagen zu können, oder? Von alleine ist Bambi-Land allerdings nicht entstanden. *Halb zog sie ihn, halb sank er hin...* - von nichts kommt nichts. Wir haben uns diese harmonische und einträchtige Enklave immer gewünscht (Stichwort Vision  plus des Habibs unermüdliche Bauarbeiten über Jahrzehnte). Und der Himmel hat es uns ermöglicht und geschenkt.

Trotzdem machen die furchtbaren Weltnachrichten wie etwa in Gaza nicht Halt an unserem Gartenzaun. Leider, denke ich oft. Logo sind wir mit der Matrix verbunden. Nichts geht mehr ohne. Selbst hinter der größten, dichtesten, buschigsten Hecke sollte noch Empfang sein. Ich muß es wissen, ich junke selbst. Könnte ich es aber bestimmen, dann würde ich wie eine komplett Orthodoxe infiltriert von einem psychotischen Elektro-Smog-Verfolgungswahn unseren Gästen am allerliebsten alle einschlägigen Geräte abnehmen. Einfach mal die Welt und all ihre Informationen und Einflüsse draußen lassen. Wie abgelenkt man doch schnell ist. Sich mal nur auf den kleinsten Kreis um sich konzentrieren, ganz im Hier und Jetzt leben, das Grün fixieren, Luft und Stille einatmen und vielleicht sogar nach Innen lauschen. *Nirgends, Geliebte, wird die Welt sein, als innen* (Rilke - Duineser Elegien). Aber auf mein Krückstockgefuchtel hört ja niemand. Und so einfach wie es sich anhört, ist die Umkehrung der Wahrnehmung gar nicht - siehe gerade das Nuf (und das meine ich in keinster Weise spöttisch - ich weiß zu gut aus eigener Erfahrung, wovon ich rede).

Doch - und damit rechnet niemand in dieser Idylle -  ich kann mich durchaus hinterrücks anschleichen. Dann setze ich mich halt subtiler durch. Dann verteile ich eben Kekse unter unseren Feriengästen. Weltfriedenkekse. Null Haschisch aber fette Dröhnung Schokolade. Mit der Hoffnung auf Wirkung. Mit dem John-Lennon-Feeling samt der schönsten aller Illusionen: Weltfrieden. Das alte Hippie-Programm mit und ohne freie Liebe - ganz nach Wahl... Wäre schon toll, oder? Kommt, eine runde Krümeln und Träumen mit John...


Zutaten - ca. 55 Kekse*:

175 Mehl
30g Kakao-Pulver
1/2 TL Natron
150g Butter, weich
120g brauner Zucker
50g weißer Zucker
1/2 TL fleur de sel
1 TL Vanille-Extrakt
150g Halbbitter-Schokolade (m: 60%) 

Zubereitung:

Mehl, Kakaopulver und Natron zusammen in eine Schüssel sieben.

Die Schokolade hacken, die Stückchen sollen nicht größer als 0,8 cm sein.

In einer weiteren Schüssel die Butter mit dem Handrührer cremig rühren. Beide Zuckerarten, Salz und Vanilleextrakt zugeben und 2 Minuten weiterschlagen. Den Mixer ausschalten.

Das Mehl in die Schüssel schütten und die Schüssel so gut es geht mit einem Küchentuch abdecken, damit es beim Verrühren nicht zu sehr staubt. Nun pulsierend ein paarmal durchrühren. Das Tuch entfernen und noch einmal kurz verrühren, bis alles Mehl aufgenommen ist. Den Teig dabei so wenig wie möglich bearbeiten, er darf ruhig etwas krümelig sein.
Nun die Schokolade kurz einarbeiten.

Den Teig auf die Arbeitsfläche geben und zu zwei Rollen von knapp 4 cm Durchmesser formen (m: mehr geknetet als gerollt - der Teig zeigte sich nicht leicht formbar). Diese in Klarsichtfolie einschlagen und für mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen (man kann die Rollen auch einfrieren: diese dann gefroren schneiden und 1 Minute länger backen).

Den Backofen auf 160°C vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die kalten Teigrollen mit einem scharfen Messer (ich habe eines mit Sägeschliff verwendet) in gut 1 cm breite Scheiben schneiden. Falls das etwas krümelt, macht das nichts, einfach die Kekse wieder etwas in Form drücken.

Die Kekse etwa 12 Minute backen, sie sind dann noch nicht fest. Das Blech auf einen Rost stellen und abkühlen lassen.

Die fertigen Kekse in einer gut schließenden Blechdose aufbewahren.

*Anmerkung m: bei mir sind es etwas mehr Kekse wie bei Petra geworden - ich habe wohl die Rollen etwas dünner geformt.

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta - bzw. Smitten Kitchen



Kommentare :

  1. Haha, null Haschisch, dafür aber volle Dröhnung! Im aktuellen SZ-Magazin ist ein herrlicher Bericht von einer ganzen Familie im Drogenwahn, weil aus Versehen im Tante-Emma-Laden Azteken-Salbei anstelle von normalem Salbei verkauft wurden :) Womit ich auch gelernt habe, dass es psychoaktiven Salbei gibt...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Psychoativer Salbei... tsss, was es alles gibt, Julia, oder? Das ist dann wohl was für die Küche von Anhängern von Castaneda oder so...
      liebe Grüße..

      Löschen
  2. Ähmmm...die hattest Du schon mal gebloggt...http://salzkorn.blogspot.de/2013/04/blog-buster-zum-ostermontag-sables-au.html

    Dorie Greenspan hat sie ja von Hermes...

    LG
    Nina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, das habe ich bereits gemerkt - spricht etwas dagegen, sie ein zweites Mal zu backen/ bloggen/ präsentieren... mit einem mir wohltuenden Text zum Thema Frieden?!

      Löschen
  3. nee, Kekse gehen immer :)

    LG
    Nina

    AntwortenLöschen
  4. Wie schön, dass ihr euer kleines Paradies gefunden und euch geschaffen habt. Viele träumen immer nur davon...
    Vielleicht gelingt es mir ja einmal, euch zu besuchen. Und bis dahin kann ich ja schon mal abwarten und Kekse futtern :)

    Liebe Grüße aus Wien,
    Silvia

    AntwortenLöschen