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Montag, 2. Januar 2012

Verrat an Osi - Pappardelle alla lepre

Mal Hand aufs Herz: wie seit ihr mit eurer ersten Liebe, als sie dann zuende ging, umgegangen? Und ich rede hier von dieser allerinnigsten Liebe, die alle Tränen in sich aufgenommen hat und zum Einschlafen immer an der rechten Stelle lag. Der meine war an Loyalität nicht zu übertreffen, stets solidarisch und sah selbst toll aus, wenn ich seine Ohren zum Topf zusammengebunden hatte: Osi, mein Hase, mein Kuscheltier. Und heute liegt er in einer Kiste im Keller (habt ihr eure etwa weggeschmissen?) und als wenns nicht schlimmer kommen könnte, esse ich nun schon Artverwandte. Ich gebs zu, ich habe ein schlechtes Gewissen.

Wie bei Reh, welches ich nur dann esse, wenn ich dazu eingeladen bin, ebenso habe ich es mit Hase gehalten. Dies hier ist mein erster selbst zubereiteter, also die Keulen davon. Das Bild aus dem Buch die *echte italienische Küche* hatte mir sofort einen tropfenden Zahn gemacht, selbst wenn das Foto bereits etwas Gilb angesetzt hat unter den foodstylischen der Neuzeit. Und so kam es, dass ich mit meinem Prinzip gebrochen habe - Osi verzeih mir.

Wieder einmal hat mich das Buch nicht entteuscht: eine köstliche Pasta, die ihren Aufwand lohnt, bei uns mit selbstgemachten Pappardelle. So kann ich dieses Buch nur ein weiteres Mal empfehlen. Auf der anderen Seite dieses Rezeptes ist übrigens jene Pasta abgebildet.

Zutaten:

750g küchenfertig vorbereiteter Wildhase
(m: 2 Hasenkeulen)
3 Stangen Sellerie
(m: Stück Knollensellerie)
400g reife Tomaten
1 EL frischer Thymian 
(oder 1 TL getrockneter)
1 Bund glatte Petersilie
400g Pappardelle
1/2 l kräftiger Rotwein
(m: 300ml)
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 TL Fenchelsamen
1 Lorbeerblatt
2 Gewürznelken
6 Pfefferkörner
2 EL Tomatenmark
7 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für die Sauce den Wildhasen zerkleinern und in eine Schüssel legen., 1/2 l Rotwein angießen. 3 Staudensellerie, 2 Zwiebeln, und 3 Knoblauchzehen grob zerkleinern, mit 1 TL Fenchelsamen, 1 Lorbeerblatt, 2 Gewürznelken und 6 Pfefferkörner in die Marinade geben. Zugedeckt etwa 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Fleisch mehrfach wenden.

Fleisch aus der Marinade nehmen, mit Küchenkrepp gut trocknen. Sud duchsieben, Gewürznelken und Pfefferkörner entfernen. Das Gemüse im Sieb gut abtropfen lassen, Sud auffangen.

In einem Schmortopf 5 EL Olivenöl erhitzen. Hasenstücke portionsweise hineingeben und rundum anbraten. Gemüse dazugeben, unter Rühren andünsten. Sud angießen. Mit Thymianblättchen, Salz und Pfeffer kräftig würzen. Zugedeckt etwa 2 Stunden schmoren.

Tomaten überbrühen, enthäuten und entkernen, das Fruchtfleisch kleinhacken. Hasenstücke aus dem Topf nehmen, das gegarte Fleisch von den Knochen lösen und in kleine Stücke schneiden. Lorbeerblatt entfernen, die Sauce im Topf pürieren.

Tomaten, 2 EL Tomatenmark und die Hasenstücke einfrühren. 1/2 Bund Petersilie fein hacken, untermischen. Sauce bei milder Hitze weiterköcheln.

Inzwischen die Pappardelle herstellen und in reichlich Salzwasser bißfest garen. Sauce nochmals abschmecken und die Nudeln untermengen. Petersilienblätter darüberstreuen.

Kommentare :

  1. Mein liebster Liebling war eine kleine Ratte. Ne...nix zu machen, wird nicht gekocht und verbloggt.
    Den gebratenen Hoppler, den würde ich schon essen.

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  2. ich hatte selber einen Hasen als Kind, aber das hat mich noch nie abgehalten, Hase zu essen......je vais même à la chasse!

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  3. Ich habe meinen Teddy-Bären natürlich immer noch auf einem Regal neben meinem Bett sitzen, er wird auch regelmäßig geknuddelt, was dachtest du denn.

    Und in die Verlegenheit Bär zu essen bin ich noch nicht gekommen, würde es aber tun.

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  4. Ich hatte genau wie Ulrike einen Teddy-Bären - und würde eher Bär als Hase essen ;-)

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  5. @Sybille: Les rats sont faits pour cuisiner la ratatouille!
    - wie man ja seit dem Trickfilm weiß :)

    @Bolli: Pferd esse ich auch nicht.
    Und foie gras ebensowenig - allerdings aus anderen Gründen.

    @Ulrike: Also nur noch räumlich verbunden ;O)?

    @Sabine: Oh, und da spüre ich es wieder, das schlechte Gewissen. Aber stimmt, Bär muß nicht sein.

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  6. Hihi, das machst Du doch mit Absicht, dass du jetzt ein Gericht aus "Die echte italienische Küche" bloggst ;-)) Ich werde 2012 mindestens 3 Gerichte draus kochen, das ist mein guter Vorsatz für dieses Jahr!

    Ach ja, und mein allerliebstes Kuscheltier war eine kleine gelbe Stoffmaus. Mäuse esse ich aber immer noch nicht... und sie hat einen Altersruhesitz in einer Kiste auf dem Dachboden bekommen.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  7. @Juliana: Du hast schon recht mit deiner Kritik: die Bilder wirken tatsächlich was verstaubt. Aber die Rezepte waren bisher alle toll und ich werde bestimmt noch viel daraus kochen.

    Das klingt pietätvoll *Altersruehsitz* für deine Maus! Oder, wegschmeißen geht gar nicht?!

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  8. Oh wie lecker!!

    ich war eigentlich zwar gerade beim Mittagessen,aber bei diesem Anblick krieg ich schon wieder Hunger, grummel...

    Ich hatte ja schon bei Juliane geschrieben, das Buch hab ich auch.
    Von meiner Mum geerbt, ich glaube, ich muss da nun doch mal unbedingt reinschauen ;-)

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  9. @Britta: Auch Pasta-Maniac? Mir braucht man ja nur mit Pasta vor der Nase wedeln und ich bin appetitlich ;)

    Das Buch hat wirklich meine Empfehlung! Es mag von der Optik schon in die Jahre gekommen sein, aber innerlich bleibt es ein echtes Schätzchen.

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