Sonntag, 26. Juni 2016

Umkehrung: Gnocchi aus grünen Oliven mit confiertem Paprika und confierten Tomaten

Ohne Karma-Gesetze wäre die Erde ein Planet der himmelschreienden Ungerechtigkeit. Wer ohne Vorstellung von Karma lebt, müßte für mein Dafürhalten mit einem Fuß in tiefster Verzweiflung stecken - sofern er denn mit offenen Augen hinschaut. Soviel Leid und soviel Elend. Und schnell wird geklagt, wie grausam Gott sein muß, um das alles zuzulassen. Dabei geht es bei Karma weniger um Moral als vielmehr um ein Naturgesetz. Karma erklärt lediglich den Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Jede Wirkung hat einen bestimmten Auslöser und jede Ursache eine entsprechende Folge, eine ganz bestimmte Entwicklung. Dass sich nach weltlichem Maßstab trotz Karmagesetze augenscheinlich keine Gerechtigkeit einstellen will, liegt an unserer gängigen Zeitauffassung. Karmagesetze sorgen im jetzigen Leben für einen Ausgleich oder aber ergeben erst in Verbindung mit Reinkarnation Sinn.

Eines der Karmagesetze steht für die Umkehrung des Maßes: aus viel wird wenig. Oder umgekehrt, aus wenig viel. So folgt auf Überfluß Ermangelung, Armut dreht sich in Reichtum, Macht in Ohnmacht uswusf. Wenn man sich tiefer auf diese Vorstellung einläßt, dann kann man sich eigentlich gut ausmalen, dass sich auf diese Weise ein Thema von sehr unterschiedlichen Seiten und in verschiedenen Rollen erleben läßt - was helfen soll, Erfahrungen zu machen und mittels ihnen zu Bewußtheit zu gelangen. Bewußtheit, das gülden Gut, auf das es auf diesem Planeten schließlich ankommt.

Ein kleines Bißchen dreht sich das Ping-Pong-Spiel der kulinarischen Inspiration zwischen Robert und mir auch um Umkehrung: während er meine rustikale Gartenrezepte in die Sterne zu heben vermag, hole ich seine Haute-Cuisine auf die Tischdecke meiner Landhausküche runter (siehe heute). So dürfte es für mich ewig weitergehen - Lamiacucina ist für mich sprudelnder Quell köstlichster Anregung. Dass ich nicht lange warten würde, um Roberts Olivengnocchi nachzukochen, wird niemand weniger wundern wie Robert und mich! Wobei ich mich immerhin (Ausrufezeichen) dank Robert darauf einließ, mal eine Spinatmatte für die satte grüne Farbe herzustellen, wenn ich mich schon dem Spritzbeutel verweigerte. Ergebnis (das soll auch nicht verschwiegen werden): HERVORRAGEND - damit werde ich bei der nächsten Gäste-Einladung sowas von mit angeben... 
Zutaten 2 P*:

80g grüne Oliven
80g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb*
1 EL Olivenöl 
1 EL Spinatmatte 
(ansonsten: 1 EL Spinat, blanchiert und gemixt)
50g Weißbrot, fein gemahlen

30g Mehl
Sellerie-Salz
Pfeffer
20g Parmesan (m: vergessen)
2 Paprika (m: rote)
250g confiere Kirschtomaten
4 Knoblauchzehen, gestiftet
1 TL Zitronen-Thymian
Salz, Pfeffer
Zucker 
Olivenöl

geriebener Parmesan zum Bestreuen

Zubereitung:

Zuerst die Paprika vom Kerngehäuse befreien und unter dem Grill solange braten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. In ein feuchtes Geschirrtuch schlagen, dann häuten.

Nun die Kirschtomaten confieren. Dafür den Ofen auf 110° Umluft vorheizen. Mit einer gehakten Knoblauchzehe und 2 TL Thymian bestreuen, 1 EL Olivenöl betrüufeln, salzen, pfeffern und etwas zuckern und 50min im Ofen garen. (m: meine Portion noch aus der Tiefkühltruhe geholt, bevor die neuen rot werden).

Oliven, Ziegenfrischkäse (muß nicht über Nacht abtropfen, da er bereits deutlich festere Konsistenz besitzt wie Ricotta), sowie Eigelb, Spinatmatte  und Olivenöl in einem Cutter fein hexeln. Anschließend restliche Zutaten von Hand unterkneten und abschmecken. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu zwei Rollen von guten 2cm Rollen. Etwa 1cm breite Stücke abschneiden und in der Hand zu olivenförmigen Gnocchi rollen. Paralell dazu reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.

Die fertig geformten Gnocchi in das Salzwasser geben und mit der Schaumkelle rausheben, sobald sie nach oben gestiegen sind. Mit kaltem Wasser abschrecken und abegetropft auf eine Platte geben.

Die Paprika in kleine Rechtecke schneiden. In einen kleinen Topf geben, mit Olivenöl bedecken und zusammen mit dem Zitronenthymian und demrestlichen, gestifteten Knoblauch auf kleiner Flamme weich garen. Über einem Sieb abtropfen lassen

Zum Servieren die Gnocchi in etwas von dem abgetropftem Öl anschwitzen ohne sie Farbe annehmen zu lassen, Kirschtomaten und Paprika zufügen, nochmals abschmecken und mit geriebenem Parmesan servieren.

*Anmerkung m: Das ist keine Bauarbeiter-Portion. Für körperlich arbeitende Menschen würde ich die Portion verdoppeln (die Reste essen sich spätestens im Laufe des Tages weg). Für das nächste Mal werde ich wie im Original anstelle des Eigelbs ein halbes Ei verwenden - und bin gespannt, ob sich die Konsistenz der Gnocchi dadurch  sehr verändert. Auch so waren sie sowohl gut zu formen wie prima im Biß!

die letzten blühenden Wildorchideen

Kommentare:

  1. Wunderschön! Noch viel schöner als bei Dalsass. Kompliment, liebe Micha! Klar, dass es auch ohne Spritzbeutel geht. Mit dem Ei anstelle der vielen Eigelbe geht das ja auch, ob sie nun eine Nuance rustikaler werden, kümmert allenfalls einen Sternekoch. Uns kann das egal sein.

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  2. Diese Gnocchi hab ich auch schon bei Robert bewundert und befürchte, da muss ich auch ran. Oliven in Gnocchi, das hört sich einfach knallermäßig an.

    Bewusstsein, das gülden Gut. Da sagst du was, genau das geht mir in der letzten Zeit auch sehr viel im Kopf herum, denn das ist es, was unserer Welt gut tun würde, ausnahmsweise auch in großen Massen. .

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  3. Das sieht toll aus! So grün wie unser Sommer. Das macht wirklich Lust auf Nachmachen!

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  4. Einfach perfekt! Die stehen auch ganz oben auf meiner Liste. :-)

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