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Sonntag, 8. März 2015

Kürbisrisotto mit Bleu und Radicchio - aus Nickys Reisehunger

Es ist, wie es ist. Und Nicky ist nicht nur die *große Schwester* des Foodbloggens - für mich ist sie das angeschwärmte Mädchen aus der Oberstufe wie das man auch ein wenig sein will, wenn man erst mal die saublöde, feste Zahnspange los hat. Ihr Hang, ein Rezept so lange zu wiederholen, bis es perfekt ihren Vorstellungen entspricht und vorallem ihre Art der Foodfotographie setzen Maßstäbe. Ja, vorallem ihre *poetische Dokumentation* des Essens entsprechen meinem Inbegriff der Foodfotographie, dem *You get, what you see* - auch ein Satz, der von Nicky stammt. Nehme ich als eines DER Beispiele ihre Gnocchi: die inszenieren sich selbst und nichts sonst. So schlicht wie schön, klar und ungeschnörkelt präsentieren sie ein vollendet-einfaches Rezept. Und ähm, ja, ihre Tellersammlung würde ich komplett übernehmen...

Klaro war ich gespannt auf ihr neuestes Buch *Reisehunger*, in das Nicky hier einen Einblick gewährt. Längst schon machte es die erste Runde durch die Blogs - ich vermute, das ist die kleine Welle vor der größeren. Hier oder hier, hier oder hier wird rezensiert oder nachgekocht. Nicky ist halt so bekannt wie beliebt.

Einer meiner ersten Gedanken beim ersten Durchblättern war: bunt, lebenslustig, appetitlich. Der angeschnittene Kürbis ließ die Wahl dann auf dieses Risotto fallen. Ein Kürbisrisotto mit Bleu gabs erst (bei hunderten Rezepten im Fundus nicht verwunderlich), aber hier hat mir die Kombi mit dem Radicchio gleich gut gefallen. Ein Schluck Weißwein sowie eine Knoblauchzehe wurden von mir dazu gedichtet - schließlich muß der selbsgemachte Hühnerfond, den Nicky verwendet, ersetzt werden. In Südfrankreich gilt: *Ein Tag ohne Knoblauch ist ein verlorener Tag*. Da dürfens ruhig ebenso zwei Knoblauchzehen werden...
Zutaten 4P:

2 Schalotten
(m: 2 Knoblauchzehen)
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis (m: Butternut), in 1cm große Würfel geschnitten
1- 11/4 l Hühnerbrühe, heiss (m: Gemüsebrühe)
(m: ein Schuß Weißwein)
2 EL Butter
250g Risotto-Reis
25g geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce (m: fourme d'ambert)
Meersalz
schwarzer Pfeffer, gemahlen
frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Die feingewürfelten Schalotten in der Butter dünsten. (m: Kurz vor Ende den Knoblauch dazugegeben). Den Risottoreis zufügen und unter Rühren ebenfalls solange mitdünsten bis er glasig ist ohne Farbe angenommen zu haben. (m: mit dem Weißwein ablöschen).

Den in 1cm große Würfel geschnittenen Kürbis (Hokkaido kann mit Schale verwendet werden, Butternut muß man schälen) in den Topf geben. Nun mit einer Schöpfkelle nach und nach die Brühe anschütten und immer wieder umrühren - darauf achten, dass nichts am Boden hängen bleibt.

Parallel dazu den Radicchio richten: von den äußeren Blättern befreien, vierteln, den Strunk herausschneiden und in dünne Streifen schneiden.

Nachdem das Risotto etwa 15-18min gekocht hat, die Radicchiostreifen unter den Reis rühren. Die Reiskörner sollten einen leichten Biss haben und die Konsistenz schön schlonzig sein. Die beiden Käsesorten untermischen, das Risotto vom Herd ziehen und zugedeckt nochmals1-2min ziehen lassen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen.

*Anmerkung m: Butternut fällt beim Kochen weniger auseinander als Hokkaido und bleibt bissfester.
Quelle: Reisehunger - Nicole Stich - mit Dank an den GU-Verlag für das Rezensionsexemplar
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