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Dienstag, 10. Februar 2015

Zwiegespalten: Orangen-Olivenöl-Kekse mit Anis

Mit großer Spannung wartete ich auf mein Rezensionsexemplar *Immer schon vegan* von Katharina Seiser. Für die Buchidee, eine Sammlung veganer Rezepte ohne jede artifiziellen Ersatzprodukte, erhält sie von mir vorneweg eine 1 mit Sternchen. Für mich ein Buchkonzept absolut am Puls der Zeit - meinen Nerv hätte sie nicht mittiger treffen können. Nicht von ungefähr schließe ich mich ihrem Vorwort in vollem Umfang an. Schön ist es mit seinem Einband aus Leinen in Händen zu halten. 

Zugegebenermaßen war die Erwartungshaltung immens… ein Tatbestand, der in den seltensten Fällen gut geht. Andersrum hingegen funktioniert komischerweise öfters. Mein erster Eindruck, als ich das Buch vorfreudig durchblätterte, war also Ernüchterung - leider. 
Und der erste Eindruck macht nun mal die Optik, sprich die Fotos. Das ist die unscheinbare Moni an der Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit in zartem Pastell mit blassem Teint. Und sofort beschleicht einen das gerne gezückte Vorurteil, ob vegane Küche nicht doch ein wenig fad und geschmacksneutral daher kommt. Wobei ich fast noch schwanke, ob mir so viel Purismus nicht Respekt abnötigt, in Zeiten, in denen Foodblogs lieber ihren üppigen Dekofundus in Szene setzen, um völlig vom Inhalt des Tellers abzulenken. Aber SO matt und kraftlos inszeniert...?! Hingegen die Kollagen, die Kathas Hände bei der Zubereitung zeigen, gefallen mir gut. Hätte man diese Idee doch nur ausgebaut, gerne mit mehr von Katha im Bild.

Ästhetik ist Geschmacksache, nur bei einem Kochbuch für mich der maßgebliche Anreiz nachzukochen. An der Qualität von Kathas Rezepten bin ich dennoch nicht ins Zweifeln geraten – dafür schätze ich ihre bisherige Arbeit zu sehr, als dass ich mich hätte beirren lassen. Die Gliederung in vier Jahreszeiten samt der fünften Jederzeit, der beiliegende Saisonkalender, sowie die Einführung sind durchdacht und liebevoll gestaltet. Und nach vier nachgekochten Rezepten hält der Praxistest, was ich mir von Kathas Kochbuch erhoffte: gelingsichere, köstliche Rezepte. Angefangen habe ich mit meinen ersten veganen Keksen (Fazit der Rezension, wie hier, erhaltet ihr nach diesen vier Gerichten).

Beim Runterrechnen des Rezeptes habe ich wohl nicht die ideale Teigkonsistenz getroffen. Der Teig zeigte sich wiederholt faserig als ich ihn in Stränge rollte – das ging mir etwas auf den Keks (Achtung: Wortwitz). Aus dem Ofen holte ich aber dann einen der knusprigsten ihrer Art heraus. Verblüffenderweise verliert sich die Knusprigkeit auch in den kommenden Tagen nicht. Geschmacklich konnten sie obendrein überzeugen, bref: ich kann sie euch sehr empfehlen.
Zutaten - 3 Bleche:*

1 Zitrone
2-3 Orangen
200g Zucker (m: Vollrohrzucker)
250ml Olivenöl (mild, fruchtig)
800g Weizenmehl (W550)
1 geh. TL Anis
gut 1/2 TL Salz
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron (Soda)

optional: Sesam zum Bestreuen

Zubereitung:

Von Zitrone und Orange die Schalen abreiben und diese mit dem Zucker von Hand (knetend) vermengen, bis der Zucker feucht und gelb ist. Das Olivenöl mit dem Handrührer (Katha nimmt den Rührer und nicht den Kneter) einarbeiten - Zucker löst sich dabei nicht völlig auf.

Orangen und Zitrone auspressen: es werden 200ml Orangensaft und 50ml Zitronensaft benötigt. Mehl mit Anis, Salz, und Backpulver mit Hilfe einer Gabel mischen.

In eine etwas größere Schüssel den Zitrussaft mit dem Natron mischen und vorsichtig umrühren - schäumt stark. Schüsselinhalt mit Olivenöl-Zuckermischung verrühren. Nun das Mehl unterkneten und solange arbeiten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, eventuell noch etwas Mehl zufügen. Der Teig soll weich und geschmeidig sein, aber nicht an den Händen kleben.

Ofen auf 175° vorheizen.

Auf einer Arbeisfläche ohne Mehl (Teig ist ölig, er klebt nicht) haselnussgroße oder etwas größere Stücke vom Teig abnehmen (etwa mit einer Teigkarte) und zu Rollen von 1/2 - 1cm Durchmesser und je nach Form von etwa 10cm Länge: zu Schnecken, Ringen oder Zöpfen formen und nach Wunsch die Oberseite in etwas Sesam drücken.

Mit wenig Abstand auf ein Blech mit Backpapier legen und je nach Größe und Dicke 25-30min hellbraun backen (die Unter- und Oberseite sollen Farbe angenommen haben). Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.

*Anmerkung m: Nur ein Blech, also ein Drittel der Menge, zubereitet. Die Variante mit Anis gewählt. Kathas erster Vorschlag ist 1 geh TL Zimt und 1/2 TL gemahlene Nelke.

Quelle: Immer schon vegan - Katharina Seiser, mit Dank an den Brandstätter-Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zu Verfügung stellte.
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