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Sonntag, 27. Oktober 2019

sensationsloses Saison-Ende: Maltagliati mit Zucchini


Will ich schlichte Zutaten adeln - in diesem Fall Zucchini -, dann bereite ich dazu frische Pasta. Kein Geheimnis, ihr kennt meine kulinarischen Vorlieben. Trick Zwei, der für mich jedes Gericht pimpt, ist eine unbescheidene Dosis frischer Kräuter über alles zu streuen. Das ist eh einer meiner Top-Ten-Empfehlungen, sollte jemand kulinarischen Rat bei mir suchen: *Gib frische Kräuter an dein Essen - dadurch schmeckt alles irgendwie nochmals eine Dosis frischer/ selbst gekocht/ mit Liebe zubereitet!* 

An Zucchini konnten wir uns diesen Sommer die Bäuche richtig vollschlagen und nein, ich habe sie noch nicht über. Schließlich sind Zucchini wirklich bescheidene Zweite-Reihe-Geiger, die drängen sich nicht in den Vordergrund, bref, es kommt lediglich auf eine gute Melodie an und sie spielen überall schön mit. Hier gefällt mir die Harmonie gleicher Größen, also der Gemüseschnitt, der gut zur Pastaform passt. Wichtig finde ich auch, dass die Zucchini unbedingt noch etwas Biss beibehält.

Maltagliati heißt die schlecht geschnittenen und bezieht sich auf die unregelmäßige Form der Nudeln. Eigentlich handelt es sich hierbei nicht um eine eigene Nudelsorte, sondern klassich benutzt man die Reste, die beim Schneiden von Tagliatelle oder Ravioli entstehen. Ich allerdings habe mich eben extra ihrer Form zuliebe für sie entschieden (findet ihr es nicht auch erstaunlich, dass Pasta je nach Form ganz anders schmeckt!!!) vier dünne Pastabahnen ausgewellt (mittels meiner Marcato) und sie dann gleich dieser für diese Krautfleckerl in schräge Rauten geradelt. Sensationen gehen anders, aber ich habe esse nun mal alltägliche Hausmannskost besonders gerne.


Zutaten 2P:

Pasta-Teig für die Maltagliati
120g Einkorn-Vollkorn
80g Hartweizenmehl
2 Eier
1 EL Olivenöl
Salz

500-600g Zucchini (m: gelb/ grün)*
2 Knoblauchzehen
1 Schuß Noilly Prat
70g Frischkäse
1 Zitrone, Abrieb davon 
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette 
Olivenöl
1 Bund Schnittlauch, in feine Röllchen geschnitten
 
Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig gründlich einen homogenen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Dünn auswellen und unregelmäßige Rauten schneiden. Auf ein mit Hartweizenmehl (verhindert das Aneinanderkleben der frischen Pasta - sowohl auf dem Küchentuch wie später im Kochwasser) bestreutes Küchentuch ausbreiten und mit einem zweiten Küchentuch abdecken.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.

Vom Knoblauch den Trieb entfernen und sehr fein würfeln. Die Zucchin in etwa gleichgroße dünne (2-3mm dicke) Scheiben schneiden - je nach Zucchini-Größe diese zuvor halbieren oder vierteln. In Olivenöl die Zucchini samt Knoblauch anbraten bis das Gemüse al dente ist - also mit Biss. Dabei salzen, pfeffern und mit Piment abschmecken. Ablöschen mit Noilly, kurz etwas einreduzieren lassen. Nun den Frischkäse einschmelzen lassen.

Parallel die Pasta ebenfalls bisfest garen, abschütten, etwas Nudelwasser auffangen und die Maltagliati unter das Gemüse mischen. Zuletzt die Zitronenzesten untermischen, nochmals abschmecken und für die richtige Konsistenz gegebenenfalls mit etwas Nudelkochwasser cremiger machen. 

Zum Servieren tüchtig mit Schnittlauch bestreuen.

*Anmerkung m: sollte etwas mehr oder weniger Zucchini an dieses Gericht geschnippelt werden, dann kommt das Rezept damit zurecht. Gleiches gilt ebenso für den Frischkäse: wer mag, gibt mehr hinzu.



Kommentare :

  1. Mich fasziniert das auch, wie endlos man die Form frischer Pasta variieren kann - und, dass sie dann auch immer wieder andres schmeckt.
    Und Dein Teller sieht wie immer zum Anbeissen aus.

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    1. Ist das ein Phänomen?! Dass sich mit der Form der Geschmack verändert!!!! Bei gleichem Teig! Ich finds Hammer!

      Und danke für das Teller-Kompliment, Susanne :)!

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  2. Oh, wenn das "sensationslos" ist... frische Pasta, letzte Gartenzucchini und viele Kräuter - das ist doch immer eine Geschmackssensation! Sensationell ist für mich auch, dass du das "nebenher" gerade auch noch schaffst... Hier auch Saisonende - letzter Zinnienstrauß vorm Novembereinzug geschnitten. Ein paar Tage noch erinnert er üppig und bunt an den schönen Frühherbst. Draußen gerade Novemberwetter. Ganz liebe Grüße von Hannah
    P.S.: Entfernst du vom Knoblauch immer den Trieb? Der Bekömmlichkeit zuliebe?

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    1. Den Knoblauchtrieb entferne ich ab jetzt - nämlich nun ist Pflanzzeit für den Knoblauch und auch der Beginn, in dem er anfängt zu treiben. Man sagt, dass der Knoblauch dann bekömmlicher ist - und den Atem nicht beeinträchtigt. Letzteres kann ich aber nicht garantieren: da wir praktisch täglich KNoblauch essen, fehlt mir das Urteilsvermögen! Hier, liebe Hannah, blühen die Zinien auch noch. Sie hatten es bei der langen Trockenheit in diesem Herbst wirklich schwer...

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  3. Liebes Salzkorn,
    das war ein schnell gemachtes und sehr leckeres Mittagessen!
    Nimmst Du eigentlich Ziegenfrischkäse oder "normalen" Frischkäse?
    Bei uns kamen noch goldbraun geröstete Bacon-Stückchen als Topping dazu. Perfektes Herbst-Essen!
    Dank und ganz herzliche Grüße,
    Sandkorn

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    1. Da ich für dieses Mal ausnahmsweise *Frischkäse* verwendete und keinen Ziegenfrischkäse wie immer, schmeckte für uns das Essen außergewöhnlich ;) Es freut mich, dass ich dich wieder einmal zum Nachkochen inspirieren konnte, Sandkorn ;)

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