SOCIAL MEDIA

Donnerstag, 2. Mai 2019

Zufallstreffer: Spargel-Suppe


Als erstes Spargel-Rezept der Saison komme ich mit einem Suppen-Vorschlag um die Ecke. *Gmpfhh*, rümpft der ein oder andere bereits die Nase, *Suppe*. Aber M-o-m-e-n-t!

Die Suppe entstand als Resteessen und war vorneweg nicht zum Vebloggen gedacht. Dann aber waren wir uns am Tisch einig, dass das die beste Spargel-Suppe ist, die ich gekocht habe, sowie wir beide je gegessen haben - also wird sie aus diesen ja wohl bestechenden Gründen archiviert. Zumal ich vom Suppenkasper zum heißen Suppenfan mutiert bin. Vielleicht ziehe ich euch auf meine Seite...

Komischerweise erinnert mich die Spargelsuppe ein bißchen an die typische Tütensuppe. Nich? Das soll eine gute Assoziation sein? Das ist einigermaßen komisch. Vielleicht kennt der ein oder andere gar keine Tütensuppe von euch?! Aber ich gehörte lange Zeit dem Team *Wer sich nicht wehrt, kommt an Herd* an. Meine Mutter war beim Kochen rasend schlecht gelaunt und mörder-genervt. Nichts schlimmer, als als Hausfrau zu enden - das habe ich schnell gelernt. Ich wußte also, was es zu vermeiden galt: die Küche als Beschäftigungsraum.

In klassischen Rollenbildern zu denken, lag mir eh fern, dübeln kann ich selbst, also ließ ich mich bekochen. Wobei: meistens war Essen einfach unumgängliche und leidige Notwendigkeit. Ich war guter Kunde in den Bäckereien (Brezel, belegtes Brötchen), oder griff nach Fertigprodukten. Wie auch mal eine Tütensuppe. Etwas, das ich heute, wenn ich durch den Supermarkt laufe, überhaupt nicht mehr wahrnehme. Habe ich die Wahl (sprich: meine Küche und Garten um mich), dann ignoriere ich alle Tütensuppe dieser Welt schnippist. Aber ausschließen, in der Zukunft mal wieder danach zu greifen, würde ich nicht. Etwa zum Campen: wiegt nix und bekommt man im Rucksack lässig unter.

Werbung für Tütensuppe wird das hier trotzdem nicht. Im Leben nicht kommt ein Pulver an den Geschmack dieses cremig-zartschmelzenden, daunig-weichen Spargel-Süppchen ran! Ihr werdet ja sehen...


Zutaten 2P:

300g Spargel
2 Kartoffeln (ca. 250g)
Gemüsebrühe
1 Schuß Rosé (oder Weißwein)
50-100ml Sahne
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
2 Lorbeer-Blätter
1 EL Butter
1 EL Mehl

Zubereitung:

Spargel schälen und die Enden etwas großzügiger als sonst abschneiden. Mit einem guten 1/2 l Wasser aufsetzen, 1 Teelöffel Zucker zufügen, ebenso einen Schuß Essig und die Spargelschalen etwa 20min köcheln lassen. Kochflüssigkeit abschütten, Sud auffangen, Schalen wegwerfen. Den Spargel darin in mundgerechten Stücke bissfest garen. Dann die Spargel als Einlage zur Seite stellen.

Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Knapp mit etwas weniger als der Hälfe des Spargelsudes bedecken, Gemüsebrühe-Pulver (etwa 1 TL) und die Lorbeerblätter mit in den Topf geben und gut weich garen.

Die Butter in einem Topf schmelzen lassen, das Mehl einrühren und etwas braten ohne dass das Mehl Farbe annimmt. Mit Spargelsud ablöschen, gut und zügig dabei rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Nicht allen Sud angießen (damit steuern wir am Ende die cremige Konsistenz). Nun mit dem guten Schuß Wein abschmecken. Die Lorbeerblätter aus den Kartoffeln entfernen und ebenfalls in diesen Topf umfüllen. Sehr fein pürieren. Sahne (je nach Wunsch mehr oder weniger) unterrühren und nun mit dem restlichen Sud die Suppe noch eventuell etwas dünner machen. Mit Salz und Muskatnuss würzen.

Spargel in der Suppe warmziehen lassen, in Teller füllen und mit Schnittlauch dekorieren.

