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Freitag, 1. Juli 2016

Rose und Lavendel - Lavendelparfait mit Rosensirup

Während seiner aktiven Zeit in und für die Homöopathie gab der Habib mal ein Seminar mit dem Titel *Rose und Lavendel*. Das in seiner Gänze wiederzugeben, würde meine kleine Kochblog-Kolumne sprengen. Aber einen Aspekt - der sich bei der Auflösung der Arzneimittelprüfung ergab - möchte ich bei der Gelegenheit rausziehen. Die Schwierigkeit der Zusammenfassung lag darin, dass es eine Dimension gibt, die die Grenze der Sprache sprengt. Eine Art von vierter Dimension. Nämlich wenn es darum geht, was HINTER den Wörtern steht. Und das meint jetzt nicht irgendwelche ethymologischen Bemühungen. 

Der Begriff alleine reicht nicht aus, um seine Bedeutung zu tragen. Es gibt Wörter, die gesprochen, erklärt, definiert sich nicht entfalten. Die kalte Definition alleine vermag sie nicht zu beleben. Sie lassen sich in ihrem Wesen nur erfahren. Man mag über Tolleranz ausführlich reden können, aber das Wesentliche ist, tollerant *zu sein*. Man mag Liebe dank Poesie in Worte kleiden, aber jeder muß die Erfahrung selbst machen, wie es ist, zu lieben und geliebt zu werden. Die Liebe wird nie als bloßes Wort in Erscheinung treten - sie ist ein Erlebnis. Es gibt so viele Beispiel. Redet man etwa über Demut, dann ist sie schon verschwunden. Ich weiß nicht, ob ihr mir folgen könnt?

Vielleicht wird es mit diesem Beispiel greifbarer: auf Madagaskar habe ich das Buch *Die Reise der Anna Odinzowa* gelesen. Die detailgetreue Schilderung der alten, nomadischen Kultur der Tschuktschen im äußersten Nordosten Sibiriens hat mich sehr fasziniert. Vorallem eine Passage, in der Anna in ein schamanisches Ritual eingeweiht wird und über die Schlichtheit der Worte, über die Einfachheit des Gebetes staunt. Den Gehalt bekommt das Gebet durch den, der es ausspricht, dadurch, was derjenige in die Worte an Bedeutung legt. Ein simples *Es tut mir leid* vom Herzen getragen, kann mehr berühren, als eine umständliche Entschuldigung.

Wie in der letzten Verreibungsstufe der Homöopathie Rose und Lavendel Hand in Hand gehen, so stehen sie auch im Garten gerne nebeneinander. Symbolisch passend hält Lavendel wie ein Schädlingsbekämpfer Blattläuse von der Rose fern. Fast unnötig zu beschreiben, dass auch die Geschmäcker wunderbar harmonieren. Selbst Skeptiker konnte ich davon überzeugen (und derer gibt es einige, wenn es um Lavendel oder Rose im Essen geht)  - es kommt immer auf die Dosierung an...
Zutaten - 8-10P:

200ml Milch
(eingekocht etwa 150ml)
4 Stängel Lavendel - Blüte und Blätter
(etwa 1 1/2 TL)
2 Eigelb
1 Ei
45g Honig (m: Lavendel)
30g Zucker (m: eigener Vanillezucker)
1/2 Orange, Abrieb davon
100g Crème fraîche
200ml Sahne
weißer Pfeffer

Lavendel-Sablés
Rosensirup 
einige Früchte zum Garnieren

Zubereitung:

Milch zusammen mit dem Lavendel auf kleiner Flamme auf ca. 150ml einköcheln lassen - anschließend min. 30min ziehen lassen (oder über Nacht). Eigelb und Ei zusammen mit dem Zucker und dem Honig über dem Wasserbad schaumig schlagen. Die erwärmte Milch durch ein Sieb geben zusammen mit der Orangenschale zufügen. Die Masse auf Eis (oder kaltem Wasserbad) kühl schlagen. Mit Pfeffer abschmecken

Die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Eismasse heben. Ebenso die Crème fraîche unterziehen. In eine Parfait-Form (oder Silikon-Form oder eine mit Klarsicht-Folie ausgelegte Form) füllen und in der Tiefkühle durchfrieren lassen.

Zum Servieren jeweils 3 Lavendel-Kekse zerkrümelt unter das Parfait geben, damit es nicht rutscht, mit etwa 1 TL Rosensirup begossen und mit einigen Früchten und Rosenblättern garniert.

Achtung, Achtung: Genau eine Woche gilt die Rabatt-Aktion noch - ich freue mich über weitere Leser-Überraschungsbuchungen!

Kommentare :

  1. Wow, was für ein herrliches Rezept! So ein Parfait ist echt köstlich, mit Lavendel habe ich es noch nie probiert...
    Liebe Grüße,
    Ela

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  2. Lavendel blüht vor dem Fenster, Honig von demselben hätte ich auch noch da… mal schauen, ob da was draus wird? Liebe Grüße in den viel sommerlicheren Süden (laut Radio jedenfalls…)

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  3. Wunderschön angerichtet und sicher ebenso herrlich schmeckend!
    Und ich verstehe dich gut! ;-)

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  4. dieses parfait jetzt in eurem garten zu essen wäre ja der himmel auf erden!

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