SOCIAL MEDIA

Montag, 23. September 2013

O'zapft is...

... nicht nur in Bayern, das gilt politisch auch für die Bundesrepublik Deutschland. Da mich beides nicht in Wallung bringt, kann ich es recht unbeteiligt von Frankreich aus registrieren. Gut fing meine politische Karriere als Wahlberechtigte nicht an. Dabei fand ich es als Novize so einfach wie nie wieder, ein Kreuzchen zu machen: Krieg und Waffen - nein, danke; Umweltbewußtsein - bitte, gerne. War seinerzeits eine klare Sache. Blöd nur, dass ich dann anschließend quasi mitentschieden hatte, dass sich Deutschland zum ersten Mal nach Ende des zweiten Weltkrieges wieder an Kriegsgeschehen beteiligt. Das hat man dann davon.

Könnte man nicht nur Farben, sondern Lobbyisten wählen, fände ich das basisdemokratische Mitmischeln bestimmt WESENTLICH spannender. Gut, nun ists halt so eingerichtet, dass vor die Lobbyisten verschiedene Gesichter gestellt werden, die hin und her wechseln, während die Hintermänner bleiben. Einer muß den Job machen. Und ich bin froh, dass ich das nicht bin. Wer möchte schon freiwillig mit einem miesen Karma wie George W. Bush enden? Eben.

Zurück zu einer politisch völlig korrekten Leberwurst - nämlich der veganen. Zum ersten Mal hier aufgefallen, dann dort wollte ich mich unbedingt überzeugen, ob ich das als guten Brotaustrich durchgehen lassen würde. Ja, ich war skeptisch. Sehr sogar. Und wurde überrascht. 

Es schmeckt wesentlich mehr nach Leberwurst, als ich mir das hätte vorstellen können. Die Konsistenz ist etwas anders, nicht so fettig, etwas krümeliger, aber ansonsten passen die sauren Gürkchen genauso hervorragend dazu wie bei der Fleischvariante. Einer zünftigen, veganen Brotzeit steht nun allen Okotberfest-Anhängern-und-Verweigern nichts mehr im Weg. Mein Kreuzchen hat die vegane Leberwurst und sie wird bei uns auch in Zukunft Lobbyisten finden.
Zutaten für ca. 2 Gläser à 150g:

200g rote Linsen
1 Gemüsezwiebel
3 Knoblauchzehen
Olivenöl
2 EL Tahina (Sesammus)
25g Sonnenblumenkerne
1 1/2 TL Majoran
4 TL Gemüsebrühe-Pulver*
1/2 TL geräuchertes Paprikapulver (Pimentón de la vera)
Muskatnussabrieb
3 Pimentkörner, fein gemörsert
Salz, Pfeffer
Zitronenschalen-Abrieb
1 TL weißer Balsamico (evt. +) 

Zubereitung:

Die Linsen unter fließend Wasser spülen. Die Linsen in ungesalzenem Wasser zum Kochen aufsetzen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Linsen abseihen, abtropfen und auskühlen lassen.

Die Sonnenblumenkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Die Zwiebeln und den Knoblauch fein würfeln und in Olivenöl glasig andünsten. Alle Zutaten vermengen und mit Hilfe einer Küchenmaschine (m: Zauberstab) fein pürieren. Nochmals abschmecken und in Gläschen füllen. Hält sich im Kühlschrank gut 5 Tage.

* Bei fertig gekaufter Gemüsebrühe in Pulverform vermutlich weniger - rantasten

Kommentare :

  1. Eine echte Alternative zum sonstigen Einerlei ;-)
    Hat nix mit Foodblogging zu tun, aber ich tu mich bei jeder Wahl schwerer....

    AntwortenLöschen
  2. Humm, das sollte ich probieren.. Linsen mag ich sehr und Gürkchen auch ;) (Leberwurst dafür seltener)

    AntwortenLöschen
  3. das könnte auch uns schmecken. Wenngleich eher zu Wein als zu Bier.

    AntwortenLöschen
  4. Manometer, jetzt bin ich aber neugierig! Denke gerade darüber nach die falsche Leberwurst erst Herrn Schnürschuh und bei positiver Resonanz meinem Schwiegervater unterzujubeln...

    AntwortenLöschen
  5. Mich verfolgt dieses Rezept auch schon eine kleine Weile, jetzt probiere ich es auch aus ... Deine Radieschen sind wunderschön!!! :-)

    AntwortenLöschen
  6. Sieht nach ner gscheiten Brotzeit aus! Prost!

    AntwortenLöschen
  7. ich glaube, mir schmeckt leberwurst nicht ... aber vielleicht die vegane version? ich könnte mal ein bleistiftkreuzchen machen, vorläufig ...

    AntwortenLöschen
  8. @Susanne: Ach, solange Wählen und Wetten noch derart ähnlichen Prinzipien unterliegen, halte ich mich besser davon fern ...

    @Kathi: Leberwurst habe ich ehrlich gesagt auch schon lange nicht mehr gegessen - aber die VIEL lieblicheren sauren Gürkchen importiere ich extra von Deutschland

    @Robert: Als Abwechslung zum Butterbrot. Tee ginge übrigens auch...

    @Mme Schnürschuh: Nun, eingefleischten Fleischessern könnte es auffallen, dass es sich um Linsen handelt... aber hey - ich wäre auch gespannt, obs klappt ;)

    @Maria: Als herzhafter Brotaufstrich wird dieser hier ein Stammgast zum Vesper - und ja, Marktradischen, leider :)

    @Melanie: Ja, Veganer können auch deftig :)

    @Mme Ulma: Nimms als würzigen Linsenaufstrich und für dein Bleistift Kreuzchen kannst du einen B6 verwenden.

    AntwortenLöschen
  9. Als stille Mitleserin in Deinem Blog bin auf dieses Rezept gestossen, weil da gekochte braune Linsen im Kühlschrank lagerten und verwertet werden wollten (es gibt Leute, die kochen ohne Mass und wollen's dann wegwerfen - DAS kann ich nicht ertragen, also landet das bei mir im Kühlschrank zur Weiterverwertung). Ein grosses Mmh, auch mit braunen Linsen schmeckt das einfach toll, und gibt ein gutes Znüni ab beim Sommerwetter in der Schweiz! Da mach'ich mit Tinte ein dickes Kreuz darunter!
    Danke für die Rezepte und die Beiträge voller Begeisterung!
    aline

    AntwortenLöschen