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Mittwoch, 21. Mai 2014

Kartoffeln im Strudel der Leidenschaft

Während der Habib die Kartoffel in ihrer Schlichtheit, nämlich zubereitet als Pellkartoffel, zu einem der weltbesten Gemüse erhebt, bin ich großer Fan von der Kartoffel in allen Aggregatszuständen. Demnächst steht hier dringlich mal ein *Kartoffel-Spezial-Post* an.

Auf diesen Strudel bin ich wie vor Kurzem bei diesem Salat *ums Eck* aufmerksam geworden - nämlich bei Miss Boulette. Eigentliche Initiatorin ist aber Mme Küchenschabe. Dürfte ich mir fünf Foodie-Kollegen aussuchen, von denen ich mich gerne mal bekochen lassen würde, dann würde Miss Boulette einen vorderen Platz belegen. So gerne ich Nase, Neugierde und Gabel in fremde Küchen stecke, so wenig koche ich selbst zuhause *fremdländisch*. Wenn dann noch am ehesten arabisch, aber das gilt im südfranzösischem Raum ja fast schon als einheimisch.

Dank einer Studienkollegin in meiner Bildhauerklasse an der Kunstakademie (coucou MeeRhang), bin ich einige Mal in den Genuß der süd-koreanischen Küche gekommen. Vorallem eine Pfannkuchenart (nur GANZ anders wie ein mitteleuropäischer Pfannkuchen) ist mir besonders köstlich in Erinnerung geblieben. Bon, ich würde mir natürlich wünschen, dass Miss Boulette mich süd-koreanisch bekocht. In diesem Gedankenspiel wurde Fräulein Klößchen aber auch deshalb ausgewählt, weil ich sie mir auffallend und ausgesprochen sympathisch vorstelle und ein gemeinsames Essen dementsprechend illuster.

Ganz und gar habe ich nicht nachgezogen, jedoch nur winzige und landestypische Änderungen vorgenommen. So war ich gespannt, ob Vitelotten nicht einen hübschen Effekt in einem solchen Strudel erzeugen könnten (ja, tun sie). Und etwas Thymian kann in Südfrankreich nahezu an keinem Essen einen Schaden anrichten. Die Crème habe ich teils entschlankt mittels Ziegenfrischkäse, dafür aber verwendete ich zum Anbraten braune Butter.

Voilà. Ich fands prima und der Habib meinte: *Pellkartoffeln sind auch gut.* Tja, so können Kartoffeln Strudel der Leidenschaft verursachen :)
Zutaten - m: halbes Rezept:

Strudelteig
100 g glattes Mehl (m: T54)
60 ml warmes Wasser
1 EL Öl
eine Prise Salz
Öl zum Bestreichen
Mehl zum Bestauben
Butter zum Bestreichen


Fülle:
250g mehlige Kartoffeln (m: Mona Lisa)

250g Vitelotten
70 g geräucherter Schinken, in feinen Streifen*
braune Butter
150g Crème Fraîche

100g Ziegenfrischkäse
Salz, Pfeffer

Thymian/ Zitronenthymian, feingehackt
Muskatnuss, frisch gerieben
Kreuzkümmel

Zubereitung:

Mehl mit Salz, Öl und nach und nach mit dem warmem Wasser verkneten. Den Teig mit Öl bestreichen und zugedeckt eine halbe Stunde ruhen lassen.


In der Zwischenzeit den Spech knusprig braten. Die Kartoffeln (nach Sorten getrennt) schälen und grob in eine Schüssel mit kaltem Wasser raffeln. Sehr gut ausdrücken. In einer beschichteten Pfanne zusammen mit dem Thymian in etwas brauner Butter kurz anbraten. Salzen und pfeffern und restlichen Gewürze dazugeben


Den Teig auf einer Arbeitsfläche anfangen auszuwellen. Dann mit einem Leintuch auf einem Tisch umsiedeln, mit Mehl bestäuben, den Teig ebenfalls und gleichmäßig weiter ausrollen. Mit flüssiger Butter bestreichen, zugedeckt einige Minuten rasten lassen. Nun mit beiden Handrücken unter den Teig greifen und den Teig ganz vorsichtig gleichmäßig ausziehen. Die Ränder abschneiden. In Österreich sagt man, der Teig müsse so dünn sein, dass man eine darunterliegende Zeitung lesen kan.

Die Crème zusammen mit dem Ziegenkäse glatt rühren, ebenfalls leicht salzen und pfeffern und den Teig gleichmässig damit einstreichen. Kümmel darauf verteilen. Nun die Kartoffeln und den Speck auf zwei Drittel des Teiges verteilen und den Teig mit Hilfe des Leintuches vorsichtig einrollen. Auf ein Backblech bugsieren. Im vorgeheizten Backrohr bei 200 Grad Ober-/Unterhitze ungefähr 30 Minuten backen. Die letzten Minuten habe ich das Backblech in oberste Schiene, die mit Strudel möglich war, geschoben und den Strudel noch mehr Farbe annehmen lassen. Bei uns gabs dazu diesen grünen Salat mit Spargel.

*Anmerkung m: der geräucherte Speck befand sich nach einem großen, einschlägigen Weihnachtsgeschenk noch im Vorrat
Quelle: Miss Boulette, bzw. Küchenschabe
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