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Mittwoch, 23. August 2017

DUBB, Crossover und Zucchini-Köfte zu indischer Tomatensauce

Von dem Traum, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, hat mich das Leben geheilt. Die Erfahrung, wie es ist, sein Lebensunterhalt hinter dem Herd zu verdingen, hatte ich bereits während meines Studiums (hier bei DEM Schoko-Kuchen schrieb ich schon mal darüber). Und das lediglich in der Light-Variante, denn das Konzept des kleinen Resto hing an seiner Frühstückskarte und seinem Mittagstisch (abends wurde bereits um 18 Uhr geschlossen). Also eigentlich sehr angenehme Eckdaten. Aber wie so vieles ist die Vorstellung von etwas im Abgleich mit der Wirklichkeit wie zwei Paar Stiefel. 

Ob es mir mit Phantasien rund um ein eigenes Kochbuch nicht genauso erginge? Klar, so etwas *eigenes* aus Papier in Händen halten, etwas selbst Geschaffenes, das nicht nur virtuell vorhanden ist, sondern greifbar wird, eingeschlossen zwischen zwei Buchklappen - das hat schon was. Da flackert in meinen Augen die Eitelkeit auf.

Aber wieviel Arbeit würde ich reinstecken. So ein Buch, das sollte ja was von Dauer sein. Das kleine Vermächtnis einer (meiner) Epoche, die ich gerne am Herd verbrachte. Aber realistisch betrachtet: wie kurzlebig sind heutzutage Kochbücher! Im besten Fall wird ein Sommer lang darüber gesprochen und wenig später verschwindet es wieder in der Versenkung - nicht unwesentlich länger als die Blütezeit einer Jungfer im Grünen. Am Schluß wäre der Hauptantrieb doch Selbstverliebtheit...

Hey, und selbstverständlich würde ich mich für ein Buch aus meinem Fundus bedienen. Ich bitte euch. Ich würde das Rad doch nicht neu erfinden. Selbstredend würde ich Lieblingsrezepte zusammen suchen. Insofern wäre nicht viel Neues für Euch drunter. Ihr müßtet euch nur gut hier auskennen, dann würdet ihr von ganz alleine bei meinen DUBBs landen.

Wie bei meinem heutigen DUBB bleibt meine Begeisterung ungebrochen: das Sansibar-Chapati. Das war und ist einfach der Hit und das weltbeste Chapati. Mittlerweile mache ich die Chapati allerdings etwas kleiner: aus 80g Mehl pro Fladen - das ediere ich dann dort im Rezept.

Und hätte ich ein Resto, dann würde dieses Gericht auf der Karte landen. Schon länger spukt mir eine vegetarische Variante für Chicken Tikka Masala im Kopf herum - bis ich über Susannes Köfte stolperte und direkt geistig kombinierte. Ein Gericht, das übrigens auch unter meine geschätzte Rubrik *aus Versehen vegan* fällt.

Ach, manchmal ist mit einer Idee spielen fast genau so gut, wie die ausgeführte Tat. Was habe ich als Kind gerne Kaufladen gespielt: was aus dem Regal greifen, in die Kasse einhacken, einpacken, über die Ladentheke reichen. *Bitte schön, die Dame, bitte schön, der Herr*. Sogesehen ist Foodbloggen fast das identische Spiel...


Zutaten 2 P:

Zucchini-Köfte:
120g Kartoffeln 
250g Zucchini (m: gelb/ grün)
2-3 EL Mehl (m: Dinkel-VK)
Salz, Pfeffer
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Koriandergrün
Piment d'Espelette
Rapsöl zum Braten

Sauce:
500g Tomaten, gehäutet
1/2 Paprika, mit dem Sparschäler gehäutet
1 kleine, rote Zwiebel
1 handvoll Mandelblättchen
ca. 2 EL Rosinen
1/2 TL Garam Masala
Harissa
Salz, Pfeffer
50ml Kokosmilch
Kokosfett

Zubereitung:


Die Kartoffeln in der Schale gar kochen.

Die Zucchini putzen und reiben. Dann in einem Sieb mit 1 TL  Salz vermischen und 20 min Wasser ziehen lassen.

Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Koriander zupfen, Blättchen und dünne Stiele hacken.

Für die Sauce in einem kleinen Topf Zwiebel, Paprika, Mandelblättchen und Rosinen ca. 10min braten. Kurz vor Ende das Garam Masala und das Harissa mitrösten. Dann die in Stücke geschnittenen Tomaten zufügen, Deckel auflegen und etwa 8min köcheln lassen. Die Kokosmilch anschütten und nochmals etwas bei offenem Deckel einköcheln lassen. Vom Herd ziehen, mit dem Zauberstab fein pürieren, abschmecken mit Salz und Pfeffer und warm stellen.

Die Kartoffeln abgießen, schälen und grob reiben. Die Zucchini portionsweise ausdrücken und zu den Kartoffeln geben. Koriander, Frühlingszwiebeln, fein gehackten Knoblauch und Mehl dazugeben, alles mit Salz, Pfeffer und Piment würzen und mit den Händen gut vermischen. Aus der Masse 8 längliche Bällchen formen.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zucchini-Köfte darin von allen Seiten goldbraun ausbraten.

