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Mittwoch, 12. April 2017

Himmelei: Pane di Zucca


Ein großes Glück, dass es mir nach fast 12 Jahren ganz leicht ist, den Habib anzuschwärmen. Daran vermögen - zu meinem eigenen Erstaunen - weder hochgekochte Emotionen, erhitzte Gemüter, das gefräßige Monster Alltag, Außendruck oder Unterschiedlichkeiten daran zu wetzen. Gut bleibt gut. Oder mit Erich Fried *Es ist, was es ist.* Meinen Habib, mein gutes Kismet, anzuhimmeln, ist meine leichteste Übung.

Aber jetzt Fan von jemandem sein? Wie manche Teenies sich einst Bravo-Poster übers Bett kleben? Frenetische Jubelei für einen *Star*? Nö - das war und ist für mich nicht vorgesehen. Ich erinnere mich gut an eine Kollegin, verbissen in die Vorstellung sich verliebt zu haben in Legolas - den blondgefärbten Elben aus *Herr der Ringe*. Oder den Schauspieler davon - dazwischen unterschied sie, glaube ich, nicht streng. Als ausgewachsene, junge Frau! Ich habe gestaunt! Neenee, die Menschen sind schon unterschiedlich.

Und der Marius Müller Westernhagen beispielsweise könnte an mir vorbeilaufen, ohne dass ich mich umdrehen würde. Nicht nur, dass seine Musik nicht wirklich zu mir spricht, bekomme ich doch mit, wie er unlängst bei Ina das Buch *Dumm wie Brot* empfiehlt. Dünn sein dank Vermeidung von Gluten - dem ollen Dickmacher bzw. dem grausligen Doofmacher. Thesen, die mir im Herzen weh tun. Die hauen gegen mein geliebtes Brot! 

Ja, es gibt Menschen, die unter Zöliakie leiden, aber das ist ja wohl bitte etwas anderes als krampfhaft dünn sein zu wollen. Oder eben klug dank einem Leben ohne Brot. (Und Pasta!) Tssss, mal kurz die gängige Geschichte ein wenig umgeschrieben und für die Eucharistie-Feier in der christlich-abendländlichen Kultur das Brot raus gestrichen - ersetzt durch glutenfreie Cracker. Bitte schön! Wer meint. 

Aber ohne mich. Wissenschaft ist oftmals auch nur eine Form von Glauben. Und diese steilen Thesen gegen Brot bieten mir bestes Beispiel dafür, dass man wirklich für ALLES scheinbar gute Argumente findet - und ich stehe nicht als einzige da, die  *pffffhhhh* schnaubt: Peudowisschenschaft!

Der wunderbare Dietmar bäckt ja Brote wie gemalt. Vielleicht bin ich doch ein bißchen Fan. Wie sagt meint Oscar Wilde: *Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung*. Und ich habe es schon wieder getan: ein Brot von Dietmar nachgebacken. Und es wird nicht das letzte sein. Eine kleine Einschränung habe ich in meinem Urteil: Günthers volles Roggen mit Sonnenblumenkernen bleibt in meinem Olymp der Zeus unter den Roggenvollkornbroten.
Sauerteig - 2 Stück:

235g Roggenvollkornmehl fein vermahlen
260g Wasser (50°C)
47g Anstellgut
TT: 35°C !!     Reifezeit 3-4Std.      TA: 210%

Hauptteig:

542g reifer Sauerteig
235g Roggenvollkornmehl fein vermahlen
180g Wasser (evt. etwas weniger)
11g Salz
5g Hefe
80g geröstete Kürbiskerne
80g grob geraspelte Karotten

 Anleitung:

Sauerteig, Roggenvollkornmehl und Wasser 7 Minuten langsam mischen. 15 Minuten zugedeckt quellen lassen.

Anschließend Salz und Hefe hinzufügen und nochmals 7 Minuten langsam mischen (sollte der Teig zu fest sein, kann Wasser nachgeschüttet werden). Gegen Ende der Mischzeit werden Karotten und Kürbiskerne untergeknetet.

Weitere 20 Minuten zugedeckt stehen lassen.
Teig portionsgerecht teilen und länglich wirken - passend für meine Holzschliff-Förmchen.

Als Deko kann der Teig vor dem Einlegen in die Kastenform in grob gehackten Kürbiskernen gewälzt werden (m: und in Haferflocken).

Bei voller Gare werden die Kastenbrote mit Schwaden bei 250°C in den Ofen geschoben.
Schwaden nach 4 Minuten ablassen und nach weiteren 5 Minuten die Ofentemperatur auf 205°C reduzieren.

Gebacken werden die Brote 45 Minuten mit Form und weitere 10 Minuten ohne Kastenform.

*Anmerkung m: Brote brauchen obwohl sie so klein sind, wirklich lange im Ofen. Meine zeigten die Tendenz zum *HÖhlenbrot* - daher Achtung: vielleicht eher einen Schlucken Wasser weniger an den Teig geben.
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