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Sonntag, 28. Juli 2013

Frankreich, le pays des sirops

Als Kind gabs so einiges, das mir an Frankreich gefallen hat. Ich fand die Ampeln extra für Kinder sensationell (die, die gleichzeitig auch dem Auto in der Pole-Position dienlich sind). Oder die Schilder mit *Toutes Directions*. Finde ich bis heute HAMMER-flexibel!

Oder eben die Geschichte mit den Sirops, DAS National-Getränk für Kinder. Jedes Café, jedes Bistro bietet die ganze Klaviatur an - im kleinen oder normalen Glas. Langelange war Menthe à l'eau in giftiggrün mein Favorit. Bis ich Grenadine entdeckt habe. Um mich mittlerweile auf Sirop de Cassis eingeschossen zu haben.

Für Sirops gilt eindeutig: Gewisse Dinge muß man sich bewahren. Und so kommt es, dass auch ausgewachsene Fränzis auf sirops als Getränk schwören. Was das betrifft, also dahingehend habe ich mich (u.a.) voll integriert. Ein schönes durchgekühltes sirop de cassis ist ein 1A Dustlöscher, gerne immernoch mit Strohhalm. Noch schöner ist es selbstredend ohne all die künstlichen Zusatzstoffe.
Zutaten:

1 l Johannisbeersaft
(aus etwa 1,5-2kg Früchten/ m: 3/4 Jostabeeren-1/4 Johannisbeeren)
500g Vollrohrzucker
20g frischer Ingwer, geschält, in Scheiben geschnitten
1/2 Orange, der Saft davon
1/2 Limette, der Saft davon
1 TL Zitronensäure

Zubereitung:

Es gibt viele Arten, Johannisbeeren/ Jostabeeren zu entsaften (übrigens auch der erste Schritt für Johannisbeer-Gelee). Es gibt zu einen die Möglichkeit mittels eines Entsafters.

Oder aber man entsaftet die Johannisbeeren mittels eines Dampfentsafters.

Ein anderer Weg ist Antigel als Hilfsmittel zu verwenden. Dafür werden die Johannisbeeren in einem Topf erhitzen, bis sie aufplatzen und danach läßt man sie auf 40 bis 50 Grad Celsius abkühlen. Pro Kilogramm Johannisbeeren 2 ml Anti-Geliermittel zugeben. Alles zwei bis vier Stunden stehen lassen, damit sich die Enzyme im Anti-Geliermittel entwickeln können. Dann über ein Tuch abgießen und über Nacht stehen lassen. Die Enzyme verhindern, dass der Sirup geliert, außerdem wird die Saftausbeute größer. (Petra verwendet Antigel etwa für die Herstellung ihres Cassis - ein Rezept das ich nur empfehlen kann/ Antigel allerdings habe ich bisher nicht ausprobiert)
Meine Methode: Ich setze die Beeren unter Zugabe von etwas Wasser (hier etwa 150ml) aufs Feuer und lasse sie so lange sanft köcheln bis sie gut aufgeplatzt und ordentlich Saft entwickelt haben. An dieser Stelle lasse ich den geschälten und in Scheiben geschnittenen Ingwer mitkochen. Dann gebe ich den Inhalt des Topfes durch die flotte Lotte. Dadurch habe ich kleinere Fruchtpartikel im Saft, aber das stört uns überhaupt nicht.

Nun gebe ich nach Lust noch etwas Zitrussaft zu: wer es eher lieblich mag, der nimmt nur Orangensaft. Wer hingegen die volle Frischedosis vorzieht, nimmt ausschließlich Limette (kann aber später auch noch zusätzlich ins Schorle gepreßt werden, wenn hier die Familienmeinungen auseinander triften.

Der Zucker wird zugefügt, ebenso die Zitronensäure, alles nochmals erhitzt und zum Sieden gebracht. Dann wird das Sirup in vorbereitete, sterilisierte kleine Fläschchen gefüllt und sofort verschlossen

Zum Servieren je nach Gusto mit Mineralwasser oder stillem Wasser und momentan mit Eiswürfeln auffüllen.

Kommentare :

  1. Bonjour liebe Micha,
    es gibt mal wieder wunderschöne Fotos bei Dir am Sonntagmorgen zu entdecken. Vor allem das erste finde ich genial... und dann auch noch Deine beiden entzückenden kleinen Models, das ist Werbung für Sirop ;-)

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  2. Ich renne im Sommer auch immer in die Küche, um jede Menge verschiedene Sirups herzustellen. Bessere Durstlöscher gibt es nicht. In eher erschreckender Erinnerung ist mir allerdings Limo mit Sirup, schüttel...
    Die Toutes Directions mag ich auch....und die Kreisverkehre. Wenn man fremd ist, und weiß nicht genau, wohin, fährt man einfach einmal mehr im Kreis, so lange, bis man das passende Hinweisschild entdeckt hat :-)

