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Mittwoch, 11. September 2013

burmesische Erinnnerung - Dal aus roten Linsen mit Naan

Dal geht bei mir immer - egal in welcher seiner Varianten. Überhaupt war mir das indische Essen wesentlich vertrauter als das burmesische. So habe ich mich bei meinen Aufenthalten in Myanmar auch gerne an die indische Küche gehalten - und das kann man dort ganz gut.

Auf Myanmar komme ich, weil das letzte Bild von heute in Rangun fotografiert wurde, als wir letzten Winter dort waren. Mit Rangun verbinde ich vorallem meine Zeit im Vipassana-Center vor 9 Jahren. Es war meine erste Reise alleine und einen Monat davon reiste ich durch Myanmar. Die letzten 10 Tage davon lies ich mich in Vipassana unterrichten - zusammen mit etwa 350 Burmesen. Und einer Australierin in meinem Alter, die in der Zeit enge Weggefährtin wurde. Denn wir teilten uns eines der wenigen, winzigen Zimmer. Der Großteil der Burmesen war in Sammelunterkünften untergebracht - Männer und Frauen getrennt.

Es war eine krasse Erfahrung. Zehn Tage lang ist Reden verboten, es gibt keine Spiegel und der Tag gliedert sich streng von frühmorgens an in Meditations-Einheiten. Die Vipassana-Meditation findet im Schneidersitz statt und besteht aus reinen, sich aufbauenden Konzentrations-Übungen. Alleine das ewig lange Sitzen ist irre anstrengend. Und das Schweigen. In Yangon kann man sich entscheiden, ob man etwas spendet für die Zeit im Kloster oder ob man sich mit Arbeitsstunden einbringen will. Das Essen wird von solchen Freiwilligen während dieser Kurse für die Meditierenden zubereitet. Das erklärt auch, warum Vipassana überhaupt einer so großen Zahl an Burmesen zugänglich ist.

Eine harte und intensive Zeit. Vor dem Kurs träumte ich von großen Eingebungen dank Meditation, aber mitgenommen habe ich vorallem, dass es einiges aufzuarbeiten gibt für mich aus meinem Elternhaus.

Bon, Dal ist Dal und eh immer lecker. Aber auch nie was Neues. Eine wesentlich größere Entdeckung war das Naan. Das beste Pfannenbrot, das ich bisher gebacken habe. Selbstredend niemals nie mit einem echten unwiderstehlichen Tandoori-Ofen-Naan zu vergleichen. Aber als Pfannenbrot richtig gut.
Zutaten - 2 P:

80g rote Linsen
250ml Gemüsebrühe (m: Paste)
etwas Salz

3 Tomaten
1 grüne Chilischote (m: Harissa)
1 Schalotte
5g frischer Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 EL Butterschmalz
1/2 Zimstange
1 EL Tomatenmark
1 Prise Kurkuma
3 Stängel glatte Petersilie
1 TL Currypulver
(m: 1/2 TL gemahlener Koriander)
(m: 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel)

Naan:
75 ml Milch
1 EL Zucker
12g Hefe
250g Mehl
etwas Salz
1/2 TL Backpulver
1 EL Sonnenblumenöl
75g Joghurt leicht geschlagen
1 Eigelb
etwas Mehl zum Auswellen
etwas Butterschmalz 


Zubereitung:

Für das Naan Milch in eine Schüssel gießen, Zucker und Hefe einrühren und stehen lassen, bis die Mischung zu schäumen beginnt.

Das Mehl in eine große Schüssel geben, eine Prise Salz und Backpulver untermischen. Die Hefemilch zugeben und leicht untermischen. Öl, Joghurt und Eigelb vermengen. Mit in die Mehlschüssel geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. 1/4 TL Sonnenblumenöl in eine Schüssel geben und die Teigkugel darin herumrollen.

Die Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.


Den Teig erneut durchkneten, in 4 gleichgroße Kugeln teilen und mit einem Tuch bedecken.


Die erste Kugel mit etwas Mehl dünn auswallen. Teigfladen in eine heiße Pfanne mit etwas Butterschmalz geben und auf einer Seite braten, bis der Fladen Blasen wirft. Dann umdrehen und kurz garen. Die Teigfladen warm servieren! 
Die roten Linsen in ein Sieb geben und gut mit kaltem Wasser abwaschen. Dann die Linsen mit Gemüsebrühe in einen Topf geben, zum Kochen bringen und zugedeckt bei milder Hitze ca. 15 Minuten weich kochen.

Tomaten mit heissem Wasser überbrühen, Schale abziehen, Tomate vierteln, entkernen und das Fruchtfleisch in feine Würfel schneiden. Chili halbieren, Kerne ausstreichen und das Fruchtfleisch fein schneiden. Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken.

Butterschmalz in einem separaten Topf erhitzen, Zimt dazugeben und eine halbe Minute anschwitzen. Dann Schalotte hinzufügen und goldgelb anschwitzen. Tomaten, Chili, Ingwer, Knoblauch und Tomatenmark zugeben. Mit etwas Salz und Kurkuma würzen und ca. 5 Minuten braten. Dann die gekochten Linsen mit der Flüssigkeit zugeben und noch ca. 5 Minuten weiterkochen. Dann mit Curry abschmecken. Petersilie abspülen, trocken schütteln, fein hacken und untermischen.
Quelle: Vincent Klink
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