Das weltbeste Chapati macht sich hervorragend dazu. Alternativ ginge auch Reis als Begleitung.
Inspiration Köfte: Susanne von Magentratzerl

Kommentare :

  1. Schön geworden 😊. Und beim nächsten Mal gibt es die bei uns mit Deinen Chapati ....

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    1. Danke für die Anregung! Die Sauce ist übrigens auch sehr gut ;)

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  2. Hmmmm, ich komme zum Essen UND ich kaufe das Buch :)!
    Danke für das fantastische Rezept und eine feine Zeit
    Elisabeth

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    1. Nun, Elisabeth, das Buch gibt es momentan nur ungeordnet, dafür umsonst im Internet als Blog :)
      viele liebe Grüße

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  3. Super Rezept und wird nachgemacht!
    Ihr habt ja noch richtig schönes Wetter, neidisch guck!
    Viele Grüße sendet euch
    Jesse Gabriel

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    1. Dicke Empfehlung - uns hat es sehr geschmeckt, Jesse.
      Und ja, Endlossommer...
      viele liebe Grüße zurück

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  4. Hübsche Idee, Köfte ohne Fleisch. Und die chapati! Es sieht alles zum Anbeißen aus!

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    1. Ich glaube, die *bahnbrechendere* Idee ist, das Chicken Tikka Masala ohne Fleisch zu machen ;) Aber das darf man ja eigentlich nicht schreiben, weil die Fleischesser es so gar nicht gerne lesen, wenn aus einem typischen Fleischgericht das Fleisch rausgekürzt wird, der Name des Essens aber beibehalten wird... da sinnse irgendwie komisch ;)

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    2. Da muss man dann erfinderisch werden ;-)

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  5. Liebe Micha, leider komme ich nicht immer dazu sofort einen Kommentar zu hinterlassen, wenn ich etwas nachgekocht hatte... Dies muss ich also nun mal hier gesammelt machen: Wir haben wunderbare Tomaten gerade und nun auch wunderbaren Sommer im Glas dank deines Reminders ;-)... und mein Ofen ist auch wieder sauber (spritzt es bei dir auch ziemlich, wenn es schmurgelt? Vielleicht hatte ich das Blech aber auch zu voll gepackt, egal, jedenfalls eine tolle Idee im Zeichen der Tomatenschwemme) Dann dein Mango Lassi Eis. Wenn etwas so heißt, muss ich es natürlich nachmixen und es ist natürlich genauso gut wie es klingt, diese Köfte von heute - genial, aus deinem Fundus gab's letzte Woche die Tarte rustique mit allem möglichen Obst (was überreif wegmusste, aber so die denkbar beste Verwertung fand) hach, welches Rezept auch immer ich von dir nachkoche, es ist köstlich und macht so Spaß... natürlich auch deine Gedanken dazu... Heute bin ich dann auch dem Link zu deinem Schokokuchen gefolgt und da ich immer auch gerne die Kommentare lese, musste ich natürlich sehr über den des eleganten Herren schmunzeln. Was mag das für ein Typ sein? Egal, kann eigentlich nicht sympathisch sein. Auf jeden Fall hab ich mir das Rezept gleich notiert, wie ich es immer mache, wenn ich was von dir nachkochen will. Ich dachte zwar auch "meinen Schokokuchen" schon zu haben, aber wenn du so schwärmst... Dann hab ich es mit dem Rezept verglichen, was ich mal unter "Blitzschokokuchen" gefunden habe... und: Es ist das Gleiche! Also, ja, ich habe "meinen Schokokuchen" - unseren Schokokuchen mit eleganten Mandeln (statt uneleganter Haseln ;-) Hach, und natürlich noch ne neugierige Frage: Ist das Resto P in der Stadt deines Studiums in der Waldstraße gewesen? Liebe, liebe Grüße von Hannah

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    1. Oh, was eine Freude mal wieder, Hannah, deinen Kommentar zu lesen! Vielen DAnk! Das tollste Feedback bleibt als Foodblogger ganz klar, wenn nachgezogen wird, sich in die Küche gestellt und das mit Erfolg! Eine schöne Sache, wirklich! Danke, Hannah! Und die Mail ist nach wie vor nicht vergessen - jetzt hat sich der Besuch einer Freundin aus D dazwischen geschoben. Ich hoffe, du verzeihst mir und hast noch ein glizzekleinwenig Geduld :)
      liebe Grüße zurück (und nein, nicht Waldstrasse ;)

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  6. Hmmm das klingt ja mal wieder fein!
    Das wird mit der nächsten Zucchini-Ladung aus dem elterlichen Garten ausprobiert!
    Liebst, Alexandra

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  7. Sensationelles Rezept! Heute nachgemacht und schon beim ersten Bissen gewusst, dass diese wunderbaren Zucchini-Plätzchen – Köfte würd ich dazu dann doch nicht sagen... – mit der tollen Sauce hier schon bald wieder gemacht werden müssen. Absolut köstlich und gästetauglich, und das sage ich ausdrücklich als durchaus-gern-mal-Fleischesser. 1000 Dank und Grüße aus Texas!

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  8. Dass es einem Buch von Dir ergehen würde wie vielen Deiner Rezepte – Dauerbrenner in diversen Küchen – ist Dir hoffentlich klar. Aber ich bin ganz bei Dir: Bei manchen Dingen/Flausen/Träumen ist man hinterher froh, dass es das Leben doch anders mit einem vorhatte. Und diesen DUBB muss ich mir dringend mal vorknöpfen...

    Alles Liebe!

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