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Sonntag, 19. Juni 2011

der geliebte Wilde - Sauerteig

Nichts kickt mich in der Küche so wie Brotbacken. Das Backen mit Sauerteig ist für mich ein Krimi, ja jeder Thriller, jeder Tatort stinkt dagegen ab. Ein guter Krimi hat unvorhergesehene Wendungen und ich weiß auf der ersten Seite noch nicht, wer der Täter ist. SO geht Brotbacken. Das kizzelt, ich möchts euch fast versprechen!

Eine kleine Sauerteig-Einführung von einer, die sich bis heute bemüht, das Tier zu domestizieren. Und ab dann wird drauflosgebacken.
Seit nun zwei Jahren backe ich mit Sauerteig, und zwar ist das ein Nachkomme von niemand geringerem als Gerd, jawohlja! Noch immer hat mein perfektes Brot viele Hindernisse zu umschiffen und zerschellt nicht selten doch noch kurz vor Hafeneinfahrt an einer Klippe, die es da einige gibt: zu wenig oder zu viel Wasser im Teig, schlecht gewirkt, blöd eingeschnitten, den Ofen zu spät hochgefahren und natürlich (*seufzzz*) die verfehlte Gare.... Aber auch hier gilt: die Titanic ist unsinkbar, denn die ungewollten Risse kann man mitessen ;o)!
Das klingt zunächst nach einer komplexen Sache, aber wir reden hier von nix weiterem als einer Mischung aus Mehl, Wasser und Salz. Schlichter geht ja wohl nicht! Anfangen tut alles mit der Zucht eines Sauerteiges, wie man es nicht besser erklären kann als Pöt - zu finden in der Anleitung im ST-Forum.
Und dann ran an die Mehltüte - ausprobieren, *Versuch macht kluch* ist der Schlachtruf. Die völlig unverzichtbare Marlene, eine Koriphäe auf diesem weiten Feld, hat eine Unmenge von Hintergrundswissen zu diesem Thema zusammengetragen und beschreibt hier, wie relativ unkompliziert ein Sauerteig startklar zu machen ist. Auch würde ich als Erstlingsbrot auf ein Rezept von ihr verweisen, wie z.B. dieses Mischbrot, bei dem noch Einiges an ersten Infos mit zu finden sind.

Ebenfalls ein echter Klassiker als Einstieg ist Gerds Paderborner - ist im Kasten zu backen, kein Wirken, super Krume, 1A-Geschmack.
Ich kenne einige Bäcker, die länger als ich dabei sind, und sich die Nase immernoch am Ofenfenster platt drücken - Brotfernsehen ;o). Ein magischer und sauaufregender Moment! Volle Entfaltung, Mißkreatur oder etwas dazwischen? Und ein zweiter wird folgen, nämlich wenn das Brot ausgekühlt ist: wie ist die Krume?!
Brot kaufen kommt nicht mehr in die Tüte. Ich würde eh gerne viel mehr und öfters backen, als wir essen können. Im Sommer backe ich vorallem helle Brote im Winter eher dunklere. Auch wenn ich manchmal ganz schön sauer auf den Sauerteig, den unberechenbaren Wilden, sein kann (an mir kanns ja nicht liegen;o), weil wieder nicht das Brot rausgekommen ist, das perfekte, das mir schon vor Augen geschwebt hat. Die Glücksmomente, wenn alles prima geklappt hat, wiegen das auf.

...und der knusprige Knauzen vom noch lauwarmen Brot. Ich mag dieses völlig Ursprüngliche beim Brotbacken, dieses Gefühl von unabhängiger Freiheit und den heimeligen Duft im Haus, wenn das Brot im Ofen bäckt. Tja, liebe Leserschaft, ums mit meinem Kumpel Goethe zu sagen: Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen... ;o)

Kommentare :

  1. Hallo,

    das sind ja lauter tolle Brote.
    Wo bekommst Du denn in Frankreich die verschiedenen Mehlsorten und das auch noch zu vernünftigen Preisen???

    Liebe Grüße aus Südfrankreich
    J.

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  2. Wo man deutsches Typenmehl in Frankreich herbekommt, ja DAS wüßte ich auch gerne. Alles Importware. Ein Mal im Jahr kaufe ich in Bahlingen in der Adlermühle ein - wenns knapp wird, stelle ich ein Mehl-Päckchen zusammen, dass mir Feriengäste, zu denen ich es schicken lasse, mitbringen. Wäre doch aber ne Marktlücke in Südfrankreich, oder ;)?

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  3. @J. ein 2tes Mal: mir ist eingefallen, dass die Adlermühle auch Mehl verschickt und das nach Frankreich nicht mal teuer: http://www.adler-muehle.de/form/index.html. Man muß zwar anfragen, ob sie ins Ausland schicken, aber das wurde mir vor Ort bereits persönlich zugesichert, dass das kein Problem ist. Nur den genauen Preis für ein Paket kann ich dir nicht mehr sagen. Vielleicht ist das ja was für dich.

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