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Mittwoch, 7. August 2019

WW-Klimakterium II: Ofen-Auberginen nach Nicky


Versuchen wir es für dieses Mal weniger destruktiv und etwas konstruktiver. Als ultimativ sachlich werden ja gerne Zahlen gesehen. Versuche ich darauf aufzubauen. Schwierig nur, wenn diese gerne manipuliert sind - wofür gibt es schließlich BWL, sonst würde ja Mathematik ausreichen. Schicke ich nochmals ein Zitat von Corinne Lepage aus der Arte-Doku voraus:

*In unserem Wirtschaftssystem werden mögliche Verluste unseres gemeinsamen Kultur-und Naturerbes nicht berücksichtigt. Stellen wir uns vor, der Wert des Mittelmeeres würde beziffert und berücksichtigt und man würde die Folgen seiner Zerstörung berechnen, dann würden die Dinge vielleicht anders aussehen.*

Wiederum kann man auch diese Aussage übertragen auf viele andere Bereiche. Würde man die atomaren Endlager für Brennstäbe miteinberechnen, könnte sich keiner Atomstrom leisten. Würde man die ärztliche Versorgung von Konsumenten von Pestizid belastetem Obst und Gemüse sowie der Wiederinstandsetzung etwa von Grundwasser auf den Verkaufspreis draufschlagen, wären Bio-Produkte billiger. Würde man bei Elektro-Autos den Rohstoff-Verbrauch für Batterien samt ihrer Entsorgung miteinbeziehen, würde niemand von umweltfreundlichem Fortbewegungsmittel reden uswusf...

Aber ich wollte konstruktiv vorgehen. Was kann man also tun? Konzentriere ich mich auf den CO2-Ausstoß samt der Zahlen, derer ich habhaft wurde. Und da bietet die Übersicht dieses Artikels von NDR eine gute Orientierung. Dort lässt sich erkennen, dass sich Energiewirtschaft und Industrie bereits für über die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich machen. Private Haushalte sind immerhin mit guten 10 Prozent dabei. Im Kleinen - da kennen wir uns aus - läßt sich über Optimierung leichter nachdenken. 

Wie kann man seine individuelle ökologische Bilanz verbessern? Viel diskutiert gerade: die Art und Weise der Fortbewegung (die immerhin mit 18 % zu Buche schlägt): wer braucht welches Auto und wofür, bzw. hat Alternativen? Wer nutzt Flugzeuge, wofür und in welcher Häufigkeit? Wer braucht jedes Jahr ein neues Auto oder fährt seines runter? Was konsumieren wir überhaupt und in welcher Häufigkeit? Beispielsweise Fleisch? Ginge da auch weniger? Oder Klamotte? Warum nicht mal Second-Hand? Wie warm muss die Bude im Winter geheizt sein? T-Shirt-Temperatur? Wieviel Wasser verbrauchen wir täglich? Muss alles nach einmaligem Tragen bereits gewaschen werden? Muss man 1 bis 2 Mal am Tag duschen? Wer trägt - etwa durch Gartenarbeit - etwas zur Bioversität und damit zum Klima bei? Die Möglichkeiten sind vielfältig und nicht ausgeschöpft. Wollte man aber eine *faire Öko-Steuer* auf die Bürger erheben, dann müsste all das und noch mehr  - vielleicht sogar individuell - berücksichtigt sein.

Viel komplizierter wird es, wenn man überlegt, wie man den CO2-Austoß eines ganzen Landes einsparen könnte. Ein wirklich komplexes Thema. Wer tiefer interessiert ist, findet im *Handelsblatt* einen detaillierten Artikel, in welchen Bereichen Deutschland Möglichkeiten hätte, seine Emissionen zu verringern. Folgende Themengebiete schlüsselt der Bericht auf: 
1. erneuerbare Energien - die leider mehr Schein als Sein seither bieten
2. den Verkehr - synthetische Kraftstoffe wären ein gutes Stichwort
3. die Gebäude-Sanierung - ein Sektor mit wohl viel ungenutztem Potential
4. die  Landwirtschaft - weg von Monokulturen und hin zu weniger Fleischproduktion
sowie 5. der Industrie (mit dem ja höchsten C02-Ausstoß in Deutschland) - da sind die Grenzen des Machbaren im Prinzip erreicht  und Interessenskonflikte unsausweichlich:

*Wenn im Klimaschutz die Schraube angezogen wird, wird irgendwann ein Punkt, an dem weitere Einsparungen und Effizienzsteigerungen nicht möglich sind. Mit anderen Worten: die energieintensiven Branchen kommen dann an die Grenzen des physikalisch-technisch Machbaren. Ihre Anlagen stoßen so genannte prozessbedingte CO2-Emissionen aus, die sich nicht weiter reduzieren lassen. Den Umstand bestreitet auch niemand. Aber keine Bundesregierung schaffte es bislang, dafür eine Lösung anzubieten. Trotzdem definiert sie Klimaschutzziele, die die Industrie unter den gegebenen Umständen nicht erreichen kann.*

Soweit meine Analyse als momentane Bestandsaufnahme. Habt ihr etwas beizutragen? Andere Fakten, bzw. Zahlen? Gerne her damit! Ich maße mir nicht an, ein solch weites Gebiet zu überblicken. Diese Aufstellung dient nur damit nachvollziehbar wird, von welchem Stand aus ich in meinem dritten Post versuche, Schlußfolgerungen anzustellen.


