SOCIAL MEDIA

Sonntag, 10. Februar 2019

Insta-tauglich: Krauterich der Krautfladen


*Mika, du hast das Internet überhaupt nicht verstanden. Null. Z-E-R-O!!!* Pascales Augenbrauen erreichen fast ihren Haaransatz, während sie mit der erhobenen rechten Hand aus Daumen und Zeigefinger ein O formt (immer ein bißchen Drama in allem die Fränzi-Mädels). 

*Kein Instagram, kein Twitter, kein Facebook, kein Linkedin, kein Google+ - Internet bedeutet Vernetzung!!!* - sie betont die Silbe des letzten Satzes und dehnt dabei die Worte unnatürlich in die Länge, ganz so, als würde sie nicht nur an meinem Verständnis für das WWW zweifeln sondern an meiner kompletten Gehirnkapazität. *Vernetzung* wiederholt Pascale eindringlich (die Finger-Null fuchtelt wieder). *Und zwar 2.0. Zusätzlich zu Organisationen wie die den Rosenkreuzern, Freimaurern, den Rotariern, dem Lions Club, die politische Parteien-Riegen, die Studentenvereinigungen, kein Volk hat das besser verinnerlicht wie die Juden, wenigstens das Vitamin-B der Familie braucht es für den kleinsten Rahmen, ABER: ohne Seilschaft keine Trittleiter nach oben! Und was treibst du? Seit Jahren? Du gibst Morsezeichen in einem Ein-Frau-U-Boot. Du miemst die letzte Litfasssäule an einer einsamen Landstraße. Du...

*Ich bin nicht schuld*, bringe ich mich aus der Schußlinie und werfe mich in der Deutschen liebsten Schützengraben (an dem Thema *Schuld* und der Frage *Wer ist dafür verantwortlich* kann sich kein Land länger aufhalten). Ich kichere: *Ich habe keinen Instagram-Boyfriend. Hier, schau', es gibt jetzt einen neuen Beruf. *Influencerin-Chefsekretär*, Markenmaskottchen-Angestellter* oder *Reclamekleindarstellerin-Assistent* - ich halte ihr das Smartphone unter die Nase und zeige ihr dieses Bild - *Da kommt ein Selfie-Stick nicht mit, vielleicht noch was gepimpt durch Drohnen-Fotos, bref: Super Zukunftsperspektiven, aber der Habib hat komischerweise keinen Bock drauf.* 

*Tssss*, Pascale schüttelt den Kopf, *die spinnen, die Römer* und lacht auch. *Das neue Sado-Matriachat: sie klimpert mit ihren Wimpern anstelle der Peitsche und droht unterschwellig beim Hypnotisieren mit Geld-und Sexentzug: 'Jetzt-komm, du-willst-es- doch-auch, du-willst-auch-ein-SUPER-Foto-von-mir*

*Krass, oder?! Wie weit trägt Eitelkeit? Die schütten ihren Jungs doch was in den Tee! Das macht doch kein Mensch freiwillig mit.*
*Es ist schwer, gutes Personal zu finden*.
*Ben, jeder wie er meint, denkt, muss und es braucht*, wende ich ein. *Sie sind jung, sie brauchen das Geld. Velleicht reden die mehr als andere Paare miteinander? So abends vorm PC: Sehen meine Haare auf dem oder auf dem Bild besser aus? Gemeinsame Arbeit verbindet. Gütertrennung wird vermutlich schwer - aber das ist sie ja meistens...

*Naja, aber wenn du wolltest, könntest du ja trotzdem...
*Jaja, ich weiß*, unterbreche ich Pascale erneut *du hast schon recht. Klar macht NUR bloggen keinen Sinn - marktstrategisch, betriebswirtschaftlich, aufmerksamkeitstechnisch. Aber ich bin nun mal kein Follower-Typ. Und umgekehrt bin ich nix für Follower. Und der Konsum von Social Media gibt mir einfach überhaupt nichts. Trotzdem macht es Sinn. Auf meine Weise. Ein Thema nämlich wiederholt sich auf meinem Blog beharrlich: gehe deinen eigenen Weg, finde deine eigene Haltung, sei so individuell wie nur möglich, stehe zuallerst für dich und deine eigenen Werte ein. Vielleicht mache ich mir mit dem Schreiben darüber selbst Mut.*
*Alte, du machst mich fertig....*

Nur, damit ihr mal eine Vorstellung bekommt, wie sich mein Feedback so anhören kann. Aber fertiggemacht wird heute nicht, bevor nicht alle den Krauterich probiert haben - der einzig wahre, alltagstaugliche Krautfladen!


Zutaten 2P:

160g Dinkel 1050
60g Einkorn-Vollkorn
1 EL Öl
Salz
1 TL Koriander. frisch geschrotet
120ml Wasser

1 kleine Stange Lauch
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
170g Weißkohl
Öl
Salz, Pfeffer
Piment
Kümmel, ganz
ca. 170g Käse (m: gemischt/ Reste) 
Olivenöl

ca. 2 EL Crème fraiche
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz, den Koriander und das Öl mit 120ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig erst mit einem Holzkochlöffel, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen. 

Den Ofen mit einem Pizzastein vorheizen (ca. 250°). 

Knoblauch fein hacken, die Zwiebel ebenso. Den Lauch in feine Ringe, den Weißkohl in feine Streifen schneiden. Die Zwiebel in Öl glasig anschwitzen, dann Lauch und Kohl zufügen und nochmals mitdünsten. Mit Salz, Pfeffer und Piment abschmecken.
  
Den Flammkuchenteig teilen, jeweils schön dünn auswellen, dann auf ein Backpapier verlegen. Mit der mit Salz und Pfeffer gewürzten Crème bestreichen, den Pfanneninhalt auf beiden Fladen verteilen und mit dem gewürfelten Käse und Kümmel bestreuen. Nochmals leicht würzen, mit Olivenöl beträufeln und die Flammkuchen im heißen Ofen nacheinander knusprig braten.

Anmerkung m: Flammkuchenteig nach Juliane - der mich in seiner Schnelligkeit, Luftigkeit und prima Handhabe absolut überzeugt. Außerdem sollte - für mein Dafürhalten - Falmmkuchen ein Blitz-Essen sein!


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