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Samstag, 22. August 2015

Optimierung: Pasta mit Feige, Gorgonzola und Kräuter

Zu meinen persönlichen Unwörtern des Jahrzehnts küre ich *SELBSTOPTIMIERUNG*. Was soll da bitte rauskommen? Mehr Zuwachs in allen Breiten- und Längengraden? Ausschöpfen der körpereigenen Ressourcen? Die Idee des Kapitalismus auf die Einzelperson übertragen? Etwas Silikon im Körbchen? Überfärbte silberne Haare? Mehr Kondition? Fitness? Schönheit? Stil? Esprit? Das befriedigt (phasenweise) ja wohl nur dann, wenn man das entsprechende Publikum um sich schart, welches soetwas auch zu würdigen weiß. Wenigstens ein paar, die brav dafür die Applaus-Robbe miemen. Der Spiegel im eigenen Badezimmer kann dabei nur die Schneewittchen-Aufgabe übernehmen. Irgendwo hinter den sieben Bergen gibt es IMMER jemand, der noch viel optimierter ist.

Mir kommt es vor, als würde man einen Oldtimer tunen wollen, ohne den Führerschein zu haben. Wofür die ganze Fassadenpoliererei? Denn innere Werte wie Anstand, Wahrhaftigkeit, Demut, Mut uswusf die können wohl unmöglich damit gemeint sein. Aber vermutlich gibts selbst dafür mittlerweile Seminare. *Wege zur Aufrichtigkeit in 2 Tagen*. *Ablegen aller Betriebsbindheit - ein 5 Stunden Workshop*. *Zufriedenheit und Schönheit bis an Ihr Lebensende - ab 5000 Euro die Einzeltherapie*. *Wie schütte ich selbstständig alle 5 Minuten Endorphine aus - so style ich mein Leben richtig*.

Nicht, dass Sie es nicht schon wußten: aber ohne Ruhe und Natur kommt man sich schwerlich bis überhaupt nicht näher. Und beide sind die schlechtesten Groupies, die ich kenne. Und die besten Anregungen zu innerem Wachstum. Naja, und ich wüßte niemanden, der diskreter darauf hinzuweisen vermag, wo sich der hauseigene Müll stapelt. Die innere Stimme ist naturbedingt eine leise. Und je mehr wir auf äußere Wirkung aus sind, umso weniger läßt die sich hören. Aber es bleibt eine gute Frage: *Was macht das Herz größer und weiter?*

Ich habe meine geschätzte rosa Pasta mit Feigen verbessert und (minimal) neu aufgelegt. Eindeutig eines meiner liebsten Rezepte mit frischen Feigen. Und so schnell auf den Teller gezaubert... Einziges Problem: ich esse mit zu viel Appetit. Weshalb ich die Pasta in kurzem Abstand einfach ein zweites Mal zubereitet habe.
Zutaten 2P:

250g Pasta (m: Linguine)
6 frische Feigen
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
60g Gorgonzola (m: fourme d'ambert)
1 EL Crème fraîche
2 Zweige Rosmarin
1 TL frischer Thymian
1 EL Petersilie, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Harissa
1 Zitrone, Abrieb davon
1/2 Bund Basilikum

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Spaghetti darin al dente garen.

Währenddessen den Knoblauch fein hacken. Ebenso die Kräuter - den Basilikum in mittelfeine Streifen. Den Gorgonzola in kleine Würfel schneiden. Die Feigen - je nach Sorte - schälen und klein würfeln. 

In einer Pfanne Käse mit Knoblauch und Kräutern (außer dem Basilikum) und zusammen mit der Feige bei kleiner Hitze schmelzen lassen. 2 Eßlöffel vom Pastawasser dazugeben. Die Crème unterrühren. Salzen und pfeffern. Mit Harissa und Zitronenabrieb abschmecken. 

Die Pasta abschütten und mit der Sauce mischen. Den Basilikum unter die Pasta heben und servieren.
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