Je komplizierter das Thema umso einfacher das Essen. Ein Gericht aus dem Buch *Reisehunger* von der geschätzten Nicky, welches die Ofen-Auberginen von Ottolenghi um Welten schlägt. Die Auberingen sind wunderbar gewürzt - Ulrike war auch begeistert! Anstelle einer minzigen Joghurt-Sauce wie im Original begleitete bei uns ein Kartoffel-Paprika-Salat mit Tahini-Dressing die Auberginen. 


Zutaten 2P:

2 große Auberginen*
2-3 EL Olivenöl
2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL Piment d'Espelette
Meersalz
Pfeffer, schwarz, frisch gemahlen
2 EL Honig (m: Thymian-Honig)
1½ EL Sesamsaat, weiß oder schwarz und weiß gemischt
1/2 Zitrone, in vier Teile geteilt

Zubereitung:

Backofen auf 220° vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen waschen und der Länge nach halbieren. Das Fruchtfleisch der Auberginenhälften mehrmals kreuzweise bis zur Schale hinein-, aber nicht durchschneiden, sodass ein Gittermuster entsteht. Großzügig mit Olivenöl einpinseln und gleichmäßig mit Kreuzkümmel, Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer bestreuen. Auberginen mit den Schnittflächen nach unten auf das Blech legen und ca. 20 Min. im Ofen (Mitte) rösten.

Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Auberginenhälften umdrehen. Nun die Schnittflächen mit Honig beträufeln, mit Sesam bestreuen und noch mal 15–20 Min. rösten. Die Auberginen sollen ein wenig zusammengeschrumpelt, komplett durchgebacken und die Schnittflächen appetitlich gebräunt sein. Andernfalls noch etwas weiterrösten und dabei eventuell den Grill dazuschalten (dann aber unbedingt neben dem Ofen stehen bleiben, die Auberginen können schnell verbrennen!).

Die Auberginen auf einem Teller anrichten und mit ein wenig Zitronensaft beträufel - das Fleisch der Auberginen ist so weich, dass man es aus der Schale löffeln kann.

*Anmerkung m: ich habe 3 kleinere Auberginen - wie sie der Garten gerade anbot - verwendet. Idealer sind durchaus großere Auberginen!


Kommentare :

  1. Liebe Micha, Ofen-Auberginen gibt es bei uns nur noch mit einer Marinade aus Miso Shiru, Weißweinessig, Honig und Sojasauce. Am Ende kommt auch Sesam darauf und serviert wird es idealerweise mit Frühlingszwiebeln (bei mir angeschmort) und frischem Koriander, dazu eine Sauce aus Joghurt, Tahin und Zitrone. Und Reis. Ich kann es nur empfehlen, wenn du Ofenaubergine gerne magst! Das Rezept habe ich von foodlovin.de. Ich schätze den Blog – es wird zwar öfters mal Werbung gemacht, aber viele Rezepte sind ohne Werbung (oder können ohne die beworbenen Produkte easypeasy abgewandelt werden) und bisher war ich noch nie enttäuscht! Liebe Grüße, Lara

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    1. mir fiel gerade auf, dass mein Kommentar sehr negativ rüber kommen kann, so war es überhaupt nicht gemeint! Ich teile nur deine Begeisterung für Ofen-Auberginen und wollte mein aktuelles Lieblingsrezept teilen. Gruß, Lara

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    2. Es klang, Lara, tatsächlich etwas nach *andere Mütter haben auch schöne Töchter*, so dass ich dachte: *so what?*...
      aber dann hätten wir das auch geklärt... liebe Grüße

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  2. Liebe Micha, ich teile deine Ansichten durchaus! Wir fahren ein 13 Jahre altes Auto, das auch noch weitere 13 halten würde, wenn uns der "bemühte" dtsch. TÜV denn lässt. Wir brauchen es, da mein Mann schwer krank ist , ich selbst nicht gesund und wir überhaupt keine ÖVM erreichen können. Selbst wenn, würden es Tagesreisen sein. Einkäufe wären unmöglich, da wir abgelegen auf einem Berg wohnen. Unser Haus ist gedämmt, wir fahren im Winter mit minimaler Heizung und auch sonst wird gespart, z.B. mit Wasser (ich finde z.B. auch das Spülen auf Toiletten mit Trinkwasser besonders schlimm, und das nach jedem kleinen Geschäft...). Was ich mich frage: Deutschland kann da sparen...Und was machen Länder wie China? USA? Brasilien? Indien? Was tun wir , nur z.B. gegen die verheerenden Brände in der russischen Taiga? Als Notre Dame brannte...ein Aufschrei, Millionen - ja, sicher, tat mir auch weh, aber nun? Keine Hilfe, keine Solidarität! Da verbrennt unsere Luft in Form von Bäumen zu Tausenden und Abertausenden? Regenwald??? Immer weiter abholzen für SOJAANBAU??? Das sind alles Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, und für die ich keine Lösung finde, gar keine. Und dass das E-Auto keine Lösung ist, müsste jedem eigentlich, der ein wenig weiß über die Herstellung, einsichtig sein...Und dein Rezept wird natürlich nachgebaut! Bises, Sunni

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    1. Endlos, Sunni, endlos könnte man listen, wenn es um den Irrsinn dieser Welt geht. Hätte alles nicht so fatale Folgen auf die Natur, die nachwievor unser Haupternährer ist, dann könnte man sich über all die Schildbürgerei lustig machen. So liegen die Dinge aber zu ernst... und ja, ich sehe ebenfalls wenig Hoffnung auf Rettung - aber dazu komme ich ja noch. Herzlichen Dank fürs Teilen deiner Gedanken...
      mit herzlichen Grüßen!

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