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Mittwoch, 20. März 2013

Veillchen träumen schon: Löwenzahnsalat mit Erbsenflan

Wenn es darum geht, was ich in der Schule fürs Leben gelernt habe (eine Menge ist es nicht), dann zählt eindeutig Eduard Mörikes *Er ist's* Gedicht dazu. Das ist derart ins Ultra-Langzeitgedächtnis (ja, das gibts) gerutscht, dass ich den Anfang mit *Frühling läßt sein blaues Band* im Schlaf finde. Und ohne Holpern schaffe ich es auch bis zu dem albernen Ende mit *Horch, von fern ein leiser Harfenton...*

Zumindest habe ich diese Bildung nun mal anbringen können. Wann bietet sich schon Gelegenheit, öffentlich ein Gedicht zu rezitieren. Mittlerweile hätte ich einige auf Lager. Ich mag Gedichte. Und es gibt wunderschöne... Aber sie stammen allesamt nicht aus der jetzigen Epoche...

Dieses Jahr läßt sich der Frühling in Frankreich etwas mehr Zeit. Als wir aus dem warmen Asien zurückgekommen sind, demonstrierte uns der Winter direkt, dass er noch Zähne hat. Es gab tatsächlich nochmals Nachtfrost. Und der Pissenlit war deutlich zu klein für einen Salat. Aber mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen macht die Natur Hüpferungen wie ein kleines Lamm. Eben meinte ich noch, dass es selbst dem Unkraut zu ugattig ist, und schon drückt nun alles auf einmal: Estragon, Kerbel, Minze, Gras...

Und was blüht, wird besonders bestaunt: Primeln, Narzissen, Forsyzien oder eben die Hundsveillchen, die unbedenklich essbar wenn auch nicht weiters geschmacksintensiv aber hübsch anzusehen sind. Und weil die ersten Erbsen längst ausgesät werden mußten, kamen sie mir zu diesem Salat in den Sinn.
Zutaten:

2 Hände voll jungen Löwenzahnblättern
2 EL Olivenöl
1 EL Walnussöl
1 EL Sherry-Essig
1 EL weißer Basamico
ein Spritzer weißer Balsamico
Salz, Pfeffer

Erbsenflan
300g extrazarte TK-Erbsen
150ml Sahne
3 Eier (Gr. S)
Salz, Pfeffer
Chili

1 EL Haselnüsse gehackt, geröstet

Zubereitung:

Den Ofen auf 150° (Umluft 130°) vorheizen.

Die Erbsen in Salzwasser 10min garen, sodass sie weich, aber nicht verkocht sind. Die Erbsen abgießen, eiskalt abschrecken und mit der Hälfte der Sahne sehr fein pürieren. Für eine besonders zarte Konsistenz durch ein Sieb streichen (Rückstand NICHT wegwerfen, den brauchen wir übermorgen!). Mit Cayennepfeffer, Salz, Pfeffer und (m: einer Prise Zucker) würzen.

Die Eier mit der restlichen Sahne glatt rühren - dafür nur eine Gabel verwenden (nicht den Pürierstab), damit sich kein Schaum bildet und die Flans eine feine, glatte Struktur bekommen. Mit dem Erbsenpüree mischen, auf gleiche Weise, und nochmals abschmecken.

Vier ofenfeste Förmchen großzügig ausbuttern, damit die Flans sich später gut stürzen lassen. Beim Einfüllen der Erbsenmasse immer wieder kräfig auf die Tischfläche klopfen (m: vergessen), damit sich die Masse gleichmässig verteilt und Bläschen entweichen.

Die gefüllten Förmchen in ein tiefes Backblech (m: rechteckige Backform) stellen und so viel kochendes Wasser dazugeben, dass sie zu etwa zwei Drittel darin stehen. Die Flans etwa 45min im Wasserbad garen (Stäbchenprobe). Vor dem Stürzen 5-10min ruhen lassen. Mit dem Messer vom Rand lösen (m: nicht nötig gewesen) und lauwarm oder kalt servieren

Löwenzahnblätter gründlich waschen und trocken schleudern. 

Aus den darunter genannten Zutaten eine Vinaigrette verrühren. Die Löwenzahnblätter darin marinieren. Um die Flans anrichten. Die Flans mit dem Haselnusskrokant bestreuen und die Veillchenblüten darüber verteilen.
Quelle Erbsenflan: Bettina Matthei - Vegetarisch vom Feinsten = ein schönes Buch, das meine Empfehlung hat. Bereits daraus verbloggt:
Einen aus diesem Kochbuch inspirierten Erbsenflan hat ebenfalls Sybille von Tomatenblüte gezeigt.
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