*Anmerkung m: das nächste Mal koche ich die Spargelschalen nicht lange aus, sondern ziehe einen Fond auf die Weise, wie es Robert empfiehlt!


Kommentare :

  1. Liebe Micha
    Suppe, egal welche, geht immer - finde ich, und Spargelsuppe sowieso. Gestern einen großen Pott gegessen (zubereitet wie du, nur ohne Wein),mehr braucht's nicht.., Tütensuppen schon mal gar nicht (aber auch ich kann mich noch an die Tütenzeit erinnern).
    Liebe Grüße Lotte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Suppe geht wirklich immer, Lotte. Wie konnte ich das je anders sehen?! Und glücklicherweise komme ich mittlerweile ohne Tütensuppe gut zurecht - besser ist das ;)

      Löschen
  2. Eine famose Idee! Zumal die jüngste Tochter, die in Gemüsedingen mäkelig ist, derzeit auf Klassenfahrt ist. Hier regnet es, die Temperaturen schreien nach Wolljacken - ich denke, morgen gibt es Spargelsuppe. Merci für Idee und Rezept!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nichts wohliger als ein Süppchen, wenn es draußen stürmt und graust - ganz mit Ihnen, Mme Siebensachen. Ich hoffe, dass Sie es schaffen, die Gemüsemäkeligkeit der Tochter noch ins Gegenteil zu drehen... aber was vermag nicht alles eine Portion Zeit ;)

      Löschen
  3. liebe Micha, ich würd das mit dem Fond ja auch gerne ausprobieren, aber Robert schreibt dazu nur "Für den Fond 1 EL Butter, 1 TL Salz und 2 TL Zucker an die Spargelschalen geben und mit 1 L siedendem Wasser übergiessen. Auf ein Holzbrett ziehen und 30 Minuten ziehen lassen.". Was genau bedeutet das denn? Der letzte Satz ist mir völlig schleierhaft. Seine Kommentarfunktion ist leider geschlossen, deshalb kann ich da nicht mehr fragen. Suppe find ich bei diesen November-anmutenden Temperaturen auch ne gute Sache. Danke dir und liebe Grüße. Lara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zugegebenermaßen, Lara, hat auch mich das irritiert. Aber auf die Tipps von Robert ist immer Verlaß, deshalb wollte ich das unbedingt mal ausprobieren und neue Wege gehen. Ich habe vor kurzem erst bei ihm kommentiert - ich werde also für uns alle bei dem Maître himself für uns alle nachhaken :)

      Löschen
  4. Hihi, wie Lara habe ich natürlich auch gleich bei Robert geguckt und bin auch erstmal über das Holzbrett gestolpert. Ob es so etwas profimäßiges ist wie "zur Rose kochen", "montieren" oder "Brötchen schleifen"??? Oder heißt es etwa gar - ganz profan - dass man den Topf vom Herd auf ein Holzbrett / Kork- Filz-etcpp-untersetzer zieht? Eure Spargelsuppe klingt prima und ist auch hier vorgemerkt. Passend zum kühlen Frühlingswetter mit Regen, der das Gärtnerherz erfreut. Liebe Grüße von Hannah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Hannah, siehe zum Sud-Thema Lara ;) So lange bis das ungeklärt bleibt, müssen wir es wohl auf die althergebrachte Weise zubereiten, das Süppchen. Mail folgt - ein bißchen Geduld bitte - es ist einfach viel los!

      Löschen
    2. ...und heute gab es dein Spargelsüppchen bei uns mit Sud auf dem Filzuntersetzer gezogen ;-): Volle Zustimmung von allen Seiten. Nie wieder anders. Außer du bloggst eine weitere...
      Liebe Grüße von Hannah

      Löschen
  5. Ein feines Süppchen liebe Micha! War heute so passend... warmer Bauch während draussen ein heftiges Schneegestöber alles nochmals in weiss hüllte.
    Ich habe die Suppe wie du aus den Resten vom Mittag zubereitet. So gings richtig schnell und unkompliziert. Das mag ich :-)
    Liebe Grüsse von Pierina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schneegestöber im Mai - ist jetzt auch nicht das, worauf man zwingend scharf ist, oder Pierina? Schön, dass du so schnell nachgekocht hast. Ganz genau: aus Resten ist die Suppe am allerschnellsten und höchst unkompliziert auf den Tisch gebracht. Ich sehe schon: Grundidee absolut verstanden!

      Löschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...