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  3. Sonntag Morgen nach einer fürchterlichen Nacht & ein Blick auf Deinen Blog und der Tag kann nur gut werden ;-) Deine Fotos sind immer Balsam für die Seele und dann Deine schönen Berichte Labsal :-) Tolles Rezept und eine flotte Lotte nenne ich auch mein Eigen, dann steht dem Sirup nichts entgegen - Johannisbeeren ich komme *zischundweg * Schönen Sonntag nach. Herzlichst Nadja

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  4. Ich habe mir für die Flotte Lotte extra eine 1mm-Scheibe zugelegt, was unten herauskommt ist ein sehr feines Purée. Daraus mache ich Marmelade und auch ein wenig Sirup, kein Gelée. Kleine Portionen friere ich ohne Zuckerzugabe ein, für Sorbets. Dasselbe mit den roten und weissen Johannisbeeren. Ehrlich gesagt: Ich habe mir die Flotte Lotte überhaupt nur deswegen zugelegt. Und noch etwas: mit der feinen Scheibe stimmt dann die französische Bezeichnung Passe-VITE nicht mehr.....
    Gruss Bea Wyler

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  5. Ach herrlich....beim Betrachten deiner Bilder fühle ich mich, als würde ich mit im Bistro sitzen und den Kindern am Nebentisch beim Sirup schlürfen zuschauen. Leider kann ich meine Flotte Lotte dieses Jahr gar nicht verwenden, denn meine Johannisbeer-Quelle gibt es nicht mehr... sonst würde ich Deinen Johannisbeer-Sirup sofort nachmachen, er hört sich köstlich an.
    Liebe Grüße!

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  6. im elterlichen garten hängen die johannisbeersträucher schon zu boden unter last der schwarzen kügelchen, die keinem so recht schmecken wollen. vielleicht sollte ich mich im siropköcheln versuchen — aussehen tut er ja wunderbar, so so hübsche fotos.
    liebe grüße von ulma

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  7. Tolle Idee, so können wir zu Hause unser Frankreich-Urlaubs-Feeling verlängern und die Kinder überzeugen von natürlichen Aromen.

    Du machst so schöne Fotos, die verführen sogar mich, in die Küche zu gehen.

    Herzlichst

    Uta

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  8. Ach, ist das wieder alles hübsch hier.....

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  9. @Sabine: Sirops-trinkende Kinder kennst du bestimmt auch vom Elsaß. Und F ohne sirops gibts nicht, oder?

    @Susanne: *Toutes Directions* ist doch ne Bank - da kann dir auch ohne GPS nix passieren ;)

    @Nadja: Oh, du schmeichelst mir - ich fühle mich wie eine durchgekraulte Katze :)

    @Bea: Zugegeben, fein passiert ist die *Flotte Lotte* ein getarntes Sportgerät. Aber bevor ich unseren doofen Entsafter putzen muß...

    Du, und für Saucen mag ich die Lotte auch!

    @Juliane: Ich hoffe, dass deine Quelle nicht aus dem Grund versiegt ist, den ich im Kopf habe, sondern dass der Schwiegereltern-Garten mit all seinen Freuden noch besteht!

    @Mme Ulma: So dolle ist der Aufwand nicht. Und der elterliche Strauch wäre in bester Goldmarie-Manie erleichtert... meinen Rückenwind hast du, den ganz herzlichen

    @Uta: Ja, ich lese es deutlich raus: die Küche ist nicht dein Lieblingsaufenthaltsraum. Aber während die anderen Monitor gucken, könnten wir zwei doch zusammen feines Süßes köcheln ;)

    @Mel: So ein netter Satz bringt dir einen Postluftkuß ein!

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    1. Doch, die Quelle ist leider aus dem Grund versiegt, den Du im Kopf hast... der wunderbare Bauerngarten ist jetzt eine Baugrube.
      Na ja... das Leben geht weiter.
      Liebe Grüße!

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    2. Liebe Juliane, ich hatte weitaus Tragischeres im Sinn - und bin daher fast ein wenig erleichtert. Ob sich nicht für die Schwiegers ein neuer Garten auftut? Aber ja, bis die Sträucher und Bäume groß und ertragreich sind... Zu schade. Der Verlust des Gartens hat bestimmt euch alle geschmerzt!
      viele liebe Grüße zurück

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    3. Endlich endlich kam ich dazu, diesen Sirup zu machen. Hatte zwar fast nur rote Johannisbeeren, aber das tut dem Geschmack keinerlei Abbruch ;-) Das schmeckt :-) und das schon pur HERRLICH. Danke für dieses tolle Rezept *kusshandwerf* Herzlichst Nadja

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    4. Oh Nadja, was eine schöne Rückmeldung - da werfe ich dir die *Kusshand* mit Herzensschwung zurück :)
      ...zumal ich ahne, dass du eine sehr gute Köchin bist!

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  10. Hach, die flotte Lotte! Und die Kinderampel! Und die Schilder in alle Richtungen! Danke für die schönen Schmunzel- und Erinnerbegriffe. Hab gestern auch Sirup gemacht, den Minzigen!

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