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Mittwoch, 6. Mai 2015

Subventioniert: Kernbeißerchen nach Lutz

Gestern war *Tag des Brotes*. Solche Initiativen halte ich ja für großen Mumpitz, mais bon… ich kanns ja trotzdem mal als Anlaß nehmen, so rundumschlagmäßig über Brot zu fabulieren. Weil Brot ist und bleibt eines DER Grundnahrungsmittel. Ums nur an Deutschland festzumachen: 94% aller Deutschen essen täglich Brot.

Also in meinem Wunschscharaffenland wären Grundnahrungmittel ordentlich subventioniert. Wobei das mit den *Subventionen* ein recht verworrenes Unterfangen darstelt, so als Außenstehender. Fakt ist: die Agrarausgaben sind der größte Posten im EU-Haushalt. Wir reden somit von einem Klops von mehreren Milliarden. Ab dann wird die Einsicht so undurchdringlich wie einst der Regenwald, denn auf den öffentlichen Listen all derer, die Subventionen beziehen, dürfen nur juristische Personen (GmbHs, AGs, Stieftungen...) auftauchen und keine Privatpersonen (um Persönlichkeitsrechte zu schützen). Wobei diese Liste eh nicht mal hälftig angibt, wohin die Subventionen hinwandern - der Rest bleibt für die Öffentlichkeit ein Geheimnis. Wofür sie ausgegeben sowieso. Man kann aber zusammenfassen: eine sehr kleinen Gruppe (die großen Fische) stellen die größten Proviteure dar - und das sind Großunternehmer, die in erster Linie ihren Aktionären verplichtet sind (und nicht der guten Sache).

Allerdings bleibt die öffentliche Hand Top-Empfänger. Da möchte man doch meinen, da sollte mehr drinne sein. Also deutlich ambitionierter als Grundnahrungsmittel nur mit einer geringeren Umsatzsteuer von 7 Prozent wie in Deutschland zu belegen. Getreide, Mais, Reis, Kartoffeln, Linsen... - eben all das, was satt machen muß, würde mein Staat Idealo fördern. Und zwar in Premium Qualität. Beispielsweise in dem solche Vereine wie *die Bäcker* staatliche finanzielle Anerkennung auch dafür beziehen, dass sie Handwerkskunst, Tradition und Kultur erhalten. Dass alle Menschen auf der Erde anständig satt werden, fände ich eine der wichtigsten Säulen in der Umsetzung der Menschenrechte.

Außerdem würde mein Scharaffenland NATÜRLICH solche unmenschlichen Abartigkeiten wie Spekulationen auf Nahrungsmittel unterbinden, ja unmöglich machen und solche Banken strafrechtlich verfolgen.

Naja, man wird ja beim Brotbacken noch Träumen dürfen. Diese Brötchen sind wieder nach Lutz und vereinigen alles, was ich gerne mag: Dinkel und Kamut, Kartoffeln als Zutat und eine lange, kalte Führung. Das gibt wirklich herrlich saftige Brötchen. Das nächste Mal werde ich die Teiglinge aber etwas in Form schieben, damit sie mir mehr Höhe gewinnen. Achja: und ich mahle mein Korn immer direkt vor dem Backen...
Zutaten:

250 g Dinkelschrot (fein)
250g Kamutschrot (fein)*
365 g Wasser (18-20°C)
50 g Kartoffel (mehlig, gekocht, zerdrückt)
25 g altes Anstellgut vom Roggensauer
10 g Salz
10 g Butter
4 g Frischhefe

Zubereitung:

Alle Zutaten 15 Minuten auf niedrigster Stufe verkneten. Der Teig sollte sich gegen Ende der Knetzeit vom Schüsselrand lösen.

Den Teig in einer Wanne oder Schüssel für 36-48 Stunden bei 5°C reifen lassen.
Den Teig schonend auf die mit feinem Schrot bestreute Arbeitsfläche geben, leicht  zusammenfalten und quadratische Teiglinge abstechen.

Mit der Schrotseite nach unten 90 Minuten im Bäckerleinen bei ca. 24°C gehen lassen.

Mit viel Dampf bei 250°C fallend auf 230°C 15-18 Minuten backen.

*Anmerkung m: Ich merke beim Mahlen von Kamut, dass er zu den Hartweizen zählt: ich kann ihn nicht ganz so fein mahlen, sonst blockiert meine Getreidemühle. Und besonders laut hört sich Kamut beim Mahlen ebenfalls